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Mike Tyson denkt nach dem Kampf gegen Roy Jones Jr. an weitere Kämpfe. Allerdings plant er kein Comeback, sondern denkt über weitere Charity-Kämpfe nach.

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Mike Tyson zündete sich erst einmal einen Joint an. "Ich kann einfach nicht aufhören", verriet die lebende Box-Legende nach dem großen Comeback im Alter von 54 Jahren.

Marihuana rauche er jeden Tag, erzählte der Ex-Weltmeister lachend, das habe keine negativen Auswirkungen auf ihn. Die Liebe für das grüne Blättchen und die lockeren Sprüche sind aber scheinbar alles, was vom alten "Iron Mike" geblieben ist. Beim weltweit beachteten Remis gegen Ex-Champion Roy Jones Jr. präsentierte sich Tyson fit wie seit Jahrzehnten nicht und sendete eine eindringliche Botschaft.

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Viele Fans und Experten freuten sich bereits, als sie sahen, wie Tyson Jones über die acht Runden im Staples Center von Los Angeles immer wieder gut traf. Kommt er nach diesem für zwei ältere Männer beeindruckenden Show-Fight vielleicht sogar noch einmal ganz offiziell zurück?

Tyson will öfter für Charity-Zwecke kämpfen

Tysons Antwort dürfte sie enttäuschen. "Das ist größer, als um Titel zu kämpfen. Wir helfen Menschen. Darum geht es mir jetzt", sagte er. Seine zehn Millionen US-Dollar Gage spendete Tyson komplett.

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Solche Events für den guten Zweck will er aber in Zukunft wieder machen. "Was ich im Ring tue, ist nicht nur für mich ein Geschenk. Vorher ging es um mich, um heiße Frauen, Flugzeuge und Autos. Das reicht mir aber nicht mehr", sagte Tyson. Auch auf den schnellen K.o., der in der Profikarriere immer das Ziel war, kommt es ihm nicht mehr an: "Ich wollte über die Runden gehen. Mir geht es jetzt ums Durchhalten."

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Das tat er gegen Jones mit Bravour, mehrmals schlug Tyson hart zu. Zwischendurch wurde öfter geklammert, im Alter ist das zu entschuldigen.

Foreman: "Bester Showkampf"

Für den früheren Schwergewichts-Superstar George Foreman sei es gar "der beste Showkampf" gewesen, den er je gesehen habe, schrieb er auf Twitter: "Tyson kämpft nicht wie ein 50-Jähriger, er ist zu stark für Roy", so der frühere Ali-Gegner.

Dass die Punktrichter den Kampf trotzdem Unentschieden werteten, hätte den Mike von früher vielleicht noch aufgeregt. Heute ist das in Ordnung. Tyson lobte stattdessen die Performance von Jones.

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Jener gab sich etwas zerknirschter, Unentschieden seien nicht sein Ding, sagte er. Bei der Frage, ob Jones während des Kampfes in irgendeiner Form Angst hatte, sich zu verletzen, grätschte prompt Tyson dazwischen. Er ist eben doch ein Entertainer. "Warum sorgt sich niemand um meinen Arsch? Ich habe 15 Jahre nicht gekämpft!", rief er und brachte sogar Jones zum Lachen, der seine Profikarriere erst 2018 beendet hatte.

Tyson wirkt seriös

Um Tysons Wohlergehen wird in nächster Zeit jedoch wohl niemand fürchten müssen. Nie mehr wolle er sich in den "fetten Mike" zurückverwandeln, der er nach seinem Karriereende 2005 geworden war. 30 Kilo hatte er vor dem Jones-Fight abgespeckt. Und das Gewicht wolle er halten.

Für die nächsten Jahre hat der passionierte Taubenzüchter zudem ein paar ganz einfache Wünsche: "Ich will meine Tauben und meine schönen Klamotten, meine Kinder und meine Frau natürlich auch - und meine Joints." Mike Tyson scheint tatsächlich endlich im Gleichgewicht zu sein.