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München - WWE hat bei NXT viele Talente geformt, aber nicht alle zündeten bei RAW und SmackDown. SPORT1 zeigt Tops und Flops und erklärt das große Problem dahinter.

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Die nächste Stufe eines WWE-Erfolgsmodells ist seit vergangener Woche gezündet.

Die weltgrößte Wrestling-Liga hat den NXT-Kader ins US-Fernsehen befördert, er zieht dort ab kommenden Mittwoch in den "Wednesday Night War" mit der neuen Konkurrenzliga AEW.

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Das dritte Roster wurde 2012 als Plattform entwickelt, um die kommenden Stars von RAW und SmackDown an die große WWE-Bühne heranzuführen. Zwar hat NXT viele Fans so überzeugt, dass es ein Eigenleben entwickelt hat, dennoch ist das Schleifen der Rohdiamanten weiterhin ihr zentraler Daseinszweck

Bei welchen Verheißungen ist das gelungen? Wer wurde zum Star? Wer konnte überraschen und wer kann mit seiner Rolle nicht zufrieden sein? SPORT1 gibt einen Überblick über Erfolgsgeschichten, Enttäuschungen und Hoffnungen - und erklärt das Dilemma, das den Talenten von morgen die Karriere gerade erschwert.

Die Stars

Seth Rollins, der erste NXT Champion, ist mittlerweile eines der wichtigsten Aushängeschilder der Promotion. Nach seiner Zeit als Teil von The Shield und einem erfolgreichen Run als böser "Heel" ist er nun der absolute Fanliebling bei RAW.

Seth Rollins war der erste Champion von NXT
Seth Rollins war der erste Champion von NXT © WWE

Sein Weggefährte Roman Reigns wurde nach seiner kurzen NXT-Zeit von WWE in den Main Event gepusht, hat alles gewonnen und ist - trotz des langen Fan-Widerstands - in die Rolle als Gesicht der Promotion hineingewachsen. Spätestens durch die Art und Weise, wie er mit seiner Leukämie-Erkrankung im vergangenen Jahr umgegangen ist, hat er den Respekt der Fan-Mehrheit gewonnen.

Bei den Frauen stechen die 10-malige Titelträgerin Charlotte Flair und "The Man" Becky Lynch heraus. Während Charlotte seit ihrer Main Roster Ankunft ein permanenter Teil des Frauen-Main-Events ist, musste Becky lange um ihren Rang kämpfen und feierte erst letztes Jahr den Durchbruch an die absolute Spitze - das aber mit einem Paukenschlag im ersten Frauen-Hauptkampf von WrestleMania.

Die Überraschungen

Als WWE im Jahr 2010 die früheren TNA-Ergänzungskraft Consequences Creed verpflichtete und der dann als Xavier Woods zu NXT kam, hatte wohl kaum jemand an eine erfolgreiche Zeit im Hauptkader gedacht. Die Gründung von The New Day mit Kofi Kingston Big E verhalf Xavier zu einer unerwartet erfolgreichen Zeit in der WWE - ebenso wie Big E, einst auch NXT-Champion.

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Eine unerwartete Erfolgsgeschichte war auch Alexa Bliss. Ihr Call-Up erschien verfrüht, war sie doch bisher in nur wenigen TV-Matches aufgetreten und primär als Valet aktiv. Das in sie gesetzte Vertrauen zahlte sie allerdings durch starke Leistungen zurück. So wurde sie die erste Frau, die den RAW- und SmackDown-Titel erobern konnte.

Die Etablierten

Eine ganze Reihe von etablierten Kräften kamen nach einer sehr erfolgreichen NXT-Zeit ins Main Roster. Stars wie Finn Balor, Samoa Joe, Bayley, Baron Corbin, Sami Zayn oder Kevin Owens können mittlerweile problemlos und glaubwürdig in Titelfehden involviert werden. Sie alle sind zwar ein paar Schritte vom Rang des Topstars entfernt, dass dies aber schnell gehen kann, auch wenn es jahrelang nicht gelingen mochte, hat Becky Lynch bewiesen. Auch für Sasha Banks scheint es nach ihrer Frust-Pause nach WrestleMania wieder aufwärts zu gehen.

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Die Enttäuschten

Rusev, Shinsuke Nakamura, Asuka und Robert Roode kamen mit dem Rückenwind eines starken NXT-Runs ins Main Roster und wurden dort zu Beginn auch mehr oder weniger stark gepusht. Danach aber folgte für alle eine Dürrezeit, die teils bis heute anhält (wobei Nakamura und Roode zuletzt zumindest in der Midcard wieder Auftrieb bekommen haben).

NXT-Pfeiler Neville war am Ende sogar so gefrustet, dass er sein Aus provozierte und mittlerweile bei AEW gelandet ist. Diesen Schritt würden - auch wenn sie es auf SPORT1-Nachfrage in diesem Frühjahr gekonnt umtänzelten - wohl gerne auch The Revival gehen. Bei NXT die Stars der Tag-Team-Division, mittlerweile, trotz diverser Titelgewinne, klar in eine Nebenrolle gedrängt.

Die Fallengelassenen

Bo Dallas hielt einst den NXT-Titel für circa neun Monate und The Ascension die NXT Tag Team Titles gar für 12. Nachdem die Gimmicks im Main Roster nicht funktionierten, verkamen sie zu Comedy-Charakteren ohne viel TV-Präsenz.

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Apollo Crews verließ NXT bereits nach neun Monaten und wartet seitdem darauf ein relevanter Bestandteil des Hauptkaders zu werden. EC3 hatte sich nach der ersten Kündigung von WWE einen Namen bei Impact gemacht. Sein Comeback verlief bisher komplett erfolglos und man fragt sich, warum er überhaupt von NXT abgezogen wurde.

Fazit

Durch einen überfüllten Kader ist es für die NXT-Talente schwierig, im Hauptkader Fuß zu fassen. Auch die neuesten Ankömmlinge Ricochet, Aleister Black und die Viking Raiders taten sich in diesem Jahr mehr oder weniger schwer, ihren Platz zu finden.

Der aufgeblähte Kader ist eine Folge der WWE-Politik, jedes Talent, das es in die Finger bekommen kann zu verpflichten und für die Konkurrenz vom Markt zu nehmen - um zu verhindern, das sich außerhalb der WWE-Welt Phänomene wie Kenny Omega und die Young Bucks entwickeln, die WWE nun bei AEW Kopfzerbrechen bereiten.

Aus Sicht von WWE einerseits nachzuvollziehen, andererseits hat die Strategie ihren Preis: Wenn WWE es nicht schafft, ihren Talenten den Entfaltungsraum zu geben, den sie verdient haben, schürt die Promotion bei diesen Frustration - und droht sie deswegen letztlich dann doch bei nächster Gelegenheit an die Mitbewerber zu verlieren.

Ob WWE auch die derzeitigen NXT-Stars wie Adam Cole, Matt Riddle oder Velveteen Dream zu Topstars wie Seth Rollins oder Roman Reigns formen kann oder sich dabei selbst im Weg steht, muss die Zeit zeigen.