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München - WCW-Legende Sting stand erst mit Mitte 50 erstmals im WWE-Ring. Wenig später endete seine Karriere gegen Seth Rollins mit einer schweren Verletzung.

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Wrestling-Legende Sting stand bis ins hohe Alter im Ring, das rächte sich beinahe bitter.

Der langjährige Star der WWE-Konkurrenzliga WCW (World Championship Wrestling) musste seine Karriere 2016 wegen einer schweren Verletzung beenden. Eine Verletzung, die auch noch schlimmere Folgen hätte haben können.

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Bei seinem Match gegen Seth Rollins bei der WWE-Show Night of Champions im Herbst 2015 kassierte Sting - der mit bürgerlichem Namen Steve Borden heißt - eine Standardaktion von Rollins, eine Variation der Powerbomb, bei der Gegner mit dem Rücken in der Ringecke landet.

Es lief nicht wie geplant: Das Match musste vorzeitig beendet werden, der damals 56 Jahre alte Altstar ins Krankenhaus.

Sting: "Konnte meine Beine nicht fühlen"

"Ich hatte ein Kribbeln und Taubheit in beiden Armen bis zu meinen Fingerspitzen", berichtete Sting später auf der offiziellen WWE-Homepage: "Später im Match habe ich mich einfach komisch gefühlt, es ging weiter runter in meine beiden Arme und meine Beine, ich konnte meine Beine nicht richtig fühlen. Ich musste für einen Moment auf alle vier runter. Ich habe mir Sorgen gemacht."

Sting musste nach dem Match, das er gegen Rollins verloren hatte, im Krankenhaus behandelt werden. "Sie haben mir eine Halskrause angelegt und mich mit Medikamenten vollgepumpt, damit die Schmerzen aufhören", sagte er.

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Über das genaue Ausmaß der Verletzungen war der einstige WCW-Star lange selbst nicht im Bilde: "Sie sagten etwas von zervikaler Spinaltenose, aber das ist nur ein Teil dessen, was ich gehört habe. Der Arzt sagte meiner Frau: 'Er muss das behandeln lassen. Er hat Glück, dass er da heil herausgelaufen ist.'"

Später bestätigte Sting die Diagnose und betonte mehrfach, dass er noch Glück im Unglück hatte, dass keine Lähmung oder Schlimmeres eintrat.

Große Fehden bei WCW mit Ric Flair und Hulk Hogan

Borden, geboren am 20. März 1959 in Omaha, Nebraska, hatte sein Wrestling-Debüt 1985 unter dem Namen "Flash" gefeiert und sich erste Sporen im Team "The Blade Runners" verdient. Sein mit ihm entdeckter Partner Jim "Rock" Hellwig sollte später als Ultimate Warrior bei der damaligen WWF ebenfalls zu großem Ruhm kommen.

Ursprünglich hatte Sting Bodybuilder werden wollen, stattdessen bauten ihn die Jim Crockett Promotions und die Nachfolger-Liga WCW zum Wrestling-Topstar auf. Eine große Fehde mit dem legendären "Nature Boy" Ric Flair und dessen "Four Horsemen" machte ihn zum Aushängeschild der Liga, auch mit Big Van Vader, "Ravishing" Rick Rude und Japan-Ikone The Great Muta gab es große Matches und Rivalitäten, mit Lex Luger eine berühmte Partnerschaft.

Ein neues Hoch erlebte Sting in den Neunzigern, als er mit einem an den Film "The Crow" angelehnten Charakter als dunkler, aber guter Rächer neu erfunden wurde und als großer Gegenpol zum späten "Hollywood" Hulk Hogan und dessen New World Order (nWo) inszeniert wurde.

Nach dem Untergang von WCW 2001 wechselte "The Icon" anders als viele Kollegen nicht zu WWE, sondern veredelte stattdessen das kleine Konkurrenzprodukt TNA (Impact Wrestling), wo er half, größere Aufmerksamkeit auf AJ Styles, Samoa Joe und Co. zu lenken.

Spätes Debüt bei WWE 2014

Der sechsmalige WCW-Champion feierte erst bei den Survivor Series 2014 ein spätes WWE-Debüt, das mit einer großen, bei WrestleMania 31 beschlossenen Fehde gegen Triple H eingeleitet wurde (mit Gastauftritten der alten Weggefährten Hogan, Kevin Nash und Scott Hall an Stings Seite).

Der Kampf gegen Rollins war erst Stings viertes WWE-Match und sollte sein letztes bleiben: Wenige Monate nach dem Unfall wurde er in die WWE Hall of Fame aufgenommen und verkündete bei der Ansprache sein Karriere-Ende.

Später allerdings kam Sting doch nochmal ins Grübeln, teilte im August 2016 mit, dass er eine Operation seiner Verletzung abgelehnt hätte und noch auf ein letztes Match hoffen würde, ein Traumduell gegen den ebenso legendären Undertaker. Ob das ernst gemeint war oder ein Marketing-Gag, ist ungewiss.

Seinem Gegner im Schicksalsmatch machte Sting übrigens keinen Vorwurf: Dem damaligen WWE-Champion Rollins, der mit ihm ins Krankenhaus fuhr, hat Sting nach eigenen Angaben mitgeteilt: "Mach dir keine Sorgen, es ist nicht dein Fehler." Rollins sei der beste Wrestlerkollege, "mit dem ich je gearbeitet habe".