Gewichtsklassen im Boxen - das sollten Sie wissen: Vom Fliegengewicht bis Schwergewicht - Die Gewichtsklassen im Boxsport Für einen spannenden Box-Fight müssen die Gegner möglichst ausgeglichen sein
Gewichtsklassen im Boxen - das sollten Sie wissen: Vom Fliegengewicht bis Schwergewicht - Die Gewichtsklassen im Boxsport Für einen spannenden Box-Fight müssen die Gegner möglichst ausgeglichen sein © Getty Images
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Mit der Entwicklung des festen Regelwerks im Boxen wurden Gewichtsklassen etabliert, um ausgeglichene Kämpfe zu zeigen. Sie sind in allen Verbänden gleich. SPORT1 gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Gewichtsklassen.

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Bereits in der Antike haben Kontrahenten ihre Kampffähigkeiten in einem sportlichen Wettkampf gemessen. Diese Art des Faustkampfs gilt als der Vorläufer des modernen Boxsports, hat aber mit den heutigen Kämpfen nur noch wenig zu tun. Heute als selbstverständlich angesehen Regeln wie die Einteilung in Gewichtsklassen oder das Benutzen von Handschuhen, spielten damals keine Rolle.

Erst im 17. Jahrhundert entwickelt sich in England eine moderne Form des Faustkampfs, die Ähnlichkeiten mit dem heutigen Boxen aufweist.  1722 hat der Fechtmeister James Figg dann das erste offizielle Regelwerk niedergeschrieben. Darauf aufbauend verfasste 1882 der Marquess of Queensberry die nach ihm benannten Queensberry-Regeln, die bis heute gültig sind. Wichtigste Neuerungen waren das Tragen von gepolsterten Handschuhen, eine festgelegte Rundenzeit von drei Minuten, das Auszählen bis zehn und eben die Einführung von Gewichtsklassen.

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Warum gibt es Gewichtsklassen im Boxen?

Gewichtsklassen sind keine spezifische Eigenheit des Boxens. In nahezu jeder Kampfsportart, in der sich zwei Kontrahenten mit der bloßen Hand gegenüberstehen, sind sie üblich. Der Sinn dieser Unterteilung liegt auf der Hand. Ausgehend von austrainierten Athleten sind schwerere Boxer zumeist auch größer. Damit hätten sie sowohl den Reichweitenvorteil als auch die höhere Schlagkraft auf ihrer Seite. So würden sie jeden Kampf gegen leichtere Boxer dominieren. Genau deshalb versuchen manche Boxer, ihr Gewicht bis zu einem gewissen Level zu verringern, um in eine niedrigere Klasse zu kommen. Sie hätten dann weiter ihren Reichweitenvorteil bei nur geringen Verlusten in der Schlagkraft. Diesen Gewichtsverlust nennt man Gewicht machen.

Wie viele Gewichtsklassen gibts es?

1867 wurde in England die erste Amateur-Meisterschaft im Boxen ausgetragen. Damals unterschied man lediglich in Leicht-, Mittel- und Schwergewicht. Später wurde auf sieben Gewichtsklassen erhöht, die auch heute noch die Hauptgewichtsklassen bilden: Fliegengewicht, Bantamgewicht, Federgewicht, Leichtgewicht, Weltergewicht, Mittelgewicht und Schwergewicht. Diesen Hauptklassen wurde noch das Halbschwergewicht hinzugefügt. Um die Kämpfe noch ausgeglichener zu gestalten wurde das System durch Zwischengewichtsklassen weiter verfeinert (z.B. Superweltergewicht oder Minifliegengewicht).

Allerdings sind die Gewichtsklassen nicht immer gleich. Bei der Unterscheidung zwischen Amateur- und Profiboxen fallen auch sie anders aus. Im Gegensatz zu den 17 Gewichtsklassen im Profibereich, hat der Amateurverband Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA) nur zehn Klassen (allerdings existiert eine leicht veränderte Verteilung der Klassen bei Männern und Frauen). Ebenfalls fällt auf, dass die Gewichtsklassen der Amateure in glatten Zahlen getrennt werden, während sie im Profibereich in den Grammbereich gehen. Das liegt daran, dass England das Mutterland des Boxens ist und die Klassen traditionell nach englischen Pfund eingeteilt wurden. Dementsprechend ergeben sich bei der Umrechnung in Kilogramm Kommazahlen.

Skandale und Possen im Boxen

Auflistung der Gewichtsklassen im Amateurbereich nach der AIBA

  • bis 49 kg: Halbfliegengewicht
  • bis 52 kg: Fliegengewicht
  • bis 56 kg: Bantamgewicht
  • bis 60 kg: Leichtgewicht
  • bis 64 kg: Halbweltergewicht
  • bis 69 kg: Weltergewicht
  • bis 75 kg: Mittelgewicht
  • bis 81 kg: Halbschwergewicht
  • bis 91 kg: Schwergewicht
  • ab 91 kg: Superschwergewicht

Da es im Profiboxen unterschiedliche Weltverbände gibt, unterscheiden sich teilweise auch die Gewichtsklassen in ihrer Bezeichnung. Da die Verbände aber aus wirtschaftlichen Aspekten darauf bedacht sind, auch bei verbandsübergreifenden Kämpfen möglichst gleichwertige Gegner zu haben, unterscheiden sich die Gewichtsklassen nur in den Bezeichnungen, nicht aber in den Gewichtsabgrenzungen.

Auflistung der Gewichtsklassen im Profibereich/Männer

  • bis 105 lbs: Minifliegengewicht (WBA/IBC/WBO), Strohgewicht (WBC)
  • bis 108 lps: Leichtfliegengewicht (WBA/WBC), Juniorfliegengewicht (WBO/IBF)
  • bis 112 lbs: Fliegengewicht
  • bis 115 lbs: Superfliegengewicht (WBA/WBC), Juniorbantamgewicht (WBO/IBF)
  • bis 118 lbs: Bantamgewicht
  • bis 122 lbs: Superbantamgewicht (WBA/WBC), Juniorfedergewicht (WBO/IBF)
  • bis 126 lbs: Federgewicht
  • bis 130 lbs: Superfedergewicht (WBA/WBC), Juniorleichtgewicht (WBO/IBF)
  • bis 135 lbs: Leichtgewicht
  • bis 140 lbs: Superleichtgewicht (WBA/WBC), Juniorweltergewicht (WBO/IBF)
  • bis 147 lbs: Weltergewicht
  • bis 154 lbs: Superweltergewicht (WBA/WBC), Juniormittelgewicht (WBO/IBF) 
  • bis 160 lbs: Mittelgewicht
  • bis 168 lbs: Supermittelgewicht
  • bis 175 lbs: Halbschwergewicht
  • bis 200 lbs: Cruisergewicht
  • ab 200 lbs: Schwergewicht