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München - Nach über 35 Jahren im Wrestling-Ring ist die Abschiedstour von Jushin Thunder Liger vorbei. Der 55-Jährige hinterlässt ein reichhaltiges Vermächtnis.

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Ende einer Ära im japanischen Wrestling: Nach 35 Jahren im Ring hat die lebende Legende Jushin Thunder Liger ihre Karriere beendet.

Der 55 Jahre alte Liger - eigentlich: Keiichi Yamada - war viele Jahre lang einer der besten Showkämpfer und einprägsamsten Figuren der japanischen Liga NJPW, vor allem als Säule der stilbildenden Junior-Heavyweight-Division.

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Den krönenden und umjubelten Abschluss einer großen Laufbahn bildeten an diesem Wochenende seine finalen Auftritte bei Wrestle Kingdom 14, dem traditionelle Jahreshöhepunkt von NJPW im Tokyo Dome.

An Tag 1 bot er den über 40.000 Zuschauern ein großes Nostalgie-Match an der Seite seiner ebenso legendären Weggefährten Great Sasuke, Tiger Mask und Tatsumi Funjinami - der Sieg ging an die Gegner Ryusuke Taguchi, Tatsuhiko Takaiwa, Naoki Sano und Shinjiro Otani. An Tag 2 tat Liger sich mit Sano gegen Ryu Lee und Hiromu Takahashi zusammen, seinen Erben als Junior Heavyweight Champion. Liger, der die Division wie kaum ein anderer geprägt hatte, erwies Takahashi einen letzten Dienst, indem er sich zum Abschluss von ihm pinnen ließ. Am Tag nach dem Dome-Wochenende, bei der Veranstaltung New Year's Dash beendete eine emotionale Abschiedszeremonie die Liger-Festspiele.

Jushin Liger war eigentlich eine Anime-Serie

Yamada, der sein Debüt 1984 gefeiert hatte, übernahm 1989 den Superhelden-Charakter Jushin Liger, der auf einer gleichnamigen Manga-Serie basierte. Das westliche Publikum machte er in den Neunzigern unter anderem mit starken Matchserien gegen Chris Benoit (in seiner Rolle als Pegasus Kid) und Eddie Guerrero (Black Tiger) auf sich aufmerksam. Er gab auch diverse Gastspiele in zahlreichen amerikanischen und europäischen Ligen - unter anderem auch bei WCW (World Championship Wrestling), Impact und ROH. 2015 trat er bei einem NXT-TakeOver-Match gegen Tyler Breeze auch für WWE an.

Liger überlebte im Jahr 1996 einen Gehirntumor, der seine Ringkarriere kaum mehr als einen Monat unterbrach - in den Jahren darauf aber Grund dafür war, dass er sich einen weniger riskanten und mehr technisch orientierten Stil aneignete.

Zu Ligers Vermächtnis zählt die Erfindung diverser heute weit verbreiteter Aktionen, darunter die Ligerbomb (Running Power Bomb), das Surfboard und die Shooting Star Press.

Ein besonderes Highlight waren auch seine seltenen, aber dann immer besonders denwkwürdigen Auftritte mit seinem dämonischen Alter Ego Kishin Liger, den er 2019 auch noch einmal aufleben ließ.