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München - Wenige Monate nach dem Tod seines Vaters kehrt UFC-Superstar Khabib Nurmagomedov zurück. Für den schwersten Kampf seines Lebens soll er "Papas Plan" folgen.

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Es ist der schwerste Kampf seiner Karriere für Khabib Nurmagomedov.

Bei UFC 254 kehrt der Superstar zurück ins Octagon, verteidigt seinen Weltmeistertitel im Leichtgewicht gegen Interimschampion Justin Gaethje.

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Nurmagomedovs Kampfbilanz steht bei unglaublichen 28 Siegen und null Niederlagen, er schlug schon Ikone Conor McGregor - doch ein schmerzhafter Verlust macht den Fight am Samstag zur wohl größten Herausforderung in seiner Karriere.

Am 3. Juli starb Vater Abdulmanap Nurmagomedov, den Khabib immer als seine besten Freund bezeichnete, im Alter von 57 Jahren nach einer Corona-Infektion und Herzkomplikationen in einem Moskauer Krankenhaus.

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Tod des Vaters schwerer Verlust für Nurmagomedov

Der Schicksalsschlag für Khabib stürzte auch die MMA-Szene in tiefe Trauer. Nurmagomedov senior trainierte nicht nur den eigenen Sohn dessen gesamtes Leben lang, sondern führte durch seine Arbeit Dagestan zu Relevanz im UFC-Kosmos.

Aus der russischen Teilregion am Kaspischen Meer schafften es dank des geschätzten Trainers unter anderem Islam Makhachev, Tagir Ulanbekov, Rustam Khabilov, Umar Nurmagomedov und Abubakar Nurmagomedov auf die größte MMA-Bühne der Welt.

Khabib ging nach dem Tod seines geliebten Vaters zunächst komplett auf Tauchstation und will auch jetzt nicht darüber reden, schon gar nicht mit den Medien. Auf eine Frage nach dem Verlust reagierte der Käfig-Kämpfer Anfang Oktober ziemlich genervt: "Was glaubt ihr denn? Natürlich ist es schwer. Lebt dein Vater noch? Wenn ihm etwas passieren würde, wäre es dann schwierig für dich oder leicht?"

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Khabib komplett auf Tauchstation

"Die Beziehung zwischen den beiden war etwas, das ich noch nie gesehen habe", berichtet Khabib-Manager Ali Abdelaziz, der rund um den Tod des Vaters überhaupt keinen Kontakt zu seinem Fighter hatte: "Ich habe ihm seinen Raum gelassen. Ich wusste nicht, was in ihm vorgeht."

Nurmagomedovs Headcoach Javier Mendez hatte selbst Wochen vor dem Gaethje-Fight kaum Kontakt mit seinem Schützling - und wenn, dann sei es nur um sportliche Dinge gegangen, wie er verrät.

Seit 2012 betreut Mendez den Superstar, selbst ihm öffnete sich der Russe in dieser schweren Zeit aber nicht. Auch als er am 10. September in den Flieger nach Dubai stieg, wo auf "Fight Island" am Samstag UFC 254 steigt, tappte der Trainer im Dunklen, wie es seinem Schützling wirklich geht.

"Ich wusste nicht, was ich von ihm erwarten sollte", erzählte Mendez, "aber ich hoffte, dass die Zeit bis zum Trainingscamp ausreichend war für seine Trauer, und dass wir uns dann einfach umarmen und ganz normal wieder an die Arbeit gehen."

Und genau das sei dann in Dubai auch passiert. "Es hieß einfach nur: Lass uns loslegen", berichtete Mendez.

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Vater Nurmagomedov nur ein einziges Mal dabei

Die Mission Titelverteidigung gegen Gaethje geht Nurmagomedov im Gedenken an seinen Vater an.

Vor über einem Jahr, am 7. September 2019, stand er zuletzt im Ring, zwang Dustin Poirier mit einem Würgegriff zur Aufgabe, verteidigte zum zweiten Mal seinen WM-Gürtel. Damals zum ersten und einzigen Mal in seiner UFC-Karriere in seiner Ecke: Vater Abdulmanap. Wegen Visa-Problemen konnte dieser nie an der Seite seines Sohnes sein - einen der wichtigsten Siege überhaupt erlebte der Papa aber hautnah mit.

Er wisse nicht, wie es sich anfühlen wird, jetzt wieder zum Octagon zu marschieren, sagte Khabib zuletzt: "Physisch fühle ich mich großartig. Mental auch. Aber das wird zum ersten Mal eine harte Situation für mich, wenn ich in den Käfig steige."

Gaethje soll mit "Papas Plan" besiegt werden

Aber der Superstar ist bestens vorbereitet - dank "Papas Plan". Mit ihrer Kampftaktik unter diesem Namen werden Nurmagomedov und Headcoach Mendez den Vater ehren - indem der Junior genau das umsetzt, was ihm Abdulmanap ein Leben lang beigebracht hat: den Fight am Boden.

Denn obwohl Mendez selbst früher Kickboxer war, will er seinen Schützling in dem Infight auf dem Ringboden sehen. Dort hat ihn sein Vater nahezu unschlagbar gemacht, sagt Mendez: "Die einzigen Male, wo er wirklich so gekämpft hat, wie ich das wollte, war wenn sein Vater da war. Er ist der beste Fighter am Boden, vielleicht sogar jemals. Warum sollte ich wollen, dass er etwas anderes macht? Man kann die Zeit, die ich stehend mit ihm verbracht habe, nicht damit vergleichen, die sein Vater mit ihm am Boden zugebracht hat."

Darum hat sich auch das kurze Kommando "Bring ihn zu Boden! Papas Plan" beim Duo bereits im Sparring vor dem Gaethje-Fight eingebürgert.

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"Ich werde nach vorne gehen, Druck aufbauen und ihn müde machen", erklärte Nurmagomedov bei DAZN seine Taktik gegen Gaethje, der mit bereits fünf Knockouts bei UFC seine Stärken eher im Stand hat: "Ich möchte ihn einfach zur Aufgabe zwingen. Erst mache ich ihn müde und dann zwinge ich ihn zur Aufgabe. Das ist mein Plan."

Und es ist Papas Plan.