Hat er gedopt oder nicht? Manuel Charrs Proben geben neue Rätsel auf
Hat er gedopt oder nicht? Manuel Charrs Proben geben neue Rätsel auf © Getty Images

München - Wende im Doping-Skandal um Boxer Manuel Charr? Oder eine Nebelkerze? Er veröffentlicht einen angeblichen Negativ-Test - dessen Aussagekraft begrenzt ist.

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Die Doping-Saga um Box-Weltmeister Manuel Charr geht in die nächste Runde.

Nachdem die Titelverteidigung des WBA-Champions im Schwergewicht am 29. September in Köln wegen einer positiven Urinprobe bei einer Trainingskontrolle geplatzt war, hat der 33-Jährige nun via Facebook ein Dokument veröffentlicht, das eine negative Blutprobe beweisen soll.

"Heute wurde mir bekannt, dass die VADA (Voluntary Anti Doping Association, Anm. d. Red.) die Blutanalyse von mir negativ getestet hat. (Kein Doping!) Blutbefund anbei", schrieb Charr zu einem Foto des Schreibens.

Das veröffentlichte Dokument bestätigt allerdings nur einen negativen Test auf das Wachstumshormon HGH. Auf die nach übereinstimmenden Medienberichten von der Voluntary Anti Doping Association (VADA) im Urin nachgewiesenen Anabolika Epitrenbolon und Drostanolon wurde die A-Probe des Blutes nicht untersucht.

HGH seinerseits wird nicht über den Urin nachgewiesen. Daher widersprechen sich die beiden Befunde, anders als von Charr angenommen, nicht. "Die anabolen Wirkstoffe, die bei ihm gefunden wurden, werden routinemäßig nicht im Blut, sondern im Urin getestet. Dort ist das Nachweisfenster deutlich größer", sagte Dopingexperte Mario Thevis. Und Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB), erklärte: "Das ist, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Manuel klammert sich an jeden Strohhalm."

Charr selbst betonte, er wolle nun "genau wissen, wie die Urinprobe verunreinigt werden konnte, während die Blutuntersuchung eindeutig einen Negativbefund zeigt", erklärte Charr - und kündigte an: "Aus diesem Grund werde ich weitere Maßnahmen einleiten, um diese Angelegenheit aufzuklären."

"Euer amtierender Weltmeister Manuel Charr"

Blut- und Urinprobe des gebürtigen Libanesen, der mit einer deutschen Boxlizenz kämpft, wurden ihm zufolge am selben Tag abgenommen. Die Untersuchung der B-Probe des Blutes auf die im Urin nachgewiesenen anabolen Steroide dürfte Klarheit schaffen.

Seinen Post unterzeichnete er mit: "Euer amtierender Weltmeister Manuel Charr".

Schon nach dem positiven Dopingbefund am vergangenen Donnerstag hatte Charr seine Unschuld beteuert. Er sei "total geschockt und weine nur noch", sagte er dem Express, bei Sky beteuerte er: "Ich bin fassungslos. Ich schwöre, dass ich nichts eingenommen habe."