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München - Ein vielsagendes Statement von Matt Hardy über den Alkohol-Skandal seines Bruders Jeff hat einen bitteren, öffentlichen Familienstreit zur Folge.

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Der erneute Alkohol-Skandal um WWE-Star Jeff Hardy ist offensichtlich auch eine familiäre Belastung für eines der populärsten Brüder-Paare der Wrestling-Welt.

Nach einem vielsagenden Statement des älteren Bruders Matt Hardy über Jeffs Verhaftung wegen Trunkenheit am Steuer ist ein bitterer Familienstreit offen ausgebrochen.

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"Ich liebe meinen Bruder und möchte, dass er glücklich und gesund ist. Ich habe ihm das vermittelt, so gut ich es konnte", schrieb der 45 Jahre alte Matt Hardy Anfang des Monats auf Twitter: "Jeff muss seine eigenen Entscheidungen treffen. Ich muss mich auf meine beiden Jungs und meinen bald zur Welt kommenden dritten Sohn konzentrieren. Ich kann nur MEINE Handlungen kontrollieren."

Ehefrauen von Jeff und Matt Hardy streiten erbittert

Hardys resigniert anmutende Äußerung lässt sich als Distanzierung zu seinem 42 Jahre alten Bruder lesen, der in diesem Jahr nun schon zum zweiten Mal wegen eines Alkohol-Vorfalls verhaftet wurde - und ist offensichtlich auch so angekommen.

Jeff Hardys Ehefrau Beth hat inzwischen auf eine Weise reagiert, die noch tiefer blicken lässt: "Nehmt, wenn es um mich und Jeff geht, KEINE Information ernst, die aus der 'Familie' kommt", schrieb sie und fügte hinzu: "Familie hätte zuerst uns kontaktieren sollen, bevor sie ein Statement bei Twitter veröffentlicht."

Hierauf wiederum reagierte Matts Ehefrau Reby mit einer längeren und sehr wütenden Replik. Kernaussage: Matt sei "immer noch sein Bruder, egal wie wenig du ihn leiden kannst" und Jeff Hardys Gattin solle lieber ihrem Mann helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen und zu verhindern, dass er im benebelten Zustand "auf Straßen fährt, auf denen ich mit meinen Kindern unterwegs bin".

Reby Hardy geht so weit zu prognostizieren, dass Jeff Hardy "auf dem Weg ist, sich selbst oder jemand anderen zu töten".

Matt Hardy und Ehefrau Reby erwarten derzeit ihren dritten gemeinsamen Sohn
Matt Hardy und Ehefrau Reby erwarten derzeit ihren dritten gemeinsamen Sohn © https://www.instagram.com/matthardybrand

Hardy Boyz 2019 bei WWE wieder vereint

Der bittere Austausch legt nahe, dass einiges im Argen liegt im innerfamiliären Verhältnis der Hardys - was in erster Linie eine Privatangelegenheit ist, in zweiter Linie aber auch die Frage aufwirft, ob die Spannungen auch Auswirkungen auf das berufliche Verhältnis der beiden haben.

Die Hardys sind seit ihren Teenager-Jahren gemeinsam im Wrestling aktiv und entwickelten sich bei WWE zum vielleicht populärsten Duo aller Zeiten - Jeff stieg sogar bis zum WWE-Champion auf. Erwähnenswert auch ihre zwischenzeitlichen Rivalitäten, man denke vor allem an die Kult-Inszenierung "The Final Deletion" 2016 bei der Liga TNA (heute: Impact), die ein Karriere-Revival für beide bedeutete.

2017 kehrten die Hardyz gemeinsam zu WWE zurück, erst in diesem Jahr gab es - nachdem Matt seine Karriere zwischenzeitlich schon beendet zu haben schien - eine erneute Wiedervereinigung. Jeff Hardys schwere Knieverletzung stoppte diese dann.

"Wrestling ist jetzt nicht wichtig"

Beendet ein privater Streit nun die erfolgreiche Verbindung? Kaum vorstellbar eigentlich nach all den Jahren, in denen beide Brüder ihre persönlichen Tiefpunkte durchgemacht haben.

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Nicht nur Jeff Hardy hat schon oft Negativ-Schlagzeilen geschrieben, auch der ältere Bruder hat Verfehlungen auf dem Kerbholz, unter anderem auch eine Alkoholfahrt, die 2011 seine Entlassung bei der Liga TNA (Impact Wrestling) zur Folge hatte. Im selben Jahr flog Matt Hardy aus einer gerichtlich angeordneten, von WWE bezahlten Alkohol-Therapie, weil er bei einem Rückfall erwischt wurde.

Auf diese Vorgeschichte spielt auch Gattin Reby - seit 2013 mit Matt verheiratet und bald Mutter von drei gemeinsamen Söhnen - an: "Matt war absolut am Boden und ich habe gesehen, wie schlimm es werden kann", hält sie fest.

Matt Hardy selbst ergänzte noch: "Ich war seit Tag 1 an Jeffs Seite, wir sind seit 28 Jahren beruflich verbunden, mit unseren Handlungen beeinflussen wir uns gegenseitig. Ich brauche keine Erlaubnis, mich über MEINEN Bruder, MEINE Angelegenheit zu äußern. Wrestling ist jetzt nicht wichtig, es geht um die Gesundheit meines Bruders."