Felix Sturm bestritt 2016 seinen letzten Boxkampf
Felix Sturm bestritt 2016 seinen letzten Boxkampf © Getty Images
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München - Die Staatsanwaltschaft Köln beantragt gegen Felix Sturm eine Haftstrafe von über drei Jahren. Dem Boxer droht nicht nur Ungemach wegen Steuerbetrugs.

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Felix Sturm steht kurz vor seinem schwersten Knockout: Dem früheren Weltmeister droht der tiefe Fall vom Box-König zum Gefängnis-Insassen.

Kurz vor dem Urteilsspruch am Donnerstag ist der 41-Jährige schwer angezählt - drei Jahre und drei Monate Haft wegen Steuerhinterziehung und Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz soll Sturm in einer Zelle im offenen Vollzug absitzen. So beantragte es die Kölner Staatsanwaltschaft am Montag, wie Sturms Anwalt Nils Kröber dem Sport-Informations-Dienst bestätigte. 

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Der Steuerschaden soll sich auf eine Million Euro belaufen, zuvor war die Staatsanwaltschaft von 5,8 Millionen Euro ausgegangen - Kröber fordert maximal zwei Jahre auf Bewährung für seinen Mandanten, teilte er dem SID mit. 

Das Urteil soll am Donnerstagmittag gesprochen werden. Für Adnan Catic, Sturms bosnischer Geburtsname, den er im Jahr 2000 auf Felix Sturm änderte, um von den deutschen Box-Fans als Deutscher wahrgenommen zu werden, ist es das Ende eines langen Prozesses, der dem gebürtigen Leverkusener viel abverlangt hat.

Sturm war Anfang April vergangenen Jahres auf der Fitness-Messe Fibo festgenommen worden. Der frühere Weltmeister im Supermittelgewicht soll zwischen 2009 und 2017 Steuern hinterzogen haben. Sein Strafprozess vor dem Kölner Landgericht begann im November.

Sturm gegen Kaution auf freiem Fuß

Sturm war im Dezember nach achteinhalb Monaten Untersuchungshaft im Gefängnis in Köln-Ossendorf gegen eine Kaution von 300.000 Euro und die Hinterlegung seines Reisepasses vorläufig auf freien Fuß gesetzt worden.

Weil vor dem Gefängnis bereits Fotografen und Reporter lauerten, wurde Sturm auf eigenen Wunsch mit einem Auto der Justizvollzugsanstalt ein paar Kilometer vorgefahren. Später nahm ihn seine Frau in Empfang. 

Anklage wegen Doping

Der 41-Jährige wäre Wiederholungstäter, da er bereits 2012 vom Amtsgericht Köln wegen Steuerhinterziehung in 16 Fällen zu einer Gefängnisstrafe von 22 Monaten auf Bewährung verurteilt worden war.

Neben der Steuersache liegt gegen Sturm auch eine Anklage wegen Dopings vor. Sturm war nach dem Sieg im WM-Kampf gegen den Russen Fedor Schudinow in Oberhausen im Februar 2016 positiv auf die anabole Substanz Hydroxy-Stanozolol getestet worden. 

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Sturm hatte seinen WBA-Titel im Supermittelgewicht im Oktober 2016 niedergelegt und seitdem nicht mehr im Ring gestanden. Sein Kampfrekord steht bei 40 Siegen, drei Unentschieden und fünf Niederlagen - die sechste könnte Sturms biterste sein.