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München - Wrestler Matt Riddle wurde im Juni eine Vergewaltigung vorgeworfen. WWE glaubt seiner Gegendarstellung - und verwebt die Affäre nun mit ihrer Story-Welt.

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Ob WWE ihrem Hoffnungsträger mit dieser Verquickung von Realität und Fiktion einen Gefallen tut?

Im Zuge der Großveranstaltung Payback am Sonntag hat die Wrestling-Liga auf unerwartete Weise eine außereheliche Affäre des vor kurzem debütierten Matt Riddle in dessen Fehde mit Rivale King Corbin eingeflochten.

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Und das besonders Brisante daran: Der Anlass, aus dem Riddle die Angelegenheit öffentlich machte, war ein von ihm zurückgewiesener Vergewaltigungs-Vorwurf - dem WWE offensichtlich keinen Glauben schenkt. Riddle selbst wirft dem angeblichen Opfer im Gegenzug Belästigung und Stalking vor.

Vorwurf der Vergewaltigung - Matt Riddle ging in Gegenoffensive

Der Hintergrund: Als im Juni zahlreiche Wrestlerinnen und andere Frauen unter dem Hashtag #SpeakingOut ihre Stimme gegen die Zustände der Showkampf-Branche erhoben haben, wurden auch gegen Riddle schwere Anschuldigungen erhoben.

Der als großer WWE-Hoffnungsträger geltende 34-Jährige wurde von einer früheren Kollegin eines Vergewaltigungsversuchs und sexueller Nötigung bezichtigt - am selben Tag, an dem Riddles Debüt bei der TV-Show Friday Night SmackDown ausgestrahlt wurde.

Die Independent-Wrestlerin Candy Cartwright (Samantha Tavel) behauptete in einer Serie von Tweets, dass Riddle sie im Mai 2018 während einer Autofahrt mit körperlicher Gewalt zu Sex hätte zwingen wollen. Sie hätte ihn oral befriedigt, "um keinen Geschlechtsverkehr mit ihm haben zu müssen". Die beiden hätten zuvor eine Beziehung gehabt, zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr.

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Außereheliche Affäre mit Wrestlerin Candy Cartwright

Riddle reagierte zunächst mit der Veröffentlichung eines anwaltlichen Schreibens, in der Cartwright vorgeworfen wird, eine Trittbrettfahrerin und Stalkerin zu sein.

Die Familie von Riddle, der mit Ehefrau Lisa drei Kinder hat, werde seit zwei Jahren von Cartwright belästigt, schon im vergangenen Jahr hätte das Anwaltsbüro die Beantragung einer gerichtlichen Unterlassungsverfügung formuliert (aber offenbar nicht eingereicht). Die nun von Cartwright erhobenen Vorwürfe seien "völlig falsch und ein weiterer Versuch, Mr. und Mrs. Riddle zu belästigen".

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Später räumte Riddle in einem Online-Video ein, dass Cartwrights Aussage, dass die beiden eine Affäre gehabt hätten, der Wahrheit entspreche, ansonsten sei aber nichts an den Vorwürfen dran. Es sei eine "erfundene Geschichte", die er als Racheaktion für das Zerbrechen der Beziehung werte: "Ich habe niemals irgendjemanden sexuell belästigt."

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WWE zog keine Konsequenzen

WWE hat auf die Anschuldigungen Cartwrights zunächst mit einem neutralen Statement reagiert ("Wir nehmen jede Anschuldigung dieser Art sehr ernst und untersuchen die Angelegenheit"), inzwischen scheint klar, dass sie Riddle glaubt und keine Konsequenzen gegen ihn ziehen wird.

Die Liga von WWE-Boss Vince McMahon - selbst auch einst von einer früheren Ringrichterin mit einem Vergewaltigungs-Vorwurf belegt, den er zurückwies - scheint nun allerdings der Meinung zu sein, dass es Riddles Profil schärft, wenn seine Affäre in ihrem Programm thematisiert wird.

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Corbin veröffentlichte vor dem Payback-Match via Twitter eine offensichtliche Anspielung ("Heute beweise ich, dass Matt Riddle im Ring ein Versager ist. Dass er zu Hause ein Versager ist, hat er ja schon bewiesen") - der Tweet wurde auch bei Payback thematisiert, worauf Riddle sichtlich wütend reagierte. Riddle besiegte Corbin, eine anschließende Attacke des Verlierers signalisierte jedoch eine Fortsetzung der Fehde.

Der frühere UFC-Kämpfer Riddle hat sich in den vergangenen Jahren in den Independent-Ligen um im NXT-Kader von WWE als einer der besten Ringperformer der Szene hervorgetan, ihm wird zugetraut, sich zu einem Topstar der Liga entwickeln zu können.