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München - Marie Lang ist Kickbox-Weltmeisterin und will ihren Titel am Sonntag erfolgreich verteidigen. Vegane Ernährung soll ihr dabei helfen.

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Vegan zur Titelverteidigung!

Kickbox-Weltmeisterin Marie Lang will am Sonntag im Showpalast München ihren WKU Weltmeistertitel im Vollkontakt bis 62,5kg gegen die 25-jährige Serbin Ajla Lukac verteidigen. (Kickboxen: Marie Lang - Ajla Lukac, Sonntag ab 20.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

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In der Vorbereitung auf ihren 37. Profikampf geht die ungeschlagene Weltmeisterin völlig neue Wege - zum ersten Mal ernährt sie sich vor einem Kampf vegan.

Im Interview mit SPORT1 spricht Lang über ihre Liebe zum Kickboxen und erklärt, wie es zu der veganen Ernährung kam.

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SPORT1: Frau Lang, wie sind Sie zum Kickboxen gekommen?

Marie Lang: Ich bin ursprünglich mit einer Freundin hingegangen, mit 16 Jahren habe ich das Kickboxen für mich entdeckt. Das war zu Beginn eigentlich nur just for fun für mich. Ich hatte nie den Plan, Kämpfe zu machen. Das hat sich dann eher so ergeben. Ich habe zwei Jahre lang trainiert und wollte dann einen Kampf machen. Das war dann ein Unentschieden und das fand ich ziemlich blöd. Ich war nicht gut und nicht schlecht. Daher wollte ich nochmal einen Kampf machen und beweisen, was ich kann. Da war nach dem ersten Kampf noch keine Befriedigung da. Und dann bin ich da hängengeblieben und habe jetzt den 16. WM-Titel in sechs unterschiedlichen Varianten, mit und ohne Low Kicks und unterschiedlichen Gewichtsklassen.

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SPORT1: Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Lang: Als Sportler möchte man natürlich immer alles geben, ich bin sehr ehrgeizig. Ich möchte unbedingt meine Ziele erreichen. Aber natürlich habe ich auch Schwächen. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich an mir zweifle. Jede Vorbereitung hat ihre Höhen und Tiefen. Manchmal denke ich auch: 'Ich hör auf, ich kann das nicht' und bin total in einem Loch. Aber dann kommt wieder meine Stärke, dass ich den Leuten zeigen möchte, warum ich das Kickboxen angefangen habe und dass ich zurecht hier stehe.

Hassliebe zum Kickboxen

SPORT1: Wie würden Sie ihr Verhältnis zum Kickboxen beschreiben?

Lang: Es ist so eine Art Hassliebe zu dem Sport. Klar hasse ich es, Gewicht zu machen, aber wenn man nach dem Kampf im Ring steht, ist es ein geiles Gefühl. Der ganze Stress ist weg.

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SPORT1: Vor Ihrem nächsten Kampf gehen Sie diesmal einen neuen Weg. Sie ernähren sich vegan. Wie sind sie auf die Idee gekommen?

Lang: Ich habe die Dokumentation Gamechanger zum Thema vegane Ernährung gesehen und da ging es darum, dass sich Sportler vegan ernähren. Das fand ich super interessant und wollte das in meiner nächsten Vorbereitung testen.

SPORT1: Haben Sie aus dieser Dokumentation ein spezielles Vorbild mitgenommen?

Lang: Es waren unter anderem auch UFC-Kämpfer dabei und das ist ja auch meine Richtung. Das Spannende daran war, dass es genau das Gegenteil von dem war, was ich sonst immer mache – viel Fleisch, Fisch, Proteine und Gemüse. Jetzt verzichte ich auf diese proteinhaltige Ernährung und hole mir das rein über Gemüse. Es ist also eine komplett andere Herangehensweise und ich bin gespannt, wie sich das bei mir bemerkbar macht.

Einkaufen als Problem

SPORT1: Spüren Sie schon Auswirkungen?

Lang: Im Moment ist es noch schwer zu sagen. Ich ernähre mich jetzt erst seit drei Wochen vegan. Aber ich fühle mich nicht schlapp und das war meine größte Sorge. Aber den Verzicht von Fleisch und Fisch merke ich überhaupt nicht.

SPORT1: Sind Sie im Alltag schon auf Grenzen gestoßen?

Lang: Es ist wahnsinnig schwer, einkaufen zu gehen. In den fertigen Sachen sind überall Eier und Milch drin, was ich auch nicht essen darf. Vegetarier zu sein ist um einiges leichter, als vegan zu leben.

SPORT1: Planen Sie, die Ernährungsumstellung langfristig beizubehalten oder ist das rein für die Kampfvorbereitung?

Marie Lang: Geplant ist diese Ernährungsweise jetzt erstmal bis zum Kampf am 16. Februar. Wie es danach aussieht, wird sich zeigen. Der komplette Verzicht auf Fleisch ist schon schwer, da ich gerne Fleisch esse. Aber ich kann jeden verstehen, der das für sich entscheidet und finde es sehr gut, wenn man darauf achtet, woher das Fleisch und der Fisch kommen.