Saul "Canelo" Alvarez würde sich gerne Floyd Mayweather Jr. vornehmen
Saul "Canelo" Alvarez würde sich gerne Floyd Mayweather Jr. vornehmen © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Saul "Canelo" Alvarez ist der Name der Stunde im Boxen. Erst schloss der Mexikaner den fettesten Deal der Sportgeschichte ab. Jetzt will er gegen Mayweather kämpfen.

von Christopher Mallmann

Gerade im US-Sport wird der Begriff "Mega-Deal" beinahe inflationär gebraucht. Wenn eine Partnerschaft diese Bezeichnung allerdings verdient, dann ist es der Deal, den Box-Weltmeister Saul Alvarez, genannt Canelo, mit dem Livestreaming-Anbieter DAZN eingegangen ist.

365 Millionen Dollar. So viel kassieren Alvarez und seine Promoterfirma "Golden Boy Promotions" für seine kommenden elf Kämpfe. Die Rede ist von einer fünfjährigen Partnerschaft. Doch viel wichtiger: das Sport-Portal weist darauf hin, dass es sich bei der Zusammenarbeit mit dem Mexikaner um den höchstdotierten "Vertrag für einen Sportler in der Sportgeschichte" handelt.

Viel Geld also - und viel Rummel um eine Person, die bisher nur den großen Box-Fans ein Begriff ist. Wer ist Saul Alvarez? Wer ist der Mann, den alle Canelo nennen und der einen Kampf gegen Floyd Mayweather herbeisehnt?

Kampfrekord: 53 Kämpfe, 50 Siege

Alvarez ist Mexikaner und stammt aus einer waschechten Box-Familie. Seine Brüder Ramon, Ricardo und Rigoberto sind ebenfalls Profi-Boxer, bei weitem jedoch nicht so erfolgreich.

2005 begann Alvarez seine Profi-Karriere. Es folgten bis heute 53 Kämpfe, von denen er 50 für sich entscheiden konnte. Zunächst boxte er im Halbmittelgewicht und errang die Weltmeister-Titel der WBC, WBA und WBO. Ersteren bereits 2011.

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Später wechselte der 28-Jährige ins Mittelgewicht, wo er sich die Titel der IBO, WBA und WBC sicherte. Für Aufsehen sorgten seine beiden Kämpfe gegen Gennadi Golowkin, der lange Zeit als bester Boxer der Welt über alle Gewichtsklassen hinweg galt.

Doping: Golowkin-Rückkampf platzt

Alvarez' erster Kampf gegen "Triple G" endete mit einem umstrittenen Unentschieden, das einen Rückkampf nötig machte. Dieser sollte am 5. Mai 2018 stattfinden, jedoch fiel Alvarez durch positive Dopingwerte im Fall Clenbuterol auf - und das bei gleich zwei Kontrollen. Die Konsequenz: er wurde für sechs Monate gesperrt.

Doch das hielt "Canelo" nicht von seiner WM-Mission ab. Alvarez kehrte zurück und stieg am 15. September ein zweites Mal gegen Golowkin in den Ring. Er bezwang den Kasachen nach Punkten und stürzte diesen nach sieben Jahren vom Thron.

Am 15. Dezember will er seine WM-Titel nun, unter der Parterschaft mit DAZN, erstmals verteidigen. Im Madison Square Garden in New York wartet ein Mann, dessen Fäuste in Deutschland schon Bekanntheit erlangten: Rocky Fielding. Der Brite besiegte im Juli Tyron Zeuge und nahm Deutschland damit seinen einzigen Box-Weltmeister.

Doch Alvarez ist siegessicher und hat schon einen ganz anderen Kampf vor Augen: gegen Box-Legende Floyd Mayweather, der sich nach seinem Sieg im Spektakel gegen Conor McGregor eigentlich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Der US-Amerikaner schlug Alvarez 2013 deutlich nach Punkten - was Alvarez nicht dazu veranlasst, leisere Töne anzustimmen. Ganz im Gegenteil.

"Rechnung mit Mayweather offen"

"Er will es fortsetzen, dem Boxen zu schaden", sagte der Mexikaner bei TMZ Sports über Mayweather. "Das hat keinen Sinn. Er gibt Boxen nicht den Wert, den es verdient. Wenn er zurückkehrt, bitte ich ihn, zu mir zu schauen und den Fans einen großartigen Kampf zu schenken. Wir haben noch eine Rechnung offen, also lasst uns einen zweiten Kampf austragen."

Deutliche Worte, die Mayweather nicht überhört haben wird. Ein Fight zwischen den beiden Box-Stars würde bei DAZN wohl früher als erhofft die Kassen klingeln lassen. Der 365-Millionen-Dollar-Deal würde sich direkt bezahlt machen.

Anders als "Money" Mayweather will sich Alvarez aber nicht vorwerfen lassen, dass es ihm nur ums Geld geht. "Das Wichtigste war für mich, dass ich den Fans die Gelegenheit geben kann, meine Kämpfe zu sehen, ohne 70, 80 Dollar an PPV-Gebühren hinblättern zu müssen", sagte er bei ESPN über den Deal mit DAZN.

Ob nun um des Geldes oder der Fans willen - die 365 Millionen Dollar sind nun Alvarez' Markenzeichen. Es wäre nicht der erste "Mega-Deal", der einen Sportler zum Superstar machte.

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