SPORT1-Experte Axel Schulz (l.) fordert von Arthur Abraham eine dominante Vorstellung © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Arthur Abraham kehrt in den Ring zurück, es geht um alles. SPORT1-Experte Axel Schulz beleuchtet seine Chancen und erklärt, wie er Nielsen schlagen kann.

Hallo Boxfans,

nach 288 Tagen Pause ist es am Samstag wieder so weit: Arthur Abraham steigt in den Ring. Mit dem Dänen Patrick Nielsen wartet ein richtiger Brocken auf "King Arthur" (Countdown ab 18.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im STREAM).

Der letzte Fight, ein WM-Kampf im Juli 2017, endete für Abraham ziemlich unschön. Gegen Chris Eubank Jr. verlor er einstimmig nach Punkten und verspielte damit auch die Teilnahme an der World Boxing Super Series.

Viele rechneten damals damit, dass Arthur zurücktritt. Wahrscheinlich hatte er auch schon selbst mit seiner Karriere abgeschlossen. Jetzt hat er sich aber wieder aufgerappelt und versucht noch einmal alles, um Experten und Fans zu beweisen, dass er es immer noch drauf hat.

Wenn er am Samstag in den Ring steigt, dann kann es nur eine Devise geben: "Alles oder Nichts".

In den letzten Kämpfen hat Arthur nicht mehr so überzeugt wie früher. Deshalb muss er unbedingt versuchen, seine Schwächen abzustellen. In den ersten Runden eines Kampfes ist Arthur oftmals nicht zu 100 Prozent präsent. Er muss aber von der ersten Sekunde an hellwach sein.

Abrahams Schlagkraft ist immer noch enorm, trotzdem darf er sich nicht ausschließlich darauf verlassen. Er muss schneller aktiv werden und noch besser auf seinen Trainer Ulli Wegner hören.

Arthur kann einen Kampf immer vorzeitig beenden, und das macht ihn gefährlich, aber er muss auch den Biss dazu haben.

Viele Ex-Weltmeister lassen sich am Ende ihrer Karriere als Aufbaugegner durchreichen. Das ist immer sehr traurig, außerdem hat das Arthur gar nicht nötig.

Am Samstag geht es für Abraham nicht nur darum zu gewinnen. Er will und muss unter Beweis stellen, dass es für ihn immer noch Sinn ergibt, einen aktuellen Weltmeister herauszufordern. Nur mit Mühe und Not den Kampf für sich zu entscheiden, kann nicht das Ziel sein.

Eine Person wird für Arthur beim Kampf gegen Nielsen ganz besonders wichtig sein: Trainer Ulli Wegner wird alles versuchen, um "King Arthur" zum Sieg zu führen.

Beide haben jetzt eine ganze Zeit lang nicht mehr miteinander gearbeitet. Das könnte eine kleine Hürde sein, aber ich bin mir sicher, dass Ulli wie gewohnt ein sicherer Rückhalt für Arthur sein wird.

Gerade nach so einer langen Pause ist es wichtig, dass der Trainer die Dinge anspricht, die wehtun. Dafür ist Wegner genau der Richtige. Er provoziert Arthur enorm und stachelt ihn immer wieder zu Höchstleistungen an.

Ulli ist jemand auf den Arthur hört, für Samstag ist das die beste Voraussetzung.

Euer Axel Schulz

SPORT1-Kolumnist Axel Schulz starte 1990 seine Profi-Karriere als Schwergewichtsboxer bei Sauerland und kämpfte anschließend unter anderem dreimal um die Europameisterschaft und dreimal um die Weltmeisterschaft. Unvergessen sind seine legendären Fights gegen George Foreman, Francois Botha, Michael Moorer oder Wladimir Klitschko. Sein Kampf gegen Botha am 9. Dezember 1995 hält mit einer durchschnittlichen Reichweite von 18 Millionen Zuschauern bei RTL bis heute den Quoten-Rekord für Box-Übertragungen in Deutschland. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 2006 war Schulz als Experte und Co-Kommentator unter anderem bei diversen Boxübertragungen für das DSF (heute SPORT1), Sky und zuletzt für SAT.1 im Einsatz.

Der Kampfabend am 28. April aus Offenburg im Überblick:

Alshawa Abdulwahab (Syrien) - Roland Petrovics (Ungarn)
James Kraft (Deutschland) - Marco Miano (Italien)
Andranik Hakobjan (Schweiz) - Zoltan Szabo (Ungarn)
Kai Robin Havnaa (Norwegen) - Frank Blümle (Deutschland)
Abass Baraou (Deutschland) - Artur Müller (Deutschland)
Nieky Holzken (Niederlande) - Bernard Donfack (Deutschland)
Leon Bunn (Deutschland) - Tomas Adamek (Tschechien)
Arthur Abraham (Deutschland) - Patrick Nielsen (Dänemark)

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