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München - Mit einem kreativ inszenierten Debütmatch begeistert The Fiend alias Bray Wyatt beim WWE SummerSlam 2019 - mehr noch als Brock Lesnar und Seth Rollins.

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Das lang erwartete Ringdebüt des heißesten WWE-Charakters seit langem ist über die Bühne begangen - und hat die Fans nicht enttäuscht.

Mit einem ebenso unheimlichen wie spektakulären und kreativen Auftritt seines neuen Alter Egos "The Fiend" hat Bray Wyatt beim WWE SummerSlam 2019 das Publikum begeistert.

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Letztlich stahl er auch dem Hauptkampf zwischen Brock Lesnar und Seth Rollins die Show - wenngleich die beiden von der reinen Ringleistung her das klar beste Match des Abends lieferten.

Der maskierte Fiend - wie Wyatt auch angekündigt wurde - trat im zweitletzten Kampf des Abends gegen Finn Balor an, den er bei seinem ersten Ringauftritt vor einem Monat attackiert hatte.

The Fiend (Bray Wyatt) mit neuem Einzug und Theme

Erst jetzt aber wurde Wyatts Charakterwandel richtig zelebriert, mit einem Video, das die Entwicklung des Fiend in den "Firefly-Funhouse" zusammenfasste - und einem neuen, noch düsteren Einmarsch.

Der Fiend kam mit einer neuen Laterne (Wyatts altes Markeszeichen) zum Ring, die wie ein abgetrennter Kopf von Wyatts altem Charakter modelliert war, auch sein Theme "Live in Fear" wurde neu eingesungen.

Gegner Balor (nicht mit seinem eigenen Alter Ego "The Demon" angetreten) stand die Furcht ins Gesicht geschrieben, er wurde dann auch innerhalb weniger Minuten abgefertigt. Balor konterte zwar den Ansatz zu Wyatts altem Finisher Sister Abigail aus, geriet dann aber in die neue Spezialaktion - die Mandible Claw, die Wyatt mit einer Attacke auf Mick Foley eingeführt hatte, der den Griff in der Attitude Era populär gemacht hatte.

Die Fans in Toronto reagierten begeistert auf den Fiend, riefen seine neuen Standardsätze "Yowie Wowie" und "Let him in" schon als Schlachtrufe. Nach dem Sieg des Fiends riefen sie: "That was awesome!"

SPORT1 fasst die weiteren Highlights des SummerSlam zusammen:

- Schon in der Kickoff-Show gab es die erste umjubelte Überraschung: Die kanadische WWE-Legende Edge unterbrach ein "Konzert" von Elias und verpasste dem Drifter unter dem Jubel der Fans den Spear.

Zudem wurde dort auch die Story um die Attentate auf Roman Reigns fortgeführt: Der von Buddy Murphy beschuldigte Rowan attackierte den "Verräter" bei einem Match gegen Apollo Crews, während Rowans Partner Daniel Bryan am TV-Bildschirm zuschaute.

In den weiteren Matches verteidigte Drew Gulak seinen Cruiserweight Title gegen Oney Lorcan, Alexa Bliss und Nikki Cross ihre Women's Tag Team Titles gegen die IIconics.

- Im ersten Match der Hauptshow trafen RAW-Damenchampion und WrestleMania-Hauptkampfsiegerin Becky Lynch und Natalya in einem Submission-Match aufeinander, das nur durch Aufgabe entschieden werden konnte. Die irische Titelträgerin und die Tochter des verstorbenen Jim "The Anvil" Neidhart tauschten ihre entsprechenden Griffe aus - wobei sie gegen Ende auch die Spezialaktionen der jeweils anderen klauten. Letztlich befreite sich Lynch aus dem Sharpshooter der Kanadierin und siegte mit dem Disarm-Her.

Auch SmackDown-Damenchampion behielt später ihren Titel gegen Herausforderin Ember Moon. Obwohl diese einige ihrer athletischen Aktionen anbrachte, triumphierte Bayley mit dem Bayley-to-Belly.

- Bill Goldberg feierte nach dem Fiasko gegen Undertaker in Saudi-Arabien eine erfolgreiche Rehabilitierung und besiegte unter dem Jubel der Fans Dolph Ziggler (Bill Goldberg vs. Dolph Ziggler beim WWE SummerSlam 2019 - zum kompletten Kampfbericht).

- Der aufstrebende Ricochet schaffte es nicht, Veteran AJ Styles den United States Title wieder abzunehmen. Nach diversen Eingriffen von Styles Kampfgefährten Karl Anderson und Luke Gallows ("The O.C.") konnte Styles Ricochet am Ende bei einer Flugaktion aus der Luft abfangen und mit dem Styles Clash niederringen.

- Kevin Owens, von WWE zuletzt als "Stone Cold" Steve Austin der neuen Generation inszeniert, traf beim SummerSlam nach wochenlanger Fehde nun auf Shane McMahon, den Sohn von WWE-Boss Vince McMahon (Austins altem Erzfeind). Ganz ähnlich wie in vergleichbaren Duellen in der Attitude Era bestimmten Chaos und Eingriffe das Duell - McMahon hatte kurzfristig seinen Schergen Elias als "Special Enforcer" des Matches installiert. Trotz allem behielt Owens - der laut Story in dem Kampf seinen Job aufs Spiel setzte - die Oberhand und siegte am Ende auch dank eines vom angenknockten Ringrichter nicht gesehenen Tiefschlags.

- In einem weiteren Nostalgie-Comeback traf Hall of Famerin Trish Stratus in einem Duell der Generationen auf Charlotte Flair. Stratus, inzwischen 43 und zweimalige Mutter, brachte die Tochter des "Nature Boy" Ric Flair mehrfach dicht an den Rand der Niederlage, mit ihren alten Finishern Stratusfaction und dem Chick Kick und auch, indem sie Flairs eigene Aktion, den Figure Eight, gegen sie wandte. Letztlich aber behielt Flair die Oberhand, als sie selbst ihren Aufgabegriff durchzog. Stratus verbeugte sich nach dem Match vor den applaudierenden Fans.

- Das WWE-Titelduell zwischen Champion Kofi Kingston und Randy Orton - deren realer Konflikt von neuneinhalb Jahren vorher ausführlich thematisiert wurde - endete ohne klares Ergebnis: Als Orton außerhalb des Rings Kingstons im Publikum sitzende Familie provozierte, rastete Kingston aus und prügelte wild auf die "Viper" ein. Beide wurden ausgezählt, Kingston ging dann noch mit einem Kendostab auf Orton los.

- Zum Abschluss gab es die Neuauflage des WrestleMania-Matches zwischen Universal Champion Brock Lesnar und Seth Rollins, den das "Beast Incarnate" bei Extreme Rules wieder entthront hatte. Rollins, der vor dem Kampf einen kurzen Pep-Talk der Legende Bret "The Hitman" Hart bekam (die ihn vor einigen Jahren noch wiederholt hart kritisiert hatte), gab den kämpferischen Underdog, der immer wieder Nadelstiche gegen den dominanten Lesnar setzte - aber auch immer wieder das Echo spürte.

Das Finale wurde mit einem spektakulären High-Risk-Manöver von Rollins eingeläutet, er stieg vom obersten Seil auf den Ringpfosten und sprang auf den auf einem Kommentatorentisch platzierten Lesnar.

Wieder im Ring verpasste Rollins Lesnar zum zweiten Mal den Stomp, aus dem Lesnar sich aber zum zweiten Mal befreien konnte. Den dritten Versuch konterte Lesnar mit dem Ansatz zum F-5 - den Rollins aber seinerseits konterte und Lesnar mit dem dritten Stomp festnageln konnte. Rollins ist wieder Champion, diesmal auch ganz eindeutig. Mit einem emotional jubelnden Rollins und einem Feuerwerk ging der SummerSlam vom Sender.

Die Ergebnisse des WWE SummerSlam 2019:

WWE RAW Women's Title Submission Match: Becky Lynch (c) besiegt Natalya
Bill Goldberg besiegt Dolph Ziggler
WWE United States Title Match: AJ Styles (c) besiegt Ricochet
WWE SmackDown Women's Title Match: Bayley (c) besiegt Ember Moon
Kevin Owens besiegt Shane McMahon
Charlotte Flair besiegt Trish Stratus
WWE Title Match: Kofi Kingston (c) vs. Randy Orton - Double Count Out
The Fiend (Bray Wyatt) besiegt Finn Balor
WWE Universal Title Match: Seth Rollins besiegt Brock Lesnar (c) - TITELWECHSEL!