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München - Wird es bei der UFC je ein Rematch zwischen Khabib Nurmagomedov und Conor McGregor geben? Die Eskalaltion und der Streit um Kampf 1 könnte es verhindern.

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Khabib Nurmagomedov gegen Conor McGregor - es könnte der lukrativste Rückkampf in der Geschichte der UFC werden.

Der russische Bezwinger des irischen MMA-Phänomens klingt allerdings, als ob er das Rematch "Khabib vs. McGregor 2" aus persönlichen Gründen nicht will.

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Reale Verbitterung nach den hässlichen Ereignissen vor und nach Kampf 1? Oder branchenübliche Spielchen? Und was steckt hinter dem Streit der beiden?

Khabib: McGregor soll "neun oder zehn Kämpfe gewinnen"

Vor seinem Fight bei UFC 242 im September 2019, bei dem Nurmagomedov sich seinen Leichtgewichts-Titel gegen Dustin Poirier zurückholte, hatte er seinem Rivalen McGregor hohe Hürden gesetzt, bevor er in ein erneutes Aufeinandertreffen einwilligen würde - und sich im gleichen Atemzug gegen die Interpretation verwahrt, es damit nicht ernst zu meinen.

"Dieser Typ muss zurückkommen und neun oder zehn Kämpfe in Folge gewinnen", sagte Nurmagomedov bei ESPN: "Vielleicht denken Menschen, die das Interview sehen: 'Oh, er denkt so, aber wenn die UFC fragt, ob er gegen Conor kämpft und Millionen bietet, wird er annehmen.' Nein. Komm zurück und zeige wer du bist."

McGregor hatte seit seiner Niederlage gegen den Russen langekeinen Kampf mehr bestritten, zwischenzeitlich seinen Rücktritt erklärt, kehrte aber bei UFC 246 am 18. Januar 2020 zurück und besiegte Donald Cerrone.

Bei Nurmagomedov scheiterten derweil mehrere Versuche, einen Kampf gegen Tony Ferguson anzusetzen - einen Gegner, den er nach eigenen Angaben höher einschätzt als McGregor: "Ich will gegen richtige Jungs kämpfen - Dustin Poirier, Tony Ferguson, vielleicht will einer der besten Athleten aller Zeiten, Georges St. Pierre, kämpfen. Ich will gegen diese Jungs antreten und nicht gegen einen Typen, der niemals gewinnt."

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Eskalation vor und nach dem Kampf 2018, Strafe für beide

Nurmagomedov hatte McGregor am 6. Oktober 2018 klar durch Aufgabe besiegt. Noch mehr als der Kampf blieb aber der Irrwitz davor und danach in Erinnerung.

Über Monate hinweg hatten die beiden sich angegiftet und dabei schließlich die Grenzen des üblichen öffentlichen Showgefechts vor großen Kämpfen deutlich überschritten - wobei schwer zu ermitteln ist, warum genau die Rivalität derart eskaliert ist.

Am 5. April warf McGregor bei einem Promo-Termin im Barclays Center in Brooklyn mit einer Metallabsperrung auf einen Bus, in dem Nurmagomedov und andere Kämpfer saßen, vorausgegangen waren Handgreiflichkeiten zwischen Nurmagomedov und McGregors Kumpel Artem Lobov zwei Tage zuvor.

Bei der Attacke verletzte McGregor zwei Kämpferkollegen und musste dafür vor Gericht, er wurde zu Sozialstunden und verpflichtenden Aggressionsbewältigungs-Kursen verurteilt.

Nach dem Kampf kam es dann zu einer neuen Eskalation: Khabib sprang aus dem Käfig und attackierte ein Mitglied von McGregors Entourage (Dillon Danis), von dem er sich verbal provoziert fühlte - er selbst legte bei der Pressekonferenz nach dem Kampf nahe, dass es um Kommentare über seine "Nation und Religion" gegangen war.

Eine Massenprügelei war die Folge, Nurmagomedov bekam eine neunmonatige Suspendierung und die Zahlung einer Strafe von 500.000 Dollar aufgebrummt. Für den Kampf hatte Nurmagomedov 3 Millionen Dollar Gage kassiert, Sponsorengelder nicht mitgerechnet.

Auch noch lange nach dem Kampf gingen die Hässlichkeiten weiter. Im April 2019 etwa beleidigte McGregor Nurmagomedovs Ehefrau, der schoss mit Anspielungen auf die Vergewaltigungsvorwürfe gegen McGregor zurück.

Rematch oder nicht? Rätsel bleiben

Trotz oder gerade wegen der Nebengeräusche war der Khabib-McGregor-Fight der kommerziell erfolgreichste der UFC-Geschichte, in den USA kauften 2,4 Millionen Zuschauer den Pay Per View - Rekordwert!

Bei einem Rückkampf würde wohl auch diese Bestmarke knacken, wobei unklar ist, ob Khabib das interessiert - seine Worte klingen, als ob er in ganz anderen Kategorien denkt.

"Leute nur zu schlagen, reicht nicht", sagte er im September 2019 über seine Rivalität mit McGregor: "Ich spreche darüber, nicht nur ihn zu verprügeln. Das ist nicht genug. Wir müssen sein komplettes Team verprügeln. Daran denke ich vor dem Fight. Das ist, was ich meinem Team sage: 'Heute gehen wir in einen Krieg und nicht in einen Kampf.'"

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