München - Das erste Duell der beiden womöglich weltbesten Boxer endete in einem Skandal. Auch der Rückkampf zwischen Gennadi Golowkin und Saul Alvarez ist aufgeladen.

von

Beim ersten großen Showdown vor einem Jahr blieb ungeklärt, wer sich als bester Boxer der Welt fühlen durfte, gewichtsklassenübergreifend. Ein hoch umstrittenes Unentschieden war das Ergebnis des Duells zwischen Gennadi Golowkin und Saul "Canelo" Alvarez.

Nun steht der heiß erwartete Rückkampf an.

Golowkin (38 Siege, ein Remis) tritt in der Nacht zum Sonntag ein zweites Mal gegen Alvarez (49-1-2) an. Beim Mega-Fight in Paradise, Nevada geht es um Golowkins Mittelgewichts-Weltmeistertitel der Verbände WBC, WBA (Super-Version) und IBO sowie um den vakanten Titel des "Ring Magazine" (Canelo - Golovkin II ab 2 Uhr deutscher Uhrzeit LIVE im Stream auf DAZN - Highlights Sonntag, 23 Uhr im Free-TV auf SPORT1).

Aber es geht auch um viel böses Blut, das seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen dem kasachischen Champion und seinem mexikanischen Herausforderer geflossen ist.

ANZEIGE: Der Mega-Rückkampf zwischen Golowkin - Alvarez bei DAZN. Jetzt kostenlosen Testmonat sichern!

Drama und Skandale vor dem Rückkampf

Der 36 Jahre alte Golowkin, der seine glanzvolle Profi-Karriere einst in Deutschland begann, dominierte diesen Fight und schien der Sieger nach Punkten zu sein. Die Kampfrichter aber sahen es anders: Dave Moretti sah Golowkin nur knapp vorn (115:113), Don Trella wertete ihn als Unentschieden (114:114), Adelaide Byrd sah aus sportlich unerklärlichen Gründen den 28-jährigen Alvarez vorn, mit 118:110. Ein Unentschieden also, das viele Beobachter als Skandal sahen - aber natürlich auch die Tür für ein Rückmatch öffnete.

Schon am 5. Mai sollte dieses stattfinden, zwei Monate vorher jedoch fiel Alvarez durch einen Dopingtest. "Canelo" (auf Deutsch: "Zimt", er hat den Spitznamen wegen seiner roten Haare) wurde positiv auf das Mittel Clenbuterol getestet. Er versuchte es mit dem Verzehr kontaminierten Fleischs zu erklären.

Der Kampf platzte, Alvarez bekam rückwirkend eine sechsmonatige Sperre aufgebrummt, die im August ablief. Turbulente Verhandlungen für einen Fight im September folgten.

SPORT1 zeigt dieses Jahr 20 Kampfabende live im Free-TV, unter anderem mit Arthur Abraham, Tyron Zeuge und Vincent Feigenbutz

Golowkin attackiert Alvarez wegen Doping

Vor dem Fight gab es nun die nächste Verbalattacke Golowkins zu dem Dauerthema.

"Diese Geschichten über verunreinigtes Fleisch sind Unsinn", sagte Golowkin zu den Beteuerungen seines Gegners, dessen anhaltende Doping-Praktiken unübersehbar seien. "Überall am Bizeps, Bauch - fast am ganzen Körper waren Einstichstellen zu sehen", sagte Golowkin.

Für die Anschuldigungen Golowkins hat Alvarez nur ein müdes Lächeln übrig. "Das sind die Tritte und Schreie eines Ertrinkenden", sagte der 28-jährige, der die Aussagen seines Gegners als "Motivation während meines Trainings" benutzt habe. Er will Golowkin nun die WM-Titel der Verbände WBC, WBA und IBO abjagen.

Zoff um die Kampfbörse

Golowkin pochte wegen Alvarez' Doping-Affäre auf einen größeren Anteil der Kampfbörse. Ursprünglich hatte er eingewilligt, Alvarez 65 Prozent zu überlassen (bei Kampf 1 waren es 70), nach zähen Verhandlungen mit Alvarez' Promoter Oscar de la Hoya bekam Golowkin schließlich 45 Prozent.

Ein großer Zahltag wird es für beide geben: Der erste Kampf hat rund 70 Millionen Dollar eingespielt, von denen Alvarez um die 50 und Golowkin um die 20 Millionen eingestrichen haben.

1,3 Millionen Zuschauer bestellten den ersten Kampf als Pay Per View, das Sequel (PPV-Preis in den USA: 84,99 Dollar) dürfte noch einmal mehr Käufer anlocken.

So können Sie "Golovkin - Alvarez 2" verfolgen:

DAZN überträgt den Kampfabend in der Nacht zum Sonntag exklusiv ab 2 Uhr im Livestream. Das Hauptmatch dürfte etwa um 5 Uhr morgens beginnen. Die Highlights des Kampfs zeigt SPORT1 am Sonntag, 23 Uhr im Free-TV.