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München - Roman Reigns durfte den Undertaker bei WrestleMania 33 bezwingen - später gaben beide Kontrahenten zu, dass sie mit dem Match nicht glücklich waren.

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Ein Sieg über den legendären Undertaker im Hauptkampf der größten WWE-Show des Jahres: Roman Reigns erlebte im Jahr 2017 eigentlich den ultimativen Ritterschlag im Wrestling.

Doch so richtig zufrieden waren am Ende beide nicht damit, wie sein großer Kampf bei WrestleMania 33 gelaufen ist. Sowohl Reigns als auch der Taker gaben das im Nachhinein offen zu und übten Selbstkritik - vor allem der Taker in aller Deutlichkeit.

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"Ich war so angewidert, dass ich es mir nicht nochmal anschauen wollte", erklärte er in der Doku "The Last Ride". Dass die Kameras ihn dann aber auch dabei begleiteten, sei für ihn einer der unangenehmsten Momente der Dreharbeiten gewesen.

"Schwere Situation für den Undertaker"

Dem Undertaker war im Laufe des Matches deutlich anzumerken, dass er nicht völlig fit in den Kampf ging: Das Match mit Reigns konnte nicht mithalten mit seinen WrestleMania-Klassikern gegen Shawn Michaels, Triple H oder auch CM Punk. Das Tempo war langsamer, die Chemie der beiden Akteure schwächer, es gab auch einige "Botches" - misslungen ausgeführte Aktionen. Der Taker konnte seine 52 Lebensjahre und seine Verletzungsgeschichte nicht ganz verbergen.

In einem Podcast-Interview mit dem US-Sender CBS ein Jahr nach dem Kampf thematisierte Reigns das - und verneinte die Frage, ob das Match seinen eigenen Erwartungen gerecht wurde. "Ich denke nicht, dass es das hätte tun können", antwortete er.

Direkte Kritik an seinem Gegner äußerte Reigns deshalb allerdings nicht: "Es ist eine schwere Situation für den Undertaker so eine große Karriere, so eine lange Liste unglaublich guter Matches, diesen Respekt, diesen Mystik, diesen Ruf als Gottvater des Wrestling zu haben."

Das alles summiere sich zu einer Erwartungshaltung, "die beinahe unfair für ihn ist".

Comeback bei WrestleMania 34

Sich selbst spricht Reigns dabei auch nicht frei: "Vielleicht war ich nicht gut genug, vielleicht hätte ich einen größeren Anteil beisteuern müssen."

Der frühere Footballer gab zu, dass die Erwartungslast auch ihn etwas erdrückt hätte: "Es fühlte sich schwer an, es war emotional in einem Maß, für das ich nicht ganz bereit war."

Der Taker wiederum scheint die Schuld ganz bei sich zu verorten. Es tue ihm leid für Reigns, erklärte er: "Ich wollte das Beste für ihn tun, ich halte unendlich viel von ihm." Aber je mehr er in dem Match zu zeigen versucht hätte, desto mehr sei schiefgegangen.

Mit seinem Sieg wurde Reigns zum zweiten Wrestler, der den Taker bei WrestleMania bezwingen durfte - nach Brock Lesnar, gegen den die legendäre Mania-Siegesserie der Legende drei Jahre zuvor unter dramatischen Umständen geendet war. Damals sah es so aus, als ob das Match der letzte Kampf des Undertakers überhaupt sein würde. In einer emotionalen Zeremonie hatte er symbolisch Teile seiner Kampfkleidung abgelegt und bei seinem Auszug im Ring zurückgelassen, alle Zeichen standen auf Abschied.

Roman Reigns wurde noch zu Taker-Partner

Es kam anders, bei WrestleMania 34 feierte der Taker sein Comeback und fertigte John Cena ab. Der Undertaker berichtete später, dass er nach seinem Match mit Reigns sicher gewesen wäre, sein letztes Match bestritten zu haben, WWE-Boss Vince McMahon hätte ihn jedoch zum Comeback überredet.

eine Reihe weiterer Matches zu besonderen Anlässen folgte. Bei der Großveranstaltung Extreme Rules 2019 standen Reigns und der Undertaker auch nochmal zusammen im Ring, als Partner besiegten sie Drew McIntyre und Shane McMahon.

Reigns möchte auch sein Duell mit dem Undertaker trotz allem nicht missen: "Ich habe es genossen und unglaublich viel von ihm gelernt."