Lex Luger gewann vor 25 Jahren den Hauptkampf des WWE SummerSlam 1993
Lex Luger gewann vor 25 Jahren den Hauptkampf des WWE SummerSlam 1993 © WWE 2018 All Rights Reserved

München - Die Wrestling-Liga WWE wollte Lex Luger zum Nachfolger von Hulk Hogan aufbauen. Es klappte nicht - und Luger sollte noch viel schlimmere Dinge erleben.

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Es hätte sein großer Tag werden sollen, der größte in seiner Karriere bei WWE.

Und obwohl er den bis dahin wichtigsten Kampf  in der damaligen World Wrestling Federation am Ende auch gewinnen durfte: Es lief dann alles doch ein wenig anders, als die weltgrößte Showkampf-Liga es sich ausgemalt hatte.

Zu ihrem größten Star wollte sie Lex Luger aufbauen, zum Nachfolger des legendären Hulk Hogan.

Funktioniert hat es nicht. Und es war bei weitem nicht das Schlimmste, was dem heute 60-Jährigen in seinem Wrestler-Leben passieren sollte.

WWE suchte Nachfolger für Hulk Hogan

Es war der 30. August 1993, vor genau 25 Jahren: Luger stand im Hauptkampf des SummerSlam, der zweitwichtigsten Show der Promotion, forderte den damaligen WWF-Champion Yokozuna.

Der hatte wenige Monate zuvor die vorerst letzte Regentschaft Hogans beendet, der in den Achtzigern und frühen Neunzigern der unumstrittene Wrestling-Superstar war.

Hogan verließ die Liga, auch der eigentlich zu seinem Erben erkorene Ultimate Warrior war nicht mehr da, hatte sich nach einer Doping-Affäre mit Boss Vince McMahon zerstritten.

Ein neuer Publikumsliebling wurde also gesucht - und McMahons Wahl fiel auf einen ähnlich muskelbepackten Mann aus Buffalo.

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Ein muskulöser Held "Made in the USA"

Lawrence Wendell Pfohl, der seinen Künstlernahmen an Superman-Gegenspieler Lex Luthor anlehnte, war schon vor seinem Wechsel zur WWF ein bekanntes Gesicht in der Szene.

Der ehemalige Football-Spieler wurde von Hogans früherem Trainer Hiro Matsuda trainiert und war schon Champion bei der Konkurrenzliga WCW, zu Beginn des Jahres 1993 debütierte er bei der WWF, zunächst als selbstverliebter Bösewicht mit dem Beinamen "The Narcissist".

Nach Hogans Abgang wurde er als "Made in the USA" Lex Luger, als amerikanischer Super-Patriot neu erfunden, mit gewaltigem Aufwand.

Große Show auf einem Flugzeugträger

Am Nationalfeiertag 4. Juli inszenierte die WWF eine große Show auf dem Flugzeugträger USS Intrepid: Yokozuna – dargestellt als antiamerikanischer Oberschurke – forderte Wrestler-Kollegen und auch Vertreter anderer Sportarten heraus, ihm einen Bodyslam zu verpassen.

Nach und nach scheiterten alle an dem Versuch, den 180 Kilo schweren Samoaner von den Füßen zu holen, ehe Luger mit einem Hubschrauber an Deck landete und den Gigant zu Boden warf.

Luger begann fortan, sich nur noch in den Nationalfarben zu kleiden, tourte gar mit einem Bus namens "Lex Express" durchs Land - als wäre er ein Präsidentschaftskandidat, kein Showfighter.

Bret Hart überholte Lex Luger

Den ursprünglichen Plan, Luger beim SummerSlam den Titel gewinnen zu lassen, änderte die WWF dann ab, ließ ihn nur durch Auszählen gewinnen, wollte den Gürtelgewinn bis zur wichtigsten Show WrestleMania im Jahr darauf hinauszögern.

Bis dahin aber zeigte sich, dass Luger als Fanfavorit nicht so gut ankam wie erhofft. Der weniger imposante, aber technisch versiertere Bret "The Hitman" Hart erhielt den Zuschlag, durfte an Lugers Stelle Yokozuna besiegen (der sechs Jahre später mit nur 34 Jahren an einem Lungenödem verstarb). Luger verließ die Liga eineinhalb Jahre später.

Lex Luger musste Bret Hart den großen Sieg bei WrestleMania X überlassen
Lex Luger musste Bret Hart den großen Sieg bei WrestleMania X überlassen © WWE 2018 All Rights Reserved

Seine Rückkehr zur WCW - die der WWF zwischenzeitlich die Marktführerschaft abnahm - lief erfolgreicher. Als das absolute Zugpferd, das McMahon zuvor in ihm sah, erwies er sich jedoch nie. Und nachdem die WCW im Jahr 2001 ihre Pforten schließen musste, folgten die persönlichen Dramen.

Freundin Elizabeth starb an Überdosis

Im Jahr 2003 starb Lugers damalige Freundin Elizabeth - in den Achtzigern der bekannteste weibliche Star der WWF - an einer Überdosis Pillen und Alkohol.

Die Polizei fand nicht weniger als 13 verschiedene illegale Drogen in ihrem gemeinsamen Haus. Luger war unter anderem als Steroidnutzer entlarvt, was er zuvor abgestritten hatte.

Luger wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, musste später wegen eines Verstoßes gegen die Auflagen vier Monate im Gefängnis. Wegen Elizabeths Tod macht er sich bis heute Vorwürfe: "Ihr kleines Herz und ihr Körper haben nicht ausgehalten, was ich getan habe", sagte er ESPN.

Auf einen Rollstuhl angewiesen

Über seinen Absturz fand Luger zum christlichen Glauben, der aber weiter auf die Probe gestellt werden sollte: Im Jahr 2007 erlitt er einen Nervenschaden, der schwere Lähmungserscheinungen zur Folge hatte.

Luger war konnte zwischenzeitlich weder Arme noch Beine bewegen, kämpfte sich durch jahrelange Reha wieder auf die Beine, ist aber mittlerweile wieder auf einen Rollstuhl angewiesen.

Das "Total Package" weiß, dass es ihn noch schlimmer hätte erwischen können. Mehrfach hielt er fest, dass er mit Blick auf seinen früheren Lebensstil froh sein kann, nicht früh verstorben zu sein.

"Es gab da eine Leere, die ich füllen wollte", sagte er im vergangenen Jahr in einem Interview: "Ich hatte nie genug Geld, nie genug Frauen, nie genug Party. Ich bin auf ziemlich dunklen Pfaden unterwegs gewesen."