CM Punk ist bei WWE Backstage nun als "Analyst" tätig
CM Punk ist bei WWE Backstage nun als "Analyst" tätig © WWE / FOX
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München - CM Punk kehrte 2019 völlig überraschend in neuer Rolle zu WWE zurück. Ein Ring-Comeback ist explizit nicht ausgeschlossen - aber es gibt viele Hürden.

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Führt die Rückkehr als "Analyst" zu einem Comeback im Wrestling-Ring?

Es ist die große Frage, die Fans von CM Punk umtreibt, seit er im November 2019 als Stammgast der WWE-Show Backstage vorgestellt wurde und damit eine spektakuläre Wiederannäherung an seinen Ex-Arbeitgeber vollzog.

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Die Antwort des 41-Jährigen, als er in seinem ersten längeren Auftritt bei der Sendung - die seit Juni 2020 nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch unregelmäßig ausgestrahlt werden soll - danach gefragt wurde? Kein klares Ja, aber davon, dass er die Tür zugemacht hätte, kann auch keine Rede sein. Und auch sonst ließ Punk einige bemerkenswerte Sätze fallen.

Ring-Comeback bei WWE? CM Punk sagt: Nein, aber

Punk bestätigte, dass nicht WWE, sondern die Sendergruppe Fox - Heimat von Backstage und Friday Night SmackDown - sein Ansprechpartner gewesen war. "Das ist ein striktes Ding zwischen mir und Fox", erklärte er der bei WWE angestellten Moderatorin Renee Young: "Ich habe mit niemandem bei WWE gesprochen." (CM Punk mit Comeback bei WWE - alle Hintergründe)

Was nicht sei, könne aber noch werden: Er hoffe, dass das Engagement gemeinsame Geschäfte wieder möglich mache.

Auf die explizite Nachfrage, ob es auch ein Zurück in den WWE-Ring geben könnte, antwortete Punk: "Es ist nichts, was ich aktiv verfolge oder an dem ich aktiv interessiert bin, aber ich bin 41 Jahre alt und habe genug Lebenserfahrung, um jetzt nicht 'nein' zu sagen. Aber diese Brücke muss gebaut werden und das könnte so lang dauern wie der Bau der Chinesischen Mauer, denn es gibt Hürden."

"Es sind viele Dinge kaputt"

Seiner eigentlich angekündigten Aufgabe, die Lage bei WWE zu bewerten, ging Punk auch nach. Er äußerte sich dabei auch kritisch über den Zustand der Liga fünf Jahre nach seinem geräuschvollen Abgang - die im Vergleich zu damals aber moderat und konstruktiv ausfiel.

"Es sind viele Dinge kaputt", erklärte er: "Und ich glaube, was das Produkt braucht, was die Show braucht, was die Fans brauchen, ist jemand, der sagt wie es ist - ohne die Sorge, bestraft zu werden, dass er es ausspricht."

Er könne das nun, fügte er an. "Niemand wird mich feuern. Ich werde nicht verjobbt, suspendiert, zu TV-Aufzeichnungen geschickt, wobei mir dann aber gesagt wird, dass ich nicht gebraucht werde", sagte er in Anspielung auf diverse übliche Sanktionen für missliebige WWE-Angestellte: "Das alles existiert in meiner Welt nicht mehr."

Rat an Seth Rollins: "Hör auf zu twittern"

Einen konkreten Rat gab es schon mal für Seth Rollins, der auf Twitter schon mit der Aufforderung "Kämpf gegen mich" auf Punks Rückkehr reagiert hatte.

Punks spielerische Antwort schien auch ein Kommentar über Rollins' generelles Twitter-Verhalten gewesen zu sein, mit dem der sich schon einiges an Fan-Kritik eingehandelt hat.

"Ich möchte hier meine journalistische Integrität wahren, das hier ist nicht die Show, um irgendwelche kleinen Story-Angles schießen", sagte Punk: "Aber bitte hör auf zu twittern. Manchmal ist es besser, seinen Mund zu halten und für einen Narren gehalten zu werden als den Mund aufzumachen und alle Zweifel zu beseitigen."

Die Kabbeleien zwischen Punk und Rollins - die Rollins auch mit einem Seitenhieb bei RAW fortführte - wurden zunächst für ein Indiz gehalten, dass Punks Ring-Comeback nicht fern und die erste Fehde schon in Planung sei. Bald darauf aber kam heraus, dass WWE-Boss Vince McMahon sauer wegen Rollins' Anspielungen auf Punk war, weil sie ebendiesen Eindruck erweckten und es eben keine entsprechenden Planungen gab.

Twitter-Zoff zwischen WWE und AEW

Schon vorher hatte Punk zusätzlichen Wirbel ausgelöst: Ein Twitter-Post, in dem er Tony Khan, den Präsidenten und Geldgeber der Konkurrenzliga AEW taggte, mündete in einem großen und erbittert wirkendem Schlagabtauch zwischen Vertretern der beiden Ligen.

Der Sohn des Milliardärs Shahid Khan - womöglich noch vergrätzt über die ergebnislosen Gespräche mit Punk und die öffentliche Kritik, die dieser an seiner Liga geübt hatte - nutzte die Vorlage für einen Seitenhieb über das mysteriöse Chaos bei der Abreise der WWE-Wrestler aus Saudi-Arabien ("Niemand ist sicher? Klingt wie ein Flugzeug voller Wrestler in Saudi-Arabien").

Als Randy Orton - der bis vor kurzem immer wieder scheinbare Flirts mit AEW postete, nur um dann doch einen neuen WWE-Vertrag zu unterschrieben - sich mit einem persönlichen Angriff einschaltete, bekam der auch noch mit einem brisanten Hinweis sein Fett weg.

Khan machte seine Follower darauf aufmerksam, dass Orton kürzlich Kritik auf sich zog, indem er bei einer öffentlichen Videospiel-Session auf Twitch das rassistische Wort mit "N" in den Mund nahm, um einen Spielzug zu bejubeln.

CM Punk versuchte sich auch bei der UFC

Der am 26. Oktober 1978 in Chicago geborene CM Punk (bürgerlich: Phillip Jack Brooks) stand zwischen 2005 und 2014 bei WWE unter Vertrag und entwickelte sich von einem zuvor schon großen und populären Independent-Phänomen zu einem der größten Stars des Marktführers.

Punk regierte fünfmal als WWE und World Champion, bestritt große Matches und Fehden mit John Cena, The Rock, Brock Lesnar, Jeff Hardy, Chris Jericho, Triple H, Daniel Bryan und vielen anderen, war auch Gegner des Undertaker bei WrestleMania 29.

In Erinnerung blieb vor allem auch Punks Talent zu scharfzüngigen Promo-Ansprachen,im Zentrum stand dabei oft seine reale Einstellung "straight edge", er lehnt Alkohol und jede Art von Drogen und Rauschmitteln ab. Vor allem seine "Pipe Bomb", mit der CM Punk 2011 seinen realen Frust über die Liga kanalisierte, ist legendär.

CM Punk ist seit 2014 verheiratet mit Ex-WWE-Kollegin AJ Lee
CM Punk ist seit 2014 verheiratet mit Ex-WWE-Kollegin AJ Lee © Getty Images

2014 verließ er WWE im Streit - die offizielle Kündigung bekam er am Tag seiner Hochzeit mit Frau und Ex-Kollegin AJ Lee - und beendete seine Karriere. Es folgte eine bittere Abrechnung, bei der im Zentrum stand, dass WWE durch unsachgemäße medizinische Betreuung einer gefährlichen Infektion sein Leben gefährdet hätte. Infolge eines Rechtsstreits mit einem WWE-Arzt, der im Zentrum einer bitteren Abrechnung Punks stand, brach er schließlich sogar alle Kontakte zu den früheren Kollegen ab.

Punk versuchte sich als realer Kämpfer bei UFC - verlor dort jedoch seine Kämpfe gegen Mickey Gall und Mike Jackson krachend. Danach trat er vor allem als Kommentator von MMA-Kämpfen in Erscheinung, 2019 feierte Punk zudem sein Debüt im Film als Hauptdarsteller des Independent-Horrorstreifens "Girl on the third Floor".