Tyson Fury (r.) - der neue Schwergewichtsweltmeister
Tyson Fury (r.) - der neue Schwergewichtsweltmeister © Getty Images
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München - Er singt im Ring, spaltet Wassermelonen mit dem Kopf und findet, er habe einen Gelee-Körper. Der frischgebackene Schwergewichtsweltmeister ist alles andere als normal.

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Tyson Fury hat Wladimir Klitschko alle WM-Gürtel abgenommen und ist der Gegenentwurf zum seriösen Ukrainer. Dem Briten kann man vieles nachsagen - nur nicht, dass er ganz normal wäre.

•Grob-Motoriker und Dickschädel

Leichte Schläge auf den Hinterkopf erhöhen das Denkvermögen, heißt es im Volksmund. Schwere Schläge auf die Stirn können sich dagegen auch negativ auswirken. 

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Tyson Fury hat auf seinem Weg zum WM-Titel im Schwergewicht viel ausgeteilt - musste aber auch schon so einiges einstecken.

Das Besondere daran: Einige seiner Gehrinzellen hat nicht einer seiner Gegner zerstört - sondern Fury selbst. Er vollbrachte zum Beispiel das Kunststück, sich selbst einen krachenden Uppercut zu verpassen.

Steht er nicht im Ring, verspürt der 27-Jährige trotzdem das Bedürfnis, sich Gegenstände an den Kopf zu hauen. Hier muss eine Wassermelone herhalten.

•Gelee-Körper - alles andere ist Doping!

Fury sieht sich nicht als Modell-Athleten. Adonis-Körper könnten auch nur durch Schummeln erreicht werden, findet er.

Vor seinem Fight gegen Klitschko machte Fury düstere Doping-Anschuldigungen: "Sie können mir nicht erzählen, dass 99 Prozent dieser Sportler keine Drogen nehmen, wenn sie Körper wie griechische Götter haben."

Er selbst habe einen "natürlichen Körper. Das können Sie sehen. Er ist wie Gelee." Zu bewundern in diesem Video:

•Sänger und Rapper

Tyson Fury hat Musik im Blut. Bette Middler, Aerosmith, Rap - sein Repertoire ist breit. Es gab schon Sportler, die unmusikalischer waren.

•Provokateur

Vor seinen Kämpfen provoziert Fury gerne. "Das sind alles Psychospielchen. Ich mag es, unorthodox und plump zu sein", verriet er vor dem Klitschko-Fight. Hinterher entschuldigte er sich bei Ex-Weltmeister Lennox Lewis sogar für ein paar Sprüche, die er in dessen Richtung getätigt hatte.

Schon jetzt legendär: Eine Pressekonferenz von Wladimir Klitschko stürmte er verkleidet als Batman - und lieferte sich einen Showkampf mit dem Joker.

•Gipsy-Wurzeln

Seine familiären Wurzeln hat Fury in der Volksgruppe der Irish Travellers - vergleichbar mit den Sinti und Roma. Er nennt sich deshalb auch "Gypsy Warrior". Sein Vater ist John "Gypsy" Fury, der besonders bekannt war für seine Fähigkeiten im Bare-Knuckle-Boxen - das Boxen ohne Handschuhe.

Vater Fury zeichnet offenbar ein Hang zur Gewalt aus: Wegen eines Streites um eine Flasche Bier bei einer Gebrauchtwagen-Auktion riss er seinem Kontrahenten einen Augapfel heraus. Er wurde dafür zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt, nach vier Jahren Gefängnis kam er aber wieder frei.

Seinen Vornamen hat Fury übrigens einem anderen nicht ganz normalen Boxer zu verdanken: Sein Vater benannte ihn nach Schwergewichts-Champion Mike Tyson.

•Jesus-Freak und Endzeit-Theoretiker

Nach seinem Sieg gegen Klitschko dankte Fury zuerst Jesus Christus. Immer wieder bekennt er öffentlich seinen christlichen Glauben. Dabei verstörte er mit einem Interview, in dem er Homosexualität und Abtreibung mit Pädophilie gleichsetzte und als Anzeichen der nahe bevorstehenden Apokalypse deutete.

"Die Leute können sagen: Oh, du bist gegen Abtreibung, du bist gegen Pädophilie, du bist gegen Homosexualität, du bist gegen was auch immer. Aber mein Glaube und meine Kultur basiert komplett auf der Bibel", sagte er: "Die Bibel wurde vor langer Zeit geschrieben, ich befolge, was darin steht. Und wenn sie mir sagt, etwas ist falsch, dann ist es falsch für mich. Das ist einfach meine Meinung."

•Vernarrt in die schrecklich nette Familie

Fury ist Familienmensch. Und schwer verliebt in seine Frau Paris Fury - die vom Styling sehr an Paris Hilton erinnert. Das Ehepaar Fury hat zwei Kinder: Die fünfjährige Tochter Venezuela und den dreijährigen Sohn Prince.