John Cena (r.) zerlegte Roman Reigns am WWE-Mikrofon
John Cena (r.) zerlegte Roman Reigns am WWE-Mikrofon © WWE 2017 All Rights Reserved
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München - Roman Reigns wurde 2017 bei WWE von John Cena verbal zerrupft, Realität und Fiktion verschwammen. Was aber steckte wirklich dahinter?

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Roman Reigns wird bei WWE von vielen Fans ausgebuht, weil er ein Kunstprodukt ist.

Von der Chefetage aufgebaut, um den Erfolg von John Cena zu wiederholen - was ihm dummerweise aber nicht gelingt. Zum Beispiel deshalb, weil er deutlich weniger guter Redner ist, der gerade mal so eine anständige Promo-Ansprache hinbekommt.

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Diese Ansichten hatte man nach Reigns' Aufstieg zum Main Eventer bei WWE oft gehört oder gelesen - in sozialen Medien, in Blogs und -podcasts von und für Wrestling-Fans.

Bemerkenswert allerdings war, was dann im Spätsommer 2017 passierte: Vor laufender Kamera einer WWE-Show wurde plötzlich erzählt, dass Reigns eine "billige, von der Firma erschaffene Cena-Raubkopie" sei. Ausgesprochen von: John Cena.

WWE mischt Realität in die Illusion

Die WWE-Verantwortlichen haben ein Tabu gebrochen, indem sie Cena bei der TV-Show Monday Night RAW am 28. August 2017 so haben reden lassen.

Der "Worked Shoot", ein Segment, in dem echte Geschehnisse zur Story werden, Realität und Fiktion verschwimmen, ist ein Stilmittel, da im Wrestling immer mal wieder eingesetzt wird (SPORT1 erklärt: So funktioniert die Showkampf-Liga WWE).

Es soll für Gesprächsstoff sorgen, vor allem unter den gut informierte, "smarten" Fans, Fehden interessanter machen, die Illusion verstärken, dass echte Kämpfer echte Streitpunkte ausfechten und echte Emotionen ausleben. Gerade Cena hat das Rezept schon mehrfach erfolgreich angewandt, würzte auch seine Duelle mit The Rock oder auch The Miz mit giftigen persönlichen Anspielungen. Bei der Fehde gegen Reigns knüpfte er daran an.

John Cena rührt in Roman Reigns' Wunde

Reigns hatte tatsächlich seit Jahren damit zu kämpfen, dass ein großer und lautstarker Teil der WWE-Fanbase seinen Aufbau zum kommenden Topstar ablehnte (wobei er trotzdem zum kommerziell erfolgreichsten unter den jüngeren WWE-Stars aufstieg).

Die Liga gewöhnte sich daran und begann mehr damit als dagegen zu arbeiten, etwa in seiner Fehde gegen den Undertaker im selben Jahr. So offen wie Cena hatte WWE aber noch keinen den Finger in Reigns' Wunden legen lassen.

Und auch wenn Reigns gegen Cena zurücksticheln durfte: Er tat es weniger überzeugend, inhaltlich wie rhetorisch. An einer Stelle schien er gar seinen Text vergessen zu haben, worauf Cena dann auch noch herumritt.

Die "Pipe Bomb" von CM Punk war Vorbild

Die so noch nicht dagewesenen Attacken auf Reigns heizten das Generationenduell zwischen dem damals 32-jährigen Reigns und dem acht Jahre älteren Cena kräftig an - weitere Rededuell im gleichen Stil folgten in den Wochen darauf.

Unangenehme Wahrheiten auszusprechen, um sie in angenehmere Bahnen zu lenken: Genau das ist meist die Idee hinter einem "Worked Shoot" - man denke vor allem an die legendäre "Pipe Bomb" (Rohrbombe) von CM Punk 2011.

Anders als Punk ventilierten Cena und Reigns aber wohl keine persönlichen Empfindungen. Der Wrestling Observer berichtet, dass die Sticheleien komplett vom Kreativteam geskriptet waren, von tatsächlichen Animositäten zwischen den beiden ist nichts bekannt.

Die vergleichsweise kurze Fehde endete bei der Großveranstaltung No Mercy am 24. September 2017 in Los Angeles im bislang einzigen Ringduell der beiden Stars. Der jüngere Reigns feierte den logischen Sieg über Cena, der seine WWE-Laufbahn damals schon immer mehr zu Gunsten seiner Hollywood-Karriere herunterfuhr.

Nach dem Kampf versöhnten sich die beiden und versicherten einander, dass sie sich fortan respektieren würden.