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Batista kehrte bei RAW mit einer Schock-Attacke auf Legende Ric Flair zu WWE zurück. Sein WrestleMania-Plan steht - er hat ihn selbst schon lange verraten.

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Es war eine äußerst effektvolle Überraschung, die WWE diese Woche bei Monday Night RAW gelungen ist.

Die unangekündigte Rückkehr von Topstar Batista, seine Attacke auf den alten Weggefährten Ric Flair an dessen 70. Geburtstag, sorgte für jede Menge Gesprächsstoff. Bei YouTube wurde sie sogar häufiger angeklickt als die Videos mit den Comeback-Auftritten von Roman Reigns nach dessen erfolgreich angelaufener Krebs-Therapie.

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Wie der Pro Wrestling Insider berichtet, wird der mit 50 Jahren immer noch topfitte Altstar Batista auch kommende Woche bei RAW sein, um die Story voranzutreiben. Ihr offensichtliches Ziel: ein Match bei WrestleMania 35 am 7. April gegen den ein Jahr jüngeren Triple H, seinen alten Rivalen. Das Match, das schon bei Batistas Auftritt beim Jubiläums-SmackDown im vergangenen Herbst zart angedeutet wurde.

Für den erfolgreich nach Hollywood abgewanderten Dave Bautista - wie das "Animal" eigentlich heißt -, schließt sich damit ein Kreis. Ganz so, wie er es sich schon vor Jahren ausgemalt hat.

Batista skizzierte seinen Plan schon 2017

Schon 2017 skizzierte Batista in einem Podcast-Interview mit seinem früheren WWE-Kollegen Chris Jericho sein Wunsch-Szenario.

Eine abschließende Fehde mit Triple H wolle er noch führen und damit seine Karriere abrunden. Es sei "die einzige Sache, an der ich interessiert bin". WWE hätte ihn aber so oft vertröstet, dass er mittlerweile "genug davon zu fragen" hätte. Nun erfüllt ihm die Promotion seinen Wunsch.

Der Wrestling Observer berichtete schon seit Monaten von entsprechenden Planungen. In Gefahr brachte sie zum einen ein Brustmuskelriss von Triple H, aber auch Abwerbeversuche des neuen Rivalen AEW. Ebenjener Jericho, bei dem Batista sich vor zwei Jahren beklagt hatte, versuchte Batista für seinen neuen Arbeitgeber zu gewinnen - vergeblich.

Fehde gegen Triple H machte ihn zum Topstar

Batista, Triple H und Flair waren zwischen 2003 und 2005 zusammen mit Randy Orton Teil der Gruppierung Evolution, in der die Veteranen Flair und Triple H dem jungen Orton und Batista zum Durchbruch verhelfen sollten.

Entgegen der Erwartung vieler klappte das bei Batista besser als bei Orton: Nachdem Ortons Aufstieg zum Champion 2004, sein Rauswurf aus Evolution und eine anschließende Fehde mit Triple H floppte, entpuppte sich stattdessen Batista als richtiger Mann zur richtigen Zeit.

Zarte Andeutungen, dass er sich gegen Triple H wenden könnte, wurden von den Fans begeistert aufgenommen - und mündeten dann in einer clever durchgezogenen Abnabelung: Batista gewann den Royal Rumble 2005, nahm seinen Mentor ins Visier und entthronte ihn bei WrestleMania 21 als World Champion.

Vor allem der Moment, in dem Batista sich gegen Triple H wandte, ist unvergessen: Scheinbar erfolgreich manipuliert, von RAW zu SmackDown zu wechseln und dessen Champion JBL statt Triple H herauszufordern, senkte Batista über ihm den Daumen und ließ ihn durch einen Tisch krachen. Das Segment machte später als vielfach aufgegriffenes Internet-Meme eine Zweitkarriere.

Als Spätstarter zu WWE

Für den griechisch-philippinisch-stämmigen Batista, aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen im Großraum Washington, war die Fehde gegen Triple H der endgültige Durchbruch.

Der frühere Rettungsschwimmer und Türsteher - nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung in diesem Job einst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt - war ein Spätberufener, der seine Karriere erst mit 30 Jahren begann. Er kämpfte bei der früheren Konkurrenzliga WCW vor und wurde als untalentiert abgelehnt. WWE gab ihm eine Chance und er entwickelte sich erfolgreich.

Batista hielt zwischen 2005 und 2010 viermal den World und zweimal den WWE Title, war der zweitgrößte Star hinter John Cena, bestritt auch eine vielgelobte Fehde mit dem Undertaker. 2010 verließ er die Liga und ist mittlerweile ein erfolgreicher Schauspieler in Hollywood (Guardians of the Galaxy, Spectre, Blade Runner 2049).

Bösewicht - und Spaß dabei

Manch ein Fan ist irritiert, dass Batista sein letztes großes Programm bei WWE als Heel, also als Bösewicht bestreitet. Das ist aber keine Entscheidung, die ihm aufgezwungen wurde, im Gegenteil.

Batista selbst hatte sich 2016 in einem Interview beklagt, dass Ligachef Vince McMahon ihn bei seinem ersten Comeback 2014 als Liebling besetzte: "Ich habe ihm gesagt: 'Das wird nicht funktionieren, ich bin ein Böser. Die Fans wollen mich als Böser.'"

Generell sei er damals im ständigen Clinch mit den WWE-Oberen über die Ausrichtung seines Charakters gewesen: "Ich stand jeden Tag vor Vinces Büro und wollte mit ihm reden. Er wollte mich den Fans reinwürgen, als Babyface, und es wurde schlimmer und schlimmer."

Tatsächlich wandten sich die Fans gegen Batista, es war die Zeit, in der sie den Aufstieg von Daniel Bryan zum Underdog-Champion sehen wollten, Batista wurde letztlich doch zum Heel und zum Steigbügelhalter für Bryan gemacht, der Batista und Orton bei WrestleMania 30 besiegen durfte.