München - Nach seinem Sieg hofft Vincent Feigenbutz auf einen WM-Kampf. Arthur Abraham ist als Gegner vorgesehen. Die SPORT1-Experten sind sich uneinig, ob Feigenbutz bereit ist.

von Andreas Pfeffer

Die ganz große Freude wollte bei Vincent Feigenbutz nach seinem Sieg gegen Yusuf Kanguel nicht aufkommen.

Zu eindeutig verlief der Fight in Ludwigshafen gegen den Ersatzgegner - so eindeutig, dass Kanguels Manager Ahmet Öner nach Ablauf der fünften Runde in den Ring stieg und das Handtuch warf.

"Umstellen konnte ich nicht viel, aber ich bin zufrieden", sagte Feigenbutz nach dem Fight bei SPORT1.

Der Kampf im Supermittelgewicht kam überhaupt erst zustande, weil Ronny Mittag und Toni Kraft abgesagt hatten. In seiner Entwicklung als Boxer hat der Fight den 23-Jährigen nicht wirklich weitergebracht.

Feigenbutz peilt WM-Kampf an

Feigenbutz hat höhere Ziele. Langfristig peilt er wieder einen WM-Kampf an. 

"Für einen Titelkampf bin ich natürlich immer bereit. Einen Wunschgegner habe ich nicht, aber meine Traumtitel sind natürlich die aller großen Profi-Verbände", hatte er schon vor dem Fight gegen Kanguel im Gespräch mit SPORT1 verraten. 

SPORT1 zeigt dieses Jahr 20 Kampfabende live im Free-TV, unter anderem mit Arthur Abraham und Vincent Feigenbutz

Seinen bisher einzigen Fight um einen der wichtigsten Gürtel des Boxsports hatte er im Januar 2016 gegen den Italiener Giovanni de Carolis verloren. Damals war Feigenbutz im Duell um den WBA-Titel nach technischem K.o. unterlegen.

Der Wunsch nach einem WM-Fight könnte für den Karlsruher schnell in Erfüllung gehen - und würde die Herzen der Box-Fans in Deutschland höher schlagen lassen.

Im Gespräch als nächster Gegner für Feigenbutz ist kein Geringerer als Artur Abraham.

Als Termin ist nach SPORT1-Informationen der 2. Februar 2019 ins Auge gefasst. Für diesen Samstag hat der Sauerland-Boxstall bei SPORT1 wegen eines TV-Termins nachgefragt und sich bereits zwei größere Hallen als Option gesichert.

Abraham will als Champion aufhören

Der ehemalige Boxweltmeister Artur Abraham hatte im Juli die Spekulationen über ein mögliches Karriereende beendet: "Ich will als Champion zurücktreten. Dafür werde ich alles tun".

Das dürfte gegen Feigenbutz aber kein leichtes Unterfangen werden.

Abraham hatte in seinen letzten beiden Kämpfen enttäuscht. Zunächst unterlag er im Juli 2017 gegen Chris Eubank im Kampf um den IBO-Titel, im vergangenen April siegte er als klarer Favorit zwar gegen den elf Jahre jüngeren Patrick Nielsen, zeigte aber ebenfalls keine überzeugende Vorstellung.

Danach hatte es immer wieder Spekulationen über ein Karriereende des 38-Jährigen gegeben.

Feigenbutz: "Ich stelle mich jedem"

Unklar ist noch, um welchen Titel es überhaupt gehen soll. Die Titel der vier großen Weltverbände (WBA, WBC, WBO, IBF) sind vergeben. Folglich könnte es um den vakanten Titel der IBO gehen.

Feigenbutz ist auf jeden Fall bereit für einen großen Fight - auch gegen Abraham. "Das ist jetzt Management-Sache. Die machen das aus. Ich stelle mich gegen jeden und mache mich bereit", sagte er am Samstag nach seinem achten Sieg in Folge. 

Halmich zweifelt an Feigenbutz

Doch hat Feigenbutz das Zeug für einen erneuten WM-Kampf? Darüber sind sich die SPORT1-Experten Regina Halmich und Axel Schulz uneins.

"Er hat sich unglaublich entwickelt und ist in brenzligen Situationen ruhig geblieben", sagte Halmich, fügte aber skeptisch hinzu: "Ob es schon für eine Weltmeisterschaft reicht, das bezweifle ich."

Schulz bewertete die Leistung und Entwicklung von Feigenbutz wesentlich positiver.

"Er hat das wunderbar gemacht. Von der kämpferischen und boxerischen Leistung war das super", lobte Schulz: "Er war ja schon mal Weltmeister. Ein Kampf gegen Arthur wäre ein Traum für jeden Boxfan. Dann muss man sehen, wer oben steht und wen man angreifen kann." 

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