Jack Gallagher bei einem WWE-Match gegen Tony Nese
Jack Gallagher bei einem WWE-Match gegen Tony Nese © WWE
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München - Er war der erste Wrestler, den WWE infolge der #SpeakingOut-Enthüllungen entlassen hatte. Nach monatelangem Schweigen ähat Jack Gallagher sich nun geäußert.

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Er war der erste Wrestler, den WWE im Zuge der #SpeakingOut-Enthüllungen gefeuert hat.

Das britische Cruisergewicht Jack Gallagher, vor allem aktiv bei der Show 205 Live, aber auch bei RAW und NXT, musste gehen, nachdem der Vorwurf eines sexuellen Übergriffs bei einer Silvesterparty 2014/15 öffentlich wurde.

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Das mutmaßliche Opfer hatte in einem Twitter-Beitrag berichtet, dass Gallagher sie mit hartem Alkohol gefügig zu machen versucht, sie wiederholt trotz einer klaren Ablehnung belästigt hätte und ihr schließlich in ein Badezimmer gefolgt wäre und den Rock heruntergerissen hätte. Danach hätte sie das Haus verlassen.

Bislang hatte der 30-Jährige sich nicht dazu geäußert, diese Woche hat er sein Schweigen gebrochen – auf andere Weise als manch anderer.

Jack Gallagher: Trunkenheit keine Entschuldigung

Gallagher bestreitet die gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfe nicht, er hält fest, dass er sich nicht an die mutmaßliche Tatnacht erinnern könne - bei gleichzeitiger Betonung, dass das keine Entschuldigung sei. In jedem Fall sei sein Verhalten "unangemessen" gewesen: "Ich möchte mein tiefstes Bedauern ausdrücken, was ich ausgelöst habe, tut mir aufrichtig leid."

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Die Frau, die Gallagher beschuldigt hatte, hatte schon selbst erzählt, dass Gallagher einen Kontaktversuch unternommen und sein Bedauern ausgedrückt hätte.

Warum Gallagher selbst öffentlich nichts sagte? "Ich hatte nicht das Gefühl, dass es zu diesem Zeitpunkt das Richtige war."

Gallagher führt aus, dass er nach Veröffentlichung "proaktiv den Head of WWE Talent Relations (Paul Levesque alias Triple H, d. Red.) kontaktiert und die Verantwortung übernommen" hätte. Ihm sei dann mitgeteilt worden, dass er gegen die ethischen Richtlinien der Firma verstoßen hätte - eine "Moralklausel" in den Verträgen macht die Stars auch für vergangene Verfehlungen haftbar -, die Entlassung sei die Konsequenz gewesen.

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"Als Mann muss ich besser sein"

Gallagher hatte bei Twitter die #SpeakingOut-Bewegung ironischerweise noch mit Likes unterstützt, ehe er selbst in den Fokus geraten war. Er versichert jedoch auch jetzt noch, dass der "einzelne Zwischenfall" nicht repräsentativ für "mein Verhalten und meine Einstellung gegenüber Frauen" sei.

"Als Mann muss ich besser sein", schreibt er: "Mit Hilfe meiner Frau habe ich mir in den vergangenen Monaten Zeit genommen um zu verstehen, was ich tun kann. Es geht hier dennoch nicht um mich, sondern um die Frauen, die sich als Teil der #SpeakingOut-Bewegung geäußert haben. Ich werde die Frauen und ihre Bewegung weiter unterstützen, so gut es geht."

Ehrliche Reue oder nur der Versuch, mit wohlklingenden Worten Ruf und künftige Engagements in der Branche zu retten? Gallagher wird sein Bedauern durch die Vermeidung künftigen Fehlverhaltens untermauern müssen.

WWE reagierte unterschiedlich auf #SpeakingOut

Neben Gallagher hatte WWE unter anderem auch die bei dem England-Kader NXT UK angesiedelten Wrestler El Ligero und Travis Banks gefeuert, gegen die jeweils unterschiedlich gelagerte Vorwürfe laut geworden waren.

Gegen andere Wrestler, die in den Mittelpunkt von #SpeakingOut gerückt waren, zog WWE keine Konsequenzen - und über die Maßstäbe, die die Liga anlegt, sind mittlerweile Diskussionen entbrannt.

Besonders umstritten ist der Fall Patrick Clark alias Velveteen Dream, der von verschiedenen Seiten beschuldigt wurde, fragwürdige Kontaktanbahnungen zu minderjährigen Fans vorgenommen zu haben.

Clark hat einen konkreten Vorwurf, ein Nacktbild versandt zu haben, bestritten und sich seitdem nicht mehr dazu geäußert. Er verschwand zwischenzeitlich aus dem WWE-Programm, ist inzwischen aber zurückgekehrt, Levesque stellte die Lage im Namen von WWE so dar, dass "nichts" gegen Clark vorliege.