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München - AJ Styles' Kumpel Karl Anderson und Luke Gallows wurden im April 2020 überraschend von WWE gefeuert. Aus den Umständen zog auch Styles Konsequenzen.

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Aus dem Programm geschrieben, dann mit neuen Fünf-Jahres-Verträgen ausgestattet - und kein Jahr später doch gefeuert.

Karl Anderson und Luke Gallows, bei WWE bekannt geworden als Mitstreiter von AJ Styles in der Gruppierung "The O.C.", haben turbulente Zeiten hinter sich.

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Inzwischen sind sie außerhalb der weltgrößten Wrestling-Liga neue Wege gegangen. Im Juli 2020 debütierten die Good Brothers bei Impact Wrestling, nachdem sie dort zwei angeblich sehr gut dotierte Zwei-Jahres-Verträge unterschrieben haben. Parallel dazu wird mit einer Rückkehr der beiden zu NJPW nach Japan gerechnet.

Über die Hintergründe ihrer Entlassung bei WWE gaben die beiden im Juli beim Talk'N Shop Podcast Auskunft - und enthüllten dabei pikante Details.

Vorwürfe gegen Paul Heyman - AJ Styles zog Konsequenzen

Ihre Entlassung sei eine Entscheidung von Paul Heyman gewesen, dem mittlerweile ebenfalls ausgebooteten Kreativdirektor der TV-Show Monday Night RAW. Dies hätte WWE-Boss Vince McMahon ihnen auf Nachfrage preisgegeben, nachdem Heyman es bestritten hätte.

Die Umstände ihrer Ausbootung seien auch der Grund, warum Styles kurz darauf von RAW zum SmackDown-Kader gegangen sei. Er hätte aus Wut auf Heyman darum gebeten und weil er diesem nicht mehr unterstellt sein wollte.

Generell zeigten sich die beiden verwundert, wie unpfleglich sie in ihrem letzten Jahr bei WWE behandelt worden seien, schon kurz nachdem sie erst im Juli 2019 neue Langzeitverträge unterschrieben und dafür Angebote von AEW, Impact und NJPW ausgeschlagen hätten.

Anderson und Gallows erlebten Wellental bei WWE

Anderson und Gallows waren Anfang 2016 von NJPW zu WWE gewechselt, gemeinsam mit AJ Styles und Shinsuke Nakamura. Anderson und Gallows formierten bei WWE mit Styles ein Trio, das angelehnt war an den Bullet Club, dem sie in Japan angehörten.

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Im März 2019 lehnten die beiden lukrative Angebote ab, ihre auslaufenden Verträge zu verlängern, der Abgang schien schon sicher schien, vier Monate später verlängerten sie dann doch um fünf Jahre, der zwischenzeitlich aufgelöste O.C. mit Styles wurde neu formiert.

Wie Anderson und Gallows in dem Podcast erzählen, war Talentchef Triple H (Paul Levesque) treibende Kraft hinter dem Angebot, das sie letztlich doch annahmen. Es sei so gut gewesen, dass sie es nicht hätten ablehnen können.

Ihr Entschluss hätte dann aber auch Verantwortliche von AEW verärgert, mit denen sie in weit gediehenen Verhandlungen gewesen seien.

Im April 2020 kam es zu einer erneuten 180-Grad-Wende: Nach Ausbruch der Corona-Pandemie wurden sie Opfer der großen Entlassungswelle. Ihren letzten Auftritt hatten sie bei WrestleMania 36 beim "Boneyard Match" von Styles gegen den Undertaker.

Anderson und Gallows zog es auch dann nicht zu AEW, wo die im Frühjahr ebenfalls von WWE vor die Tür gesetzten FTR (The Revival) eine ähnliche Nische besetzen. Stattdessen schlug Impact zu, zusammen mit mehreren anderen WWE-Entlassungsopfern debütierten Anderson und Gallows bei der Show Slammiversary.

Gallows war bei WWE auch Festus und der falsche Kane

Der am 22. Dezember 1983 in Cumberland, Maryland geborene Gallows (bürgerlich: Andrew Hankinson) war schon vor dem Zusammenschluss mit Anderson kein unbeschriebenes Blatt bei seinen späteren Arbeitgebern: Schon von 2005 bis 2010 stand er unter WWE-Vertrag, spielte dort kurz ein böses Alter Ego von Legende Kane ("Impostor Kane") sowie den Hillbilly-Charakter Festus (zusammen mit Jesse alias Ray Gordy, Sohn der früh verstorbenen Legende Terry Gordy) und war Teil der "Straight Edge Society" um CM Punk.

Nach seiner Entlassung ging er als D.O.C. (Director of Chaos) zu Impact (damals TNA) und war dort Mitglied der Gruppierung "Aces and Eights", das wirkliche Karriere-Hoch kam aber erst, als er 2013 zu NJPW ging und auf Anderson traf.

Der am 18. Januar 1980 in Asheville, North Carolina geborene und in den USA vorher eher unbekannte Anderson - bürgerlich: Chad Allegra - hatte sich schon einige Jahre zuvor in Japan etabliert, vor allem als Partner von Giant Bernard (Albert, A-Train, Tensai bei WWE). Das neu formierte Team mit Gallows war noch erfolgreicher, durfte dreimal den IWGP Tag Team Titel erringen, was wegen der größeren Bedeutung des Tag Team Wrestling in Japan eine wichtigere Errungenschaft ist als die Titelgewinne bei WWE.

Ihr Erfolg in Japan öffente den beiden 2016 die Tür zu WWE - ihre Zeit dort wird als zwiespältig in Erinnerung bleiben.