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München - Kurz bevor seine tödliche Lungenerkrankung offenbar wurde, sprach Wrestling-Star Brodie Lee im AEW-Podcast. Seine Aussagen erscheinen nun in neuem Licht.

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Es war ein gutgelaunter Auftritt für die treuesten Fans seiner Liga - der beim nochmaligen Hören nun Beklemmung auslöst.

Nach dem tragisch frühen Tod des Wrestling-Stars Brodie Lee (Luke Harper bei WWE) hat ein Interview neue Verbreitung gefunden, das er einige Zeit nach seinem letzten Kampf noch geführt hatte.

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Bei AEW Unrestricted, dem offiziellen Podcast der Promotion All Elite Wrestling, sprach Lee noch über die Folgen seines brutalen "Dog Collar Matches" gegen Cody Rhodes am 7. Oktober. Und ohne es zu wissen, beschrieb er dabei die ersten Symptome der Lungenprobleme, an denen er zwei Monate später verstarb.

Brodie Lee schilderte in Podcast rätselhafte Erschöpfung

In dem Gespräch mit Ringrichterin Aubrey Edwards und Kommentator Tony Schiavone wunderte sich Lee über Erschöpfungszustände, die für ihn neu gewesen wären.

"Ich fahre viel auf dem Heimtrainer. Wenige Tage nach dem Match habe ich zum ersten Mal eine Einheit abgebrochen", berichtete Lee (bürgerlich: Jon Huber): "Nach etwa 20 Minuten habe ich gesagt: Ich kann nicht mehr. Mein Körper war einfach nicht in Ordnung."

Lee deutete es als Folge des mit großer und realer Härte geführten Kampfes, in dem er mit einer Stahlkette an seinen Gegner gebunden war, mit der sich beide gegenseitig malträtierten.

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"Ich habe ein Stück von mir zurückgelassen"

Der Kampf mit der Stahlkette sei seine eigene Idee gewesen, er hätte das berühmte "Dog Collar Match" zwischen Greg "The Hammer" Valentine und dem 2015 verstorbenen Rowdy Roddy Piper 1983 bewundert. Der heute 69 Jahre alte Valentine saß bei dem Match als Ehrengast im Publikum, das hätte Lee berührt, wie er berichtete.

Das Match hätte ihn dann aber mitgenommen: "Ich war ziemlich verletzt, sah fürchterlich aus", rekapitulierte Lee. Sein acht Jahre alter Sohn Brodie Jr. hätte geweint, als er ihn hinterher erstmals gesehen hätte.

"Das ist jetzt zwei Wochen her und ich glaube, es wird langsam wieder normal", sagte Lee abschließend. Er habe bei dem Match aber wohl "ein Stück von mir zurückgelassen".

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Lee hatte "frühzeitig" nur noch wenig Hoffnung

Die tatsächliche Tragweite dieser Aussage wurde nur wenige Tage nach der Aufzeichnung des am 26. Oktober veröffentlichten Podcasts klar.

Der Wrestling Observer, der zur Einordnung der Lage unter anderem mit Ligapräsident Tony Khan sprach, berichtet, dass Lee sich Ende Oktober in Behandlung begeben hätte, unter anderem wegen seiner rätselhaften Erschöpfung. Chris Harrington, einer der Vizepräsidenten der Liga und Jugendfreund Lees, hätte ihn zu den Spezialisten der Mayo-Klinik in Jacksonville vermittelt.

Die Situation sei zu diesem Zeitpunkt schon "sehr ernst gewesen und von Beginn an trüb", heißt es im Newsletter des Observer. Es sei "frühzeitig" klar gewesen, dass Lee wohl nicht mehr geholfen werden konnte.

AEW und WWE mit Tributgesten

Ob und wie die Verletzungen aus dem Match eine Rolle bei dem nicht detaillierter beschriebenen Lungenprobleme gespielt haben, ist unklar. Lees Witwe Amanda machte der Liga aber in jedem Fall keine Vorwürfe und drückte stattdessen wiederholt ihre Dankbarkeit dafür aus, wie die AEW-Führung mit der Situation umgegangen war. Um Lees Hinterbliebene zu unterstützen, kündigte AEW unter anderem an, seinem älteren Sohn Brodie einen Vertrag zu geben, sobald er volljährig sei.

Was Gewissheit ist: Der verstorbene Lee war nicht an Corona erkrankt. Ihr Mann sei wieder und wieder getestet worden, bekräftigte Amanda Huber - als Synndy Synn selbst einst Wrestlerin. Der Observer ergänzte, dass auch eine vergangene Infektion durch Antikörpertests ausgeschlossen wurde.

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Lee starb am 26. Dezember im Kreise seiner Familie. Unter Beteiligung von Amanda, Brodie und dem jüngeren Sohn Nolan Huber richtete AEW eine vielgelobte Gedenkepisode der TV-Show Dynamite für Lee aus. Seine Ex-Kollegen bei WWE würdigten ihn bei RAW und SmackDown mit zahlreichen versteckten Tributgesten.