Pat Patterson (l.) galt als Entdecker von Dwayne "The Rock" Johnson
Pat Patterson (l.) galt als Entdecker von Dwayne "The Rock" Johnson © WWE
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München - Pat Patterson, der erste Intercontinental Champion von WWE, ist tot. Die Legende steckte auch hinter der vielleicht besten Idee der Liga-Geschichte.

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Dieser Todesfall hinterlässt eine große Lücke bei WWE: Pat Patterson, Ringlegende und prägender Vordenker hinter den Kulissen der Wrestling-Liga, ist am Mittwoch im Alter von 79 Jahren verstorben, Todesursache war Medienberichten zufolge eine Krebserkrankung.

Patterson war der erste Träger des traditionsreichen Intercontinental-Titels der früheren WWF und über Jahrzehnte hinweg ein enger Vertrauter von Ligachef Vince McMahon. Sein Anteil am Erfolg der vergangenen Jahrzehnte gilt als riesig, auch menschlich wurde er hoch geschätzt.

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Entsprechend emotional wurde er posthum gewürdigt, die Shows NXT und SmackDown begannen mit einem Tributvideo zu Frank Sinatras "My Way" und  Gedenkminuten, für die sich jeweils der gesamte Kader versammelte - ein in dieser Form bei weitem nicht für alle verstorbenen Legenden übliches Signal der besonderen Wertschätzung.

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Das Hall-of-Fame-Mitglied galt als absolutes "Wrestling Mind", welches das Showkampf-Geschäft wie wenige andere durchdrungen hatte. Zu seinem kreativen Vermächtnis zählt unter anderem die Erfindung des Royal-Rumble-Matches, dem Fokuspunkt der wohl populärsten WWE-Veranstaltung neben WrestleMania.

"Worte können nicht beschreiben, was er uns gegeben hat", twitterte WWE-Vorstand Paul Levesque (Triple H), McMahons Schwiegersohn: "Seinen Körper als Ringperformer, seinen Verstand als Geschichtenerzähler, seine Seele als geliebtes Mitglied unserer großen WWE-Familie."

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Levesques Ehefrau und Vorstandskollegin Stephanie McMahon betonte auch, dass Patterson "der erste offen homosexuelle Wrestler seiner Generation" war. Wobei zur Wahrheit gehört, dass WWE dieses offene Geheimnis öffentlich lange nicht thematisiert hatte, erst 2014 hatte Patterson bei einer von WWE produzierten Reality-Show über seine 40 Jahre währende Beziehung mit dem 1998 verstorbenen Louie Dondero gesprochen.

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Pat Patterson war der erste Intercontinental Champion bei WWE

Patterson - geboren am 19. Januar 1941 als Pierre Clermont in Ville-Marie, Montreal - stand zwischen 1958 und 1984 als Vollzeit-Wrestler im Ring, erst in seiner Heimat, dann in den USA. In der Zeit, bevor er bei der WWF anheuerte, galt er als Top-Wrestler, war Star in verschiedenen regionalen Territorien und erlangte vor allem auch als Teil des Tag Teams The Blond Bombers Berühmtheit. Patterson und Partner "Crippler" Ray Stevens galten als eines der besten, wenn nicht das beste Gespann ihrer Zeit.

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Im Jahr 1979 debütierte Patterson in der damals noch regional organisierten WWF, mit dem Hall-of-Fame-Kollegen The Grand Wizard als Manager trat er gegen Publikumslieblinge wie den damaligen Champion Bob Backlund und den jungen Ted DiBiase an (vor dessen Zeit als "Million Dollar Man").

Kurz darauf kürte ihn die Liga zum ersten Intercontinental Champion, es wurde behauptet, dass er ein Turnier in Rio de Janeiro gewonnen hätte. Dass dieses Turnier in Wahrheit nie stattgefunden hatte, wurde bei WWE zum ewigen Running Gag.

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Am Ende seiner Karriere wandelte sich Patterson bei der WWF zum Publikumsliebling, unter anderem absolvierte er eine große und damals vielgelobte Fehde mit Hulk Hogans späterem Rivalen Sgt. Slaughter.

Rechte Hand von Vince McMahon, Entdecker von The Rock

Nach dem faktischen Ende seiner aktiven Laufbahn füllte Patterson (der 2008 seinen Namen offiziell ändern ließ) verschiedene andere Rollen aus, sowohl vor der Kamera als Ringrichter, Kommentator und Offizieller, bedeutsam war aber vor allem seine Arbeit abseits der Kamera, immer wieder wurde Patterson als "rechte Hand" und engster Vertrauter McMahons umschrieben.

Patterson war lange Jahre maßgeblicher kreativer Architekt des WWE-Programms, er förderte Stars wie Bret Hart, Shawn Michaels, Chris Jericho und vor allem auch Dwayne "The Rock" Johnson. Als früherer Tag-Team-Partner von dessen Vater Rocky Johnson war er einer der Ersten, der dessen Sohn beim Ringtraining erlebt hatte. Dem Wrestling Observer zufolge erkannte Patterson sofort, dass er ein Jahrhunderttalent vor sich hatte, das er dann auch bald an WWE vermittelte.

In der berühmten "Attitude Era" Ende der Neunziger, Anfang der Nullerjahre bekam Patterson nochmal eine größere (Comedy-)Rolle vor der Kamera, als willfähriger "Stooge" von McMahon karikierte er zusammen mit dem ähnlich einflussreichen Hogan-Entdecker Gerald Brisco sein reales Vertrauensverhältnis zum Boss.

Noch im vergangenen Jahr ließ Patterson die Rolle bei der nostalgischen "RAW Reunion" wieder aufleben, gewann dabei sogar kurz den Gag-Gürtel "24/7 Championship", was ihm zum offiziell ältesten Titelträger der WWE-Geschichte machte. Patterson arbeitete bis kurz vor seinem Tod als hoch geschätzter Ratgeber für die Liga.