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München - Montel Vontavious Porter alias MVP unterschreibt bei WWE einen neuen Langzeitvertrag. Vor seiner Karriere saß er neuneinhalb Jahre im Gefängnis.

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Er hat bei WWE eines der bemerkenswerten Comebacks der vergangenen Jahre hingelegt - und ist dafür nun mit einem großen neuen Vertrag belohnt worden.

Via Instagram hat Montel Vontavious Porter alias MVP verkündet, dass er einen "langfristigen Deal" mit dem Wrestling-Marktführer abgeschlossen hätte.

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Die Rückkehr des 46-Jährigen, der bei der TV-Show Monday Night RAW die Gruppierung The Hurt Business mit Bobby Lashley und Shelton Benjamin bildet, war eigentlich anders geplant: Ursprünglich war MVP als Producer hinter den Kulissen wiedereingestellt worden.

Dass er stattdessen nun vor der Kamera zurück ins Zentrum gerückt ist, ist die unerwartete Krönung einer unwahrscheinlichen Karriere geworden: Das Leben des Mannes hinter dem schillernden Charakter schien eigentlich rettungslos auf die schiefe Bahn geraten zu sein.

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MVP überfiel Casino auf Kreuzfahrtschiff

Was nicht jeder Fan weiß: Der am 28. Oktober 1973 als Alvin Burke in Miami geborene MVP war vor seiner Zeit als Wrestler ein jugendlicher Schwerverbrecher, saß neuneinhalb Jahre im Gefängnis. Der Sohn eines Polizisten war Teil einer Straßen-Gang, der er sich nach eigenen Angaben schon im Alter von zwölf Jahren angeschlossen hatte.

Er verübte gewalttätige Raubüberfälle, Autodiebstähle, Drogen-Deals, saß sechseinhalb Monate im Jugendgefängnis - und wurde im Januar 1991 schließlich zu einer Haftstrafe von 18,5 Jahren verurteilt: Er war, gerade 16 geworden, Teil eines filmreifen Raubüberfalls auf das Casino eines Kreuzfahrtschiffs mit einer abgesägten Schrotflinte, er und seine Mittäter erbeuteten über 100.000 Dollar.

Nachdem die Polizei ihm auf die Spur gekommen war, legte Burke nach einem Jahr im Gefängnis schließlich ein Schuldbekenntnis ab, wurde verurteilt wegen des Überfalls und der damit verbundenen bewaffneten Entführung in zehn Fällen.

Im Gefängnis geläutert

Die Zeit hinter Gitter erfüllte ihren Zweck, MVP bekam sein Leben in den Griff. "Ich habe dort eine Bildung bekommen, wie man sie in Harvard nicht erhält", blickte er später zurück: "Ich habe viele soziale Aspekte des Lebens gelernt - vor allem, wie ich meine Wut unter Kontrolle halte."

Er konvertierte zum Islam und nahm den Namen Hassan Hamin Assad an (wobei er sich inzwischen als Atheist einordnet), ein Gefängniswärter, der nebenbei Wrestler war, begeisterte ihn für die Showkampf-Welt - und verschaffte ihm die Kontakte, es selbst in der Branche zu versuchen.

In der Independent-Szene von Florida machte er sich als Antonio Banks einen Namen, nachdem er sich noch eine Weile mit Gelegenheitsjobs als Türsteher und Rausschmeißer in Nacht- und Stripclubs durchschlagen musste, unterschrieb er 2005 bei WWE.

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Er etablierte sich dort mit seinem Charakter als arroganter, vom Bling-Bling-Leben besessener Ego-Shooter - Leitspruch: "half man, half amazing". Inspiriert hatten ihn dazu nach eigenen Angaben reale Sportstars, mit denen er es im vorherigen Berufsleben zu tun bekommen hatte.

WWE-Duell mit Evander Holyfield

Mit einer Fehde, in der er und der damals ebenfalls aufstrebende Mr. Kennedy das legendäre Duo Undertaker und Kane bekämpften, wurde er 2006 im SmackDown-Kader groß eingeführt und gewann im Jahr darauf seinen ersten Titel, den United States Championship von Chris Benoit - kurz vor dessen schockierendem Mord an Frau und Kind und anschließendem Suizid.

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Das große Unterhaltungstalent von MVP bescherte ihm noch einige große Momente, besonders in Erinnerung blieb seine Fehde und zeitweilige Partnerschaft mit Publikumsliebling Matt Hardy, in der sich die beiden mit immer neuen, skurrilen Bestleistungen gegenseitig zu übertrumpfen versuchten. Einmal schaltete sich dabei sogar Box-Legende Evander Holyfield an Hardys Seite ein und knockte MVP in einem Showmatch aus.

Letztlich jedoch stagnierte die Karriere von MVP, wohl vor allem, weil er im Ring etwas limitiert blieb. MVP ist auch gesundheitlich eingeschränkt, 2007 wurde ein Herzfehler bei ihm entdeckt, das seltene Wolff-Parkinson-White-Syndrom, das sein Herz schneller als üblich schlagen lässt.

Die Neuerfindung von MVP als Publikumsliebling zündete nicht wie erhofft, er wurde in einem Tag Team mit Mark Henry geparkt und 2010 schließlich entlassen. Er verdingte sich in den Jahren darauf bei NJPW in Japan und diversen kleinen bis mittelgroßen US-Ligen (TNA / Impact Wrestling, ROH, MLW), versuchte sich nebenbei auch als Rapper und veröffentlichte mehrere Hip-Hop-Songs.

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Comeback beim Royal Rumble 2020

MVP plante wegen seines fortgeschrittenen Alters bereits seinen Rücktritt, als er 2020 zu einem Überraschungsauftritt beim Royal Rumble geladen wurde und danach eine Festanstellung als Producer hinter den Kulissen bekam.

Bei seinen eigentlich nur als ergänzende Cameos geplanten Auftritten vor der Kamera glänzte er dann aber wieder so, dass WWE ihm doch wieder eine feste Rolle im Programm gab, zunächst als Manager von Kraftprotz Lashley, Gelegenheits-Wrestler und Gegenpol zu Zukunftshoffnung Apollo Crews.

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Das Redetalent und die Aura von MVP - der auch Fußball-Fan ist und Eric Cantona bewundert - waren zuletzt ein konstanter Lichtblick der in der Quotenkrise steckenden und oft kritisierten RAW-Shows. Dass WWE weiter darauf bauen will, ist da kein Wunder.

Seine Vergangenheit als Straftäter beschäftigt MVP bis heute: Für jede Auslandsreise muss er sich Genehmigungen einholen, vor denen ermittelt wird, wie er sich in jüngster Zeit benommen hat. In Konflikt mit dem Gesetz ist er aber nie mehr gekommen.