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München - Ronda Rousey stellt klar, dass sie bei WWE kein Comeback in Vollzeit feiern plant. Sie ist sauer über die "undankbaren" Fans der Wrestling-Liga.

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Vor etwas mehr als einem Jahr zog sie sich von ihrem Job als Wrestlerin bei WWE ins Privatleben zurück. Nun hat Ronda Rousey klargestellt, dass sie nur als Teilzeitkraft zurückkehren würde.

Ein Grund für den Entschluss: die "undankbaren" Fans der Showkampf-Liga.

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Ronda Rousey: Kein WWE-Comeback in Vollzeit

"Ich war über 200 Tage im Jahr von zu Hause weg. Und auch wenn ich zu Hause war, habe ich mich im Grunde nur erholt, um den nächsten Zeitraum durchzustehen, in dem ich nicht zu Hause sein würde", berichtet Rousey in einem Podcast-Interview mit dem aus "Jackass" bekannten Stephen "Steve-O" Glover.

Diesen Aufwand wolle sie im Sinne ihrer Familie nicht noch einmal betreiben, erklärte der frühere Superstar der Kampfsportliga UFC. Sie sei irgendwann an den Punkt gekommen, an dem sie sich gefragt hätte: "Was mache ich eigentlich, dass ich meine Zeit und Energie nicht für meine Familie verwende, sondern stattdessen für einen Haufen undankbarer Fans, die mich nicht wertschätzen?" Vor dem "undankbare Fans" sagte sie noch ein Wort mit "f".

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Rousey - deren großes Idol und Vorbild die 2015 verstorbene WWE-Legende "Rowdy" Roddy Piper war - stellte klar, dass sie das Wrestling, WWE und die Kolleginnen, mit denen sie dort gearbeitet hatte, weiter liebe. Sie werde dennoch nie mehr "in Vollzeit zurückkehren", nur für einzelne Programme.

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Viele Fans buhten frühere UFC-Queen aus

Derartige Interviews sind immer mit etwas Vorsicht zu genießen, theoretisch könnten sie auch schon die Hinleitung für nächste Showprogramm Rouseys sein.

In ihrem Fall jedoch scheinen die Gefühle real zu sein, Rousey wirkte schon während ihrer Zeit bei WWE frustriert darüber, dass sie im Lauf der Zeit mehr und mehr Buhrufe in den Hallen kassierte - und darum schließlich ungeplant einen "Heel Turn" hinlegte und als Böse in ihr großes WrestleMania-Match gegen Lynch und Charlotte Flair ging.

Als Schlüsselmoment galt vor allem Rouseys Auftritt bei den Survivor Series 2018 in ihrer Wahlheimat Los Angeles, bei dem sie eine ultra-brutale Abreibung von Rivalin Flair kassierte, die von den Zuschauern bejubelt und Rufen wie "You deserve it" ("Du hast es verdient") bedacht wurde.

Die 37. Auflage von WrestleMania im kommenden Jahr soll ebenfalls in L.A. steigen - die Show gilt als wahrscheinliche Bühne für ein Rousey-Comeback (wenn bis dahin nach der Corona-Pandemie wieder Normalität eingekehrt ist).

Vertrag mit Wrestling-Liga liegt auf Eis

Rousey - die bereits 2015 bei WrestleMania 31 einen Gastauftritt an der Seite von Dwayne "The Rock" Johnson hatte - war Anfang 2018 zu WWE gewechselt und hatte ihr Ring-Debüt bei WrestleMania 34 gefeiert.

Sie regierte nach einem Sieg über Alexa Bliss beim SummerSlam 2018 als Damenchampion des RAW-Kaders und verlor den Titel am 7. April im historischen ersten WrestleMania-Hauptkampf der Frauen an Becky Lynch.

Rouseys WWE-Intermezzo schien die Zuschauer vor allem deshalb zu spalten, weil sie in der Liga unmittelbar eine Ausnahmestellung bekam und viele eingefleischten Fans das Gefühl hatten, dass sie ihre etablierten Lieblinge an den Rand drängte (wobei zu bedenken ist, dass Rousey andererseits ein Publicity-Magnet für WWE war und es ohne sie womöglich gar keinen Frauen-Hauptkampf bei Mania gegeben hätte).

Nach WrestleMania 35 hatte Rousey bekannt gegeben, eine Familie gründen zu wollen, ihre Ringkarriere und ihr eigentlich bis 2021 laufender Vertrag liegen seitdem auf Eis. Nachfragen zum Stand der Familienplanung hat Rousey seit ihrer Ankündigung auch immer wieder ins Leere laufen lassen. Man lasse "der Natur ihren Lauf", betonte sie mehrfach. Rouseys Ehemann Browne, selbst UFC-Kämpfer, hat zwei Söhne aus erster Ehe. Rousey und er sind seit 2015 ein Paar und seit 2017 verheiratet.

Parallel zu ihrer Familienplanung treibt Rousey auch andere Projekte voran: Im August 2019 kam heraus, dass sie eine Rolle in der TV-Serie 9-1-1 übernommen hatte - bei den Dreharbeiten erlitt sie einen bösen Unfall, bei dem ein Finger schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde.