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Artur Mann steigt am Samstag gegen IBO-Weltmeister Kevin Lerena in den Ring. Der Deutsche hat keine Zweifel an seinem Sieg - wie er im SPORT1-Interview klarstellt.

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Artur Mann steht der Kampf seines Lebens bevor.

Am Samstag fordert der Deutsche niemand Geringeren als IBO-Weltmeister Kevin Lerena heraus (der Box-Abend aus Johannesburg ab 21 Uhr LIVE im TV und LIVESTREAM). Manns Ziel ist klar: Er will dem Südafrikaner seinen Titel wegnehmen. Der Lokalmatador wird in der unabhängigen Weltrangliste (Boxrec) auf Position 6 geführt und ist der Favorit bei seinem Heimspiel im Emperors Palace.

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Um seinen Traum zu verwirklichen, hat Mann viel investiert. Erst stand ein mehrwöchiges Trainingslager in Miami auf dem Programm, seit einer Woche bereitet sich der 28-Jährige vor Ort auf den großen Fight vor. Unterstützung bekam er dabei von Pedro Diaz, dem renommierten Ex-Nationaltrainer der Box-Hochburg Kuba.

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Im Interview mit SPORT1 blickt Mann auf seine Vorbereitung zurück und schickt seinem Gegner eine klare Kampfansage.

SPORT1: Die Stimmung ist gut in Johannesburg. Haben Sie die Atmosphäre in Südafrika schon aufgesaugt?

Artur Mann: Ich bin froh hier zu sein, wurde sehr gut empfangen, es ist alles cool. Das Team ist fast komplett, es kommen noch Einige am Freitag. Die Stimmung ist toll. Alles bereit.

Artur Mann (r.) sprach in Johannesburg mit SPORT1-Reporter Ingo Rohrbach
Artur Mann (r.) sprach in Johannesburg mit SPORT1-Reporter Ingo Rohrbach © SPORT1

SPORT1: Alles bereit für den großen Traum IBO-Weltmeister. Seit wann träumen Sie davon?

Mann: Als ich angefangen habe zu Boxen, stand für mich sofort fest, dass ich Weltmeister werden will. Ich trainiere dafür, Weltmeister zu werden. Jetzt habe ich die große Chance und die werde ich am Samstag nutzen.

"Komme, um ihm den Titel wegzunehmen"

SPORT1: Sie haben einen schweren Weg gewählt und Kevin Lerena herausgefordert. Wieso gerade nach Südafrika? Wieso gerade diesen Titel?

Mann: Es hat nie jemand gesagt, dass es einfach wird. Ich komme ins Land des Weltmeisters, er will natürlich auch Weltmeister bleiben. Er ist der Champion, aber ich komme hierher, um ihm den Titel wegzunehmen. Ich habe hart dafür trainiert und bin bereit, am Samstag zu siegen.

SPORT1: Hart trainiert haben Sie unter anderem sieben Wochen in Miami. Wie läuft so ein Trainingslager?

Mann: Es war auf jeden Fall hart. Wenn Du jeden Morgen aufstehst und die Sonne scheint, ist das natürlich schön. Aber im Gym ist es warm, auch wenn wir eine Klimaanlage hatten. Die Vorbereitung war hart, sie hat aber sehr viel Spaß gemacht. Es gab ein super Team dort. Mit dem kann man nur gewinnen.

Diaz übernimmt Mann als Coach

SPORT1: Wann wird gelaufen? Wann wird trainiert? Wann wird gesparrt?

Mann: Gelaufen wird fast jeden Tag. Wir sind echt viel gelaufen, aber ich habe wenigstens schöne Waden bekommen (lacht). Aber es hat Spaß gemacht. Die ersten zwei Wochen haben wir viel an der Technik gearbeitet, die letzten vier bis fünf Wochen war Sparring. Ich habe mit sehr guten Leuten gesparrt, hatte einmal die Möglichkeit, mit Luis Ortiz zu sparren. Es war eine große Erfahrung, er ist "King Kong" im Ring, also er ist wirklich stark. Ich bin glücklich, dass ich solche Leute als Partner hatte.

SPORT1: Mit Pedro Diaz haben Sie einen neuen Coach an deiner Seite...

Mann: Mit ihm würde ich mich auf der Laufstrecke nicht messen. Er ist mit 54 Jahren topfit. Er hat so einige Hochkaräter bereits trainiert. Dass er jetzt mich trainiert, macht mich stolz. Wir haben sehr hart trainiert. Wir haben die richtige Taktik und den richtigen Plan für Samstag.

SPORT1: Ihr Gegner Kevin Lerena gleicht einem Pitbull, er will sich festbeißen. Wie schätzen Sie ihn ein?

Mann: Ich schätze ihn stark ein. Ich habe Videos gesehen und er ist nicht umsonst Weltmeister. Hier in Johannesburg ist er auch sehr angesehen. Aber wie gesagt: Ich habe hart trainiert, um als Weltmeister nach Hause zu fliegen. Und so wird es auch kommen. Ich bin bereit und glaube, an dem Tag kann mich niemand schlagen.

Mann: Druck liegt bei Lerena

SPORT1: Ist der Druck eher bei Lerena?

Mann: Ich glaube, er hat mehr Druck als ich. Er hat länger nicht geboxt, kommt aus einer Schulterverletzung, wie ich mitbekommen habe. Er boxt vor heimischem Publikum. Ich bin ganz locker und sehe das alles positiv.

SPORT1: Sie waren mit Vorbereitung und dem Kampf am Samstag lange weg von zu Hause. Ist die Familie wieder zu sehen, zusätzliche Motivation?

Mann: Ich habe zu meiner Frau gestern gesagt, dass ich versuche, ihn in der ersten Runde K.o. zu schlagen, damit ich noch am Abend nach Hause fliegen kann (lacht). Ich glaube das klappt nicht, weil ich den Flieger nicht mehr erwische. Ich war lange weg, Kontakt zur Familie war meistens nur über Facetime möglich. Die vermissen mich alle und ich vermisse sie auch sehr. Eine gute Sache gibt es: Meine Mutter, mein Onkel, meine Tante und mein Cousin kommen morgen. Da freue ich mich sehr drauf, weil ich sie schon länger nicht mehr gesehen habe. So ist das Boxgeschäft.

SPORT1: Ist es leistungsfördernd, wenn Verwandte am Ring sitzen?

Mann: Natürlich. Es motiviert mich schon, wenn die Mutter am Ring sitzt. Ich bin froh, dass sie da sind.