München - Eko Fresh ist Rapper und begeisterter Wrestling-Fan. Im Interview mit SPORT1 spricht er über seine Faszination, den SummerSlam und das WWE-Aus von Tim Wiese.

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München - Eko Fresh ist einer der erfolgreichsten deutschen Rapper. Neben der Musik ist Wrestling seine ganz große Leidenschaft.

Natürlich fiebert der 34-Jährige (aktuelle Single "Aber") daher schon dem SummerSlam am Sonntag im Barclays Center von Brooklyn entgegen - dem zweitgrößten WWE-Event nach WrestleMania. 

Vor dem Startschuss spricht der Kölner im SPORT1-Interview über die Veranstaltung, Tim Wiese und die Faszination Wrestling.

SPORT1: Eko Fresh, kribbelt es schon vor Sonntag?

Eko Fresh: Ich bin schon im totalen SummerSlam-Fieber und freue mich auf die Veranstaltung. Brock Lesnar gegen Roman Reigns wird ein absolutes Highlight. Der SummerSlam ist ein absolutes WWE-Traditions-Event und nach WrestleMania das größte Spektakel des Jahres. Vor allem freue ich mich auf die New Yorker Crowd, denn die ist mit die lauteste und gleichzeitig cleverste auf der Welt. Ich träume immer noch davon, mal eine Veranstaltung dieses Kalibers vor Ort live zu schauen. Naja, vielleicht ja nächstes Jahr.

SPORT1: Nicht viele Promis bekennen sich als Wrestling-Fans. Sie schon. Was fasziniert Sie daran?

Fresh: Es gibt schon auch einige andere, wie Steffen Henssler und Oliver Pocher. Wrestling hat den Ruf, dass nichts echt ist, was da passiert. Meine Freunde sind alle Fußballfans. Das Argument, mit dem ich meine Freunde zu überzeugen versuche, ist: Die Fußballer sind Multimillionäre und machen ihren Job für sich selbst, die Wrestler aber machen ihren Job für den Zuschauer. Es ist immer wieder überraschend. Es ist wie eine Soap für Männer, man muss sich darauf einlassen. Es macht Spaß, es ist eine Unterhaltung, bei der ich abschalten kann.

SPORT1-Redakteur Martin Hoffmann ist beim SummerSlam vor Ort © SPORT1-Grafik: Getty Images

SPORT1: Wer waren früher Ihre Idole und wer sind heute Ihre Favoriten?

Fresh: Als ich klein war, war es Bret "Hitman" Hart, später war es Dwayne Johnson alias "The Rock", der heute auch als hochbezahlter Hollywood-Schauspieler zu sehen ist. Man hat damals beim Wrestling schon gesehen, dass er sehr viel Charisma hat. John Cena oder Daniel Bryan zählen auch zu meinen Favoriten.

SPORT1: Welche Ligen verfolgen Sie?

Fresh: Ich schaue nur noch RAW, die WWE-Hauptshow. Ich habe gar nicht mehr so viel Zeit. Was ich aber nie verpasse, sind die Pay Per Views.

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SPORT1: Die WWE-Topstars Roman Reigns und Brock Lesnar – die den Hauptkampf des SummerSlam bestreiten – sind bei den Fans umstritten. Wie finden Sie die beiden?

Fresh: Ich finde beide auf ihre Art cool. Lesnar ist ein Monster. Er ist einfach magisch, er hat eine enorme Glaubwürdigkeit. Es sieht bei ihm immer alles sehr echt aus, man denkt immer: 'Das war jetzt aber wirklich hart'. Das macht er unglaublich gut. Und bei Reigns gehen die Meinungen auseinander. Ich finde er ist ein cooler Typ, er sieht gut aus. Ich kann mir vorstellen, dass er irgendwann eine Filmkarriere anstreben wird. 

SPORT1: In den Hallen wird er permanent ausgebuht.

Fresh: Ich glaube, dass die Fans das Gefühl haben, dass man ihnen Reigns aufs Auge drückt. Er ist aus meiner Sicht aber gut, deshalb tun sie ihm Unrecht. Er hatte in den vergangenen Jahren sehr viele Matches und das muss man erst mal wegstecken. Er reißt sich immer den Arsch auf. Deshalb tut es mir auch manchmal leid für ihn, dass er kein komplett positives Feedback bekommt.

SPORT1: Wie sehen Sie die deutschen und deutschsprachigen Wrestler bei WWE ?

Fresh: Cesaro, der deutschsprachige WWE-Star aus der Schweiz, ist ein guter Freund von mir. Mit ihm habe ich regelmäßig Kontakt und ich freue mich immer, ihn zu sehen. Sein Aufstieg hat mich sehr gefreut, weil ich ihn in der Zeit, als er in Deutschland noch gewrestlet hat, auch schon kannte. Damals bin ich viel zu deutschen Shows gegangen. Er ist ein ganz feiner Kerl, ein super Athlet, sehr professionell, einfach ein Hammer-Typ.

SPORT1:  Wie haben Sie Tim Wieses Wrestling-Aus aufgefasst – und die Hintergründe, die Wiese kürzlich bei SPORT1 enthüllt hat?

Fresh: Es war eine große Meldung. Ich glaube, dass es in Deutschland viel zum weiteren Bekanntheitsgrad von Wrestling beigetragen hat, dass er dabei war. Wiese ist ein cooler Typ. Er steht für sich. Als Wrestling-Experte kann ich sagen, dass es sich schon angebahnt hatte, dass es wahrscheinlich nicht klappt. Er hatte schon ein hohes Alter für einen Newcomer im Trainingscamp in Orlando. Es gibt in Amerika Millionen von Rappern, ebenso Scharen an Wrestlern. Wiese hatte durch seinen Promi-Status einen Joker in der Hand, aber das war kein Freifahrtschein. Meiner Einschätzung nach war er schon sehr erfolgreich in seinem Leben und hat es nicht mehr nötig, von ganz unten anzufangen. Das muss man aber als Newcomer.