Bret Hart (M.) ist nach den Toden von Owen Hart, Brian Pillman, Jim Neidhart und dem British Bulldog (v.l.) letztes lebendes Mitglied der Hart Foundation
Bret Hart (M.) ist nach den Toden von Owen Hart, Brian Pillman, Jim Neidhart und dem British Bulldog (v.l.) letztes lebendes Mitglied der Hart Foundation © WWE 2018 All Rights Reserved

München - WWE-Legende Jim Neidhart ist tot, Bret Hart damit das letzte lebende Mitglied der Hart Foundation. Owen Hart, Brian Pillman und der British Bulldog starben jung.

von Martin Hoffmann

Die Wrestling-Welt trauert um Jim "The Anvil" Neidhart, den Schwager, früheren Teampartner und langjährigen Weggefährten des legendären Bret "The Hitman" Hart.

Neidhart - verheiratet mit Brets Schwester Ellie und Vater von WWE-Wrestler Natalya - starb am Montagmorgen im Alter von 63 Jahren, er litt an der Alzheimerschen Krankheit.

Wie das Portal TMZ berichtet, erlitt er einen mit seiner Krankheit zusammenhängenden Anfall, unmittelbare Todesursache war offenbar eine Kopfverletzung, die er sich bei einem daraus resultierenden Sturz zuzog.

Jim Neidhart war Partner von Bret und Owen Hart

Der charismatische, über 120 Kilo schwere Neidhart wurde im kanadischen Calgary von Bret Harts Vater Stu zum Wrestler ausgebildet und kämpfte in den achtziger und den frühen neunziger Jahren an Brets Seite, die beiden bildeten die originale Hart Foundation, eines der erfolgreichsten Tag Teams ihrer Zeit.

Anders als Hart war Neidhart als Einzelwrestler weniger erfolgreich, half aber später auch Brets jüngerem Bruder Owen als Partner und Vollstrecker, sich bei der damaligen WWF zu etablieren.

WWE: Jim Neidhart - Ex-Partner von Bret Hart - stirbt an Alzheimer
WWE: Jim Neidhart - Ex-Partner von Bret Hart - stirbt an Alzheimer © WWE

Im Jahr 1997 war Neidhart Teil der erfolgreichen Neuauflage der Hart Foundation, zusammen mit Bret und Owen, dem British Bulldog und Brian Pillman.

Der mittlerweile 61 Jahre alte Bret Hart ist nun das letzte lebende Mitglied der legendären Gruppierung, die damals entscheidend dazu beitrug, ihren Erzrivalen "Stone Cold" Steve Austin als Topstar von WWE populär zu machen.

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"Stone Cold" Steve Austin lieferte sich legendäre Schlachten mit der Hart Foundation © Getty Images

Alle anderen starben unter tragischen Umständen in noch jüngeren Jahren als Neidhart.

Brian Pillman starb mit 35

Pillman - einer der spannendsten und charismatischsten Showkämpfer der neunziger Jahre - wurde 1997 mit nur 35 Jahren tot in einem Hotelzimmer gefunden, kurz bevor er bei einer WWE-Großveranstaltung hätte antreten sollen.

Die "Loose Cannon" starb an Herzversagen, das durch eine angeborene Herzschwäche mitverursacht wurde, aber auch durch jahrelangen Medikamentmissbrauch: Nach Angaben seiner Witwe Melanie nahm Pillman illegal verschriebene Schmerzmittel, das Aufputschmittel Ephedrin und Wachstumshormone.

Pillmans gesundheitliche Probleme waren im Jahr zuvor durch einen Autounfall verschlimmert worden, bei dem er sich einen Trümmerbruch des Knöchels zuzog und hinterher eine Woche im Koma lag.

Owen Hart kam bei Einlauf-Stunt zu Tode

Owen Hart stürzte 1999 mit 34 bei einem missglückten Einlauf-Stunt bei einer WWE-Show zu Tode: Er sollte in seiner damaligen Rolle als maskierter "Blue Blazer" vom Hallendach abgeseilt werden, die Konstruktion war allerdings nicht richtig gesichert.

Owen stürzte 24 Meter in die Tiefe, landete mit der Brust auf einem Ringseil und starb an den inneren Blutungen, die der Sturz auslöste. Owens Witwe Martha verklagte WWE und bekam nach einem Vergleich 18 Millionen Dollar von der Promotion gezahlt.

Auf ausdrücklichen Wunsch von Martha ist Owen bis heute auch nicht in die WWE Hall of Fame aufgenommen worden, sie möchte nicht, dass die Liga das Andenken an Owen zu Geld macht.

Herzinfarkt auch beim British Bulldog

Im Jahr 2002 starb auch der British Bulldog mit nur 39 Jahren: Der mit Bret und Owens Schwester Diana verheiratete David "Davey Boy" Smith erlitt während eines Kanada-Urlaubs einen tödlichen Herzinfarkt.

Auch der Bulldog hatte seinen Muskelaufbau nachweislich mit Steroiden und Wachstumshormonen unterstützt, ein direkter Zusammenhang mit seinem frühen Tod wurde zwar nicht festgestellt, die Herzprobleme dürften aber eine Folge der gesundheitsschädlichen Mittel gewesen sein.

Smith lebte zum Zeitpunkt seines Todes von Ehefrau Diana getrennt und war zusammen mit der Ehefrau von Brets älterem Bruder Bruce, es gab zwei getrennte Beerdigungen für ihn. Innerhalb der Hart-Familie gab es im Lauf der Jahre viele persönliche Konflikte, die teils durch den Umgang mit den Todesfällen mitverursacht und verschärft worden waren.

Auch Bret Hart leidet an den Spätfolgen

Auch Bret Hart leidet an den Spätfolgen seiner erfolgreichen Showkampf-Karriere: Im Jahr 2000 musste er sie wegen einer schweren Kopfverletzung beenden, zwei Jahre danach erlitt er einen Schlaganfall, der durch die diversen im Ring erlittenen Gehirnerschütterungen zusammenzuhängen schien.

Der "Hitman", der 2016 auch eine Prostatakrebs-Erkrankung überstand, schrieb bei Instagram über Neidharts Ableben, dass er "schockiert und traurig" sei: "Mit fehlen im Moment noch die Worte."