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München - Landet der neue WWE-Rivale einen Sensations-Coup? Der Undertaker wird bei der Premierenshow in der Stadt sein und bei Starrcast auf die AEW-Stars treffen.

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Vor kurzem entfernte er die Worte "WWE-Superstar" aus seinen Social-Media-Profilen und löste Spekulationen über sein Karriere-Ende aus, nun vollzieht der legendäre Undertaker den nächsten Aufsehen erregenden Schritt.

Am späten Donnerstagabend ist bekannt geworden, dass der 53-Jährige bei Starrcast auftreten wird, einer Fan-Convention mit guten Beziehungen zur neuen WWE-Konkurrenzliga AEW. Dies bestätigte Starrcast-Chef Conrad Thompson Sports Illustrated.

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Starrcast findet vom 23. bis zum 26. Mai am verlängerten Memorial-Day-Wochenende in Las Vegas statt. In derselben Stadt steigt am 25. Mai die schnell ausverkaufte, erste AEW-Show "Double or Nothing". Genau für diesen Tag ist der Undertaker gebucht. Für die WWE-Megashow WrestleMania 35 am 7. April und die darum gruppierten Fan-Events ist dagegen Stand jetzt kein Erscheinen des Undertakers angekündigt.

Zwar betont Thompson, dass Starrcast unabhängig von AEW ist und sich an alle Wrestling-Fans richtet, es gibt jedoch viele Querverbindungen. Und allein die räumliche Nähe wird dafür sorgen, dass der "Deadman" noch mehr Aufmerksamkeit auf die AEW-Premiere lenken wird - und Spekulationen, ob er auch bei Double or Nothing auftreten wird, sind Tür und Tor geöffnet.

Starrcast und AEW stehen sich nahe

Die erste Auflage von Starrcast fand im vergangenen Spätsommer in Chicago statt und ergänzte die Show "All In" der AEW-Mitbegründer Cody Rhodes und den Young Bucks, die den Grundstein für ihre neue Promotion legte. Thompson, in den USA ein bekannter Wrestling-Podcaster, agiert formell unabhängig von Rhodes und Co., aber in beiderseitigem Nutzen.

Die AEW-Stars treten bei Starrcast auf und auch darüber hinaus gibt es eine sichtbare ideelle Nähe: Der Name "Starrcast" lehnt sich an Starrcade an, die von Codys Vater Dusty mitkreierte Großveranstaltung der einstigen WWE-Konkurrenzliga WCW (heute eine von WWE veranstaltete Nostalgieshow in kleinerem Rahmen). Starrcast vermarktet sich auch, ebenso wie All In und AEW, mit Poker-Symbolik.

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Für das diesjährige Starrcast sind neben den AEW-Stars wie Cody, Chris Jericho und Kenny Omega bereits zahlreiche Ringlegenden und bekannte Namen im Boot, darunter Ric Flair, Bret Hart, Sting, Kevin Nash, Scott Hall, Rob Van Dam und viele andere. Auch die WWE-Kommentatoren Jerry Lawler und Jonathan Coachman sind angekündigt, für aktive WWE-Wrestler ist Starrcast aber tabu.

Dass der Undertaker dort auftreten darf, lässt also darauf schließen, dass er keinen WWE-Vertrag mehr hat, der ihn zu weiteren Ringauftritten verpflichtet - 2018 hatte er noch eine Reihe von Matches bestritten.

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Ein Auftritt bei Starrcast geht übrigens nicht zwingend mit einem Auftritt bei AEW einher: Beim ersten Starrcast in seiner Heimatstadt Chicago war der frühere WWE-Topstar CM Punk dabei, bei All In aber nicht - Punk blieb seinem immer wieder bekräftigten Statement treu, dass er für ein Ring-Comeback nicht zur Verfügung stehe.

Undertaker hält sich alles offen

Kurz bevor die Meldung seines Starrcast-Auftritts offiziell wurde, postete der Undertaker via Twitter ein Foto von sich und seiner Ehefrau Michelle McCool vor einem Privatflugzeug und deutete an, dass er wohl "eine wichtige Person getroffen" hätte.

War damit Thompson gemeint, ein Mitglied der AEW-Führung um Milliardärs-Sohn Tony Khan? Oder doch WWE-Boss Vince McMahon, zwecks paralleler Verabredung eines WrestleMania-Auftritts oder des Einzugs in die WWE Hall of Fame, die in diesem Jahr ungewohnterweise noch keinen Headliner hat? Das ist weiterhin offen.

Ähnlich wie im Fall des von AEW offensiv umworbenen Batista wäre eine Verpflichtung des Undertakers durch die neue Liga aus offensichtlichen Gründen keine Langzeitinvestition, aber ein gewaltiger kurzfristiger PR-Coup.

WWE-Megashow WrestleMania vor historischem Einschnitt?

Fest steht: Der Undertaker hat sich von WWE emanzipiert und vermarktet sich nun verstärkt selbst. Ende April, Anfang Mai absolviert er vier Auftritte bei Fan-Conventions in England, ähnliche Auftritte in den USA sind angekündigt.

Dass er sich mit seinem großen Namen genau jetzt zum Free Agent macht, wo ein finanziell schlagkräftiger WWE-Konkurrent entsteht, und allgemein Goldgräber-Stimmung in der Branche herrscht, verdeutlicht, dass die Wrestling-Ikone (bürgerlich: Mark Callaway) auch ein smarter Geschäftsmann ist. Dem Wrestling Observer zufolge verlangt der Taker einen Stundenlohn von 25.000 Dollar für sein Erscheinen. Die Fans in England müssen 151 Pfund (172 Euro) für ein Erinnerungsfoto mit ihm auf den Tisch legen.

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Sollte der Undertaker in diesem Jahr nicht bei WrestleMania dabei sein - der Veranstaltung, die er mit seiner 21 Matches langen Siegesserie entscheidend prägte - wäre es das erste Mal seit dem Jahr 2000, als er die Show verletzungsbedingt verpasste.

Wichtig zu wissen in dem Zusammenhang: Die Rechte am Undertaker-Charakter liegen bei WWE. Sollte er sich tatsächlich komplett von seinem langjährigen Arbeitgeber lösen, stünde er also vor Komplikationen.