Brodie Lee parodierte bei AEW WWE-Boss Vince McMahon
Brodie Lee parodierte bei AEW WWE-Boss Vince McMahon © AEW
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München - AEW-Neuzugang Brodie Lee (Luke Harper) entblößt mit einer versteckten Parodie Macken von WWE-Boss Vince McMahon. Der Ex-Arbeitgeber soll erbost sein.

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Bei WWE blieb er in Erinnerung als Gründungsmitglied der Wyatt Family um Bray Wyatt und als profilierter Tag-Team-Wrestler an der Seite von Erick Rowan.

Ende 2019 verließ Luke Harper die Liga auf eigenen Wunsch, ist inzwischen als Brodie Lee zur Konkurrenzliga All Elite Wrestling (AEW) gewechselt - und hat dort für Unmut beim Ex-Arbeitgeber gesorgt.

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Nach seinem Überraschungs-Debüt als "Exalted One" und neuer Anführer der mysteriösen Gruppierung "The Dark Order" hat der 40-Jährige diverse Seitenhiebe gegen WWE-Boss Vince McMahon angebracht. Nicht jeder davon war auf den ersten Blick erkennbar, der WWE-Chefetage sollen sie aber nicht verborgen geblieben sein.

Brodie Lee spottet über Vince McMahon

Schon bei seinem Debüt spielte Lee offensichtlich auf McMahon an, als er einen "out of touch old man" (im Gestern lebenden, alten Mann) erwähnte, der nicht an ihn geglaubt hätte. Bei seinem zweiten Auftritt knüpfte Lee daran an, mit einer nicht auf den ersten Blick erkennbaren Parodie auf den 74-Jährigen.

Lee war in dieser Woche bei der TV-Show Dynamite (die wegen der Corona-Krise aktuell wie WWE vor Geisterkulisse veranstalten muss) in einem Videosegment zu sehen, in dem er zu seinen Dark-Order-Jüngern Alex Reynolds und John Silver sprach. Er aß dabei ein Steak und spielte sich als tyrannischer Chef auf, der schließlich beide Untergebenen aus dem Raum warf - Silver, weil er zu essen anfing, ehe Lee mit seinem Steak fertig war, Reynolds, weil er nieste.

Im kurz darauf veröffentlichten Podcast "Talk is Jericho" seines neuen, alten Kollegen Chris Jericho hat Lee deutlich gemacht, dass er damit auf eigene Erfahrungen mit Steakliebhaber McMahon anspielte. Dieser soll tatsächlich besonders zornig über Niesanfälle bei Tisch reagieren - und darauf bestehen, dass er zu Ende speist, ehe Untergebene ihr Essen anrühren oder das Wort erheben.

Große Verärgerung bei WWE

Lee (bürgerlich: Jonathan Huber) berichtete in dem Gespräch mit Jericho von mehreren Treffen mit McMahon, in denen er ihm neue Ideen für seinen Charakter präsentieren wollte - und stets den Eindruck hatte, dass McMahon mehr auf sein Essen konzentriert gewesen wäre, als darauf ihm zuzuhören.

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McMahons Marotten, auf die er in dem Video anspielte, hätte er selbst auch zu spüren bekommen: "Einige Male wurde mir gesagt, er sei mit essen fertig und man könne mit ihm reden - und dann gehst zu zu ihm und stellst fest: Nein, er isst schon wieder."

Der Wrestling Observer berichtet, dass hinter den WWE-Kulissen einige "sehr verärgert" über das Segment mit Lee gewesen sein, McMahon dürfte dazugehören.

Luke Harper rang vergeblich um Anerkennung

Den Charakter Luke Harper verkörperte Lee für WWE zwischen 2012 und 2019. Im Gespräch mit Jericho offenbarte er auch Frust darüber, dass er McMahon nie von einem vorgefertigten Bild habe abbringen können, das er von ihm gehabt habe.

McMahon habe Harper immer als stereotypen Südstaaten-Hillbilly gesehen, auf zahlreiche Vorschläge von ihm, seinen Charakter zu variieren, sei er nicht eingegangen. Unter anderem habe er die Idee gehabt, sich in Richtung einer Serienkiller-Figur zu orientieren oder in die eines seiner offensichtlichen Vorbilder, dem 1988 ermordeten Ringmythos Bruiser Brody.

Lee bestätigte auch Berichte, dass McMahon ihm immer wieder vorgehalten habe, keinen richtigen Südstaaten-Akzent imitieren zu können (Lee kommt aus Rochester, New York, also einem völlig anderen Landesteil). Der letzte Charakterdreh, den Harper und Rowan erhielten, als fantasyhafte "Bludgeon Brothers", sei McMahons eigene Idee gewesen. Ursprünglich habe dieser eine Neuauflage seines früheren Teams Demolition im Sinn gehabt.

Lee hatte WWE im April 2019 öffentlich um seine Entlassung gebeten und sie Ende des Jahres schließlich gewährt bekommen. Nun berichtete Lee, dass McMahon ihn zwischenzeitlich mit der Aussicht auf eine Gehaltserhöhung oder einen neuerlichen Push zum Verbleib habe überreden wollen. Überzeugen konnte er ihn damit nicht mehr.