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München - CM Punk absolviert seinen ersten längeren WWE-Auftritt in neuer Rolle. Er schließt ein Ring-Comeback nicht aus, Seth Rollins bekommt einen Hieb ab.

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Führt die Rückkehr als "Analyst" zu einem Comeback im Wrestling-Ring?

Es ist die große Frage, die Fans von CM Punk umtreibt, seit er vergangene Woche als Stammgast der WWE-Show Backstage vorgestellt wurde und damit eine spektakuläre Wiederannäherung an seinen Ex-Arbeitgeber vollzog.

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In seinem ersten längeren Auftritt in dieser Woche - fünf Tage vor der Großveranstaltung Survivor Series in Punks Heimatstadt Chicago - setzten Punk und WWE die Frage selbst auf die Agenda.

Die Antwort des 41-Jährigen? Kein klares Ja, aber davon, dass er die Tür zugemacht hätte, kann auch keine Rede sein. Und auch sonst ließ Punk einige bemerkenswerte Sätze fallen - unter anderem einen Seitenhieb gegen Seth Rollins.

Ring-Comeback bei WWE? CM Punk sagt: Nein, aber

Punk bestätigte, dass bis jetzt nicht WWE, sondern die Sendergruppe Fox - Heimat von Backstage und Friday Night SmackDown - sein Ansprechpartner gewesen sei. "Das ist ein striktes Ding zwischen mir und Fox", erklärte er der bei WWE angestellten Moderatorin Renee Young: "Ich habe mit niemandem bei WWE gesprochen." (CM Punk mit Comeback bei WWE - alle Hintergründe)

Was nicht sei, könne aber noch werden: Er hoffe, dass das Engagement gemeinsame Geschäfte wieder möglich mache.

Auf die explizite Nachfrage, ob es auch ein Zurück in den WWE-Ring geben könnte, antwortete Punk: "Es ist nichts, was ich aktiv verfolge oder an dem ich aktiv interessiert bin, aber ich bin 41 Jahre alt und habe genug Lebenserfahrung, um jetzt nicht 'nein' zu sagen. Aber diese Brücke muss gebaut werden und das könnte so lang dauern wie der Bau der Chinesischen Mauer, denn es gibt Hürden."

"Es sind viele Dinge kaputt"

Seiner eigentlich angekündigten Aufgabe, die Lage bei WWE zu bewerten, ging Punk auch nach. Er äußerte sich dabei auch kritisch über den Zustand der Liga fünf Jahre nach seinem geräuschvollen Abgang - die im Vergleich zu damals aber moderat und konstruktiv ausfiel.

"Es sind viele Dinge kaputt", erklärte er: "Und ich glaube, was das Produkt braucht, was die Show braucht, was die Fans brauchen, ist jemand, der sagt wie es ist - ohne die Sorge, bestraft zu werden, dass er es ausspricht."

Er könne das nun, fügte er an. "Niemand wird mich feuern. Ich werde nicht verjobbt, suspendiert, zu TV-Aufzeichnungen geschickt, wobei mir dann aber gesagt wird, dass ich nicht gebraucht werde", sagte er in Anspielung auf diverse übliche Sanktionen für missliebige WWE-Angestellte: "Das alles existiert in meiner Welt nicht mehr."

Rat an Seth Rollins: "Hör auf zu twittern"

Einen konkreten Rat gab es schon mal für den frisch entthronten Universal Champion Seth Rollins, der auf Twitter schon mit der Aufforderung "Kämpf gegen mich" auf Punks Rückkehr reagiert hatte.

Punks spielerische Antwort, die auch ein Kommentar über Rollins' generelles Twitter-Verhalten gewesen zu sein schien, mit dem der sich schon einiges an Fan-Kritik eingehandelt hat.

"Ich möchte hier meine journalistische Integrität wahren, das hier ist nicht die Show, um irgendwelche kleinen Story-Angles schießen", sagte Punk: "Aber bitte hör auf zu twittern. Manchmal ist es besser, seinen Mund zu halten und für einen Narren gehalten zu werden als den Mund aufzumachen und alle Zweifel zu beseitigen."

Punks Auftritt endete mit einer spielerischen Antwort auf US-Schauspieler und -Komiker CM Punk, der zuvor gescherzt hatte, dass er Punk verprügeln könnte. Seine Replik verknüpfte er mit einem weiteren Seitenhieb auf Rollins, als er ihn "versehentlich" mit Arnold verwechselte: "Versuche woanders, relevant zu bleiben, Seth - ich meine: Tom."

Ein standesgemäßer "Mic Drop" beschloss die Aktion.

Punk löst Twitter-Zoff zwischen WWE und AEW aus

Schon zwischen seinen beiden Auftritten hatte Punk übrigens zusätzlichen Wirbel ausgelöst: Ein Twitter-Post, in dem er Tony Khan, den Präsidenten und Geldgeber der Konkurrenzliga AEW taggte, mündete in einem großen und erbittert wirkendem Schlagabtauch zwischen Vertretern der beiden Ligen.

Der Sohn des Milliardärs Shahid Khan - womöglich noch vergrätzt über die ergebnislosen Gespräche mit Punk und die öffentliche Kritik, die dieser an seiner Liga geübt hatte - nutzte die Vorlage für einen Seitenhieb über das mysteriöse Chaos bei der Abreise der WWE-Wrestler aus Saudi-Arabien ("Niemand ist sicher? Klingt wie ein Flugzeug voller Wrestler in Saudi-Arabien").

Als Randy Orton - der bis vor kurzem immer wieder scheinbare Flirts mit AEW postete, nur um dann doch einen neuen WWE-Vertrag zu unterschrieben - sich mit einem persönlichen Angriff einschaltete, bekam der auch noch mit einem brisanten Hinweis sein Fett weg.

Khan machte seine Follower darauf aufmerksam, dass Orton kürzlich Kritik auf sich zog, indem er bei einer öffentlichen Videospiel-Session auf Twitch das rassistische Wort mit "N" in den Mund nahm, um einen Spielzug zu bejubeln.