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München - WWE-Star Roman Reigns hatte mit seiner Leukämie-Erkrankung Glück im Unglück, kam um eine Chemotherapie herum. Lebensgefährlich ist sie trotzdem.

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Roman Reigns schockte WWE-Fans Ende Oktober 2018 mit der Nachricht, dass er an Krebs leidet. Nur vier Monate später feierte der Wrestling-Topstar sein Comeback.

Eine medizinische Sensation? Nicht im Lichte der Details, die er inzwischen über seine Leukämie-Erkrankung enthüllt hat.

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Roman Reigns hat CML, chronische Leukämie

Reigns hat - wie er in einer von WWE produzierten Doku über seinen Weg zurück in den Ring bestätigte - chronische myeloische Leukämie (CML), eine nicht im eigentlichen Sinne heilbare, aber weniger aggressive Variante von Blutkrebs, die ihn bereits mit Anfang 20 erwischt hatte. Sie werde medikamentös behandelt.

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Diese Bestätigung gab eine endgültige Antwort auf oft gestellte Fragen der Fans, wegen derer sich zuvor schon eine englische Krebshilfe-Organisation um Aufklärung bemüht hatte: CML erfordert keine Chemotherapie, weshalb Reigns weder seine Haare verlor noch seinen athletischen Körperbau.

Der NHL-Spieler Brian Boyle, bei dem 2017 CML diagnostiziert wurde, verpasste deswegen nur zehn Spiele, Jason Blake musste zehn Jahre vorher überhaupt keine Pause einlegen.

Nichtsdestotrotz ist Reigns' Erkrankung lebensgefährlich: Statistiken zufolge sterben 10 Prozent der CML-Patienten innerhalb der ersten fünf bis acht Jahre nach der Diagnose. Das Risiko eines weiteren Rückfalls hat der dreifache Familienvater bis an sein Lebensende.

Bluttest von WWE brachte Gewissheit

Reigns berichtete, dass die Erkrankung durch Bluttests der WWE-Ärzte festgestellt wurde, die einen verdächtig erhöhten Wert seiner weißen Blutkörperchen zeigten. Es war die Erklärung für die körperlichen Symptome, die Reigns bemerkt hatte, er berichtete von verstärkten Müdigkeitsgefühlen.

In einem Journalistengespräch am 7. März erklärte Reigns außerdem, dass aufgrund der Erkrankung seine Milz vergrößert war, was einen schwerwiegenden Ringunfall zur Folge hätte haben können: "Ein missglückter Schlag in meine Bauchgegend, eine falsche Landung darauf - man weiß nicht, was hätte passieren können. Ich danke Gott, dass er auf mich aufgepasst hat."

In der WWE-Doku berichtete der "Big Dog" außerdem, dass er als Nebenwirkung seiner Behandlung mit Arthritis zu rechnen hat.

"Ich habe einen etwas anderen Blick auf mich selbst", schilderte Roman Reigns im SPORT1-Interview im August 2019 sein persönliches Empfinden seit seiner Ring-Rückkehr: "Vorher ging es mir darum, so hart wie möglich zu arbeiten, dafür habe ich mein eigenes Wohl auch hinter meine Verantwortung für das große Ganze gestellt, für meine Kollegen, für meine Familie. Mein Gedanke war: Ich muss immer 100 Prozent geben, um dieser Verantwortung gerecht zu werden. Jetzt ist es etwas anders: Es geht nun darum, auf meinen Körper zu hören, auf meine Gesundheit zu achten, meine Ernährung."

Filmprojekt mit The Rock

Der heute 34-Jährige hatte Ende Oktober bei der WWE-Show Monday Night RAW bekannt gegeben, dass er zum zweiten Mal in seinem Leben an Blutkrebs erkrankt sei. Er legte seinen Universal Title nieder und seine Karriere auf Eis.

Reigns hatte sich nach seiner Diagnose zunächst weitgehend ins Private zurückgezogen, schon bald aber hatten sich die Nachrichten gemehrt, die nahelegten, dass er seine Krankheit gut meisterte. "Roman geht es hervorragend", berichtete sein Freund und WWE-Kollege Seth Rollins schon Ende Dezember bei einem Interview mit einem Lokalsender der Fox-Gruppe.

Im neuen Jahr offenbarte sich dann, dass Reigns Projekte außerhalb des Rings vorantrieb: Er feierte in "Hobbs and Shaw" sein Hollywood-Debüt an der Seite von Dwayne "The Rock" Johnson und spielte eine Gastrolle in der Kinderserie "Cousins for Life" bei Nickelodeon.

Shield-Reunion bei Comeback

Sein Comeback-Match bestritt Reigns am 10. März 2019 bei der Großveranstaltung Fastlane. Zusammen mit Rollins und Dean Ambrose (kurz darauf als Jon Moxley zur Konkurrenzliga AEW gewechselt) formierte er nochmal die Gruppierung The Shield und besiegte Baron Corbin, Drew McIntyre und Bobby Lashley. Bei WrestleMania 35 besiegte er dann McIntyre in einem Einzelmatch.