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München - Mit seiner Entscheidung für Fenerbahce Istanbul sorgt Max Kruse im Sommer für Verwunderung. Doch bislang zahlt sich der Wechsel für den Ex-Bremer aus.

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Immer wieder zeigte Vedad Muriqi mit dem Finger auf seinen Teamkollegen mitten in der Jubeltraube: Max Kruse.

Schließlich wusste der Toptorjäger von Fenerbahce, wem er seinen dritten Saisontreffer hauptsächlich zu verdanken hatte.

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Kruse hatte im Spiel gegen Ankaragücü mit einer schnellen Richtungsänderung gleich zwei Abwehrspieler ins Leere grätschen lassen und mit einer punktgenauen Flanke Muriqi im Zentrum bedient. Der kosovarische Nationalspieler musste nur noch zum 2:1-Siegtor einschieben.

Kruse schon mit fünf Assists in der Süper Lig

Für Kruse war es in der fünften Partie in der Süper Lig bereits die fünfte Torvorlage. Zusammen mit Goalgetter Muriqi, der mit der Empfehlung von 16 Toren vor der Saison von Rizespor kam, bildet der 31-Jährige das neue Traumduo bei Fener.

Nur die Krönung in Form eines eigenen Treffers blieb Kruse bislang verwehrt.

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"Max versucht, viel zu organisieren", sagte Trainer Ersun Yanal vor Saisonbeginn über die Qualitäten des Offensiv-Allrounders. Ähnlich wie bei Werder im vergangenen Jahr agiert Kruse eher hinter der Spitze und schlüpft in die Rolle des Spielgestalters.

Seine fünf Assists stellen ihn im europaweiten Vergleich etwa auf eine Stufe mit BVB-Youngster Jadon Sancho oder auch ManCitys Riyad Mahrez. Aus Europas Top-5-Ligen übertrifft nur City-Star Kevin De Bruyne mit sieben Assists Kruses Wert.

Kruse muss sich für Wechsel rechtfertigen

Dass Kruse selbst nach seinem Vertragsende in Bremen nicht mehr in einer der fünf Eliteligen Europas kickt, war seine Entscheidung. Eine Entscheidung, die ihm im Sommer auch Kritik einbrachte.

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"Ich hätte durchaus die Möglichkeit gehabt, mich für ein Team zu entscheiden, das kommende Saison europäisch spielt. Für mich muss aber mehr stimmen als nur die Gegenwart. Ich habe mir viel Zeit gelassen und auf mein Gefühl gehört", erklärte Kruse im Juli im kicker. "Ich möchte einfach meinen Horizont erweitern und versuchen, mich in einem anderen Land zu beweisen - wie ich es in den letzten 13 Jahren in Deutschland geschafft habe."

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Aus sportlicher Sicht sind ihm die ersten Schritte geglückt, auch wenn er sich abseits des Platzes schon umstellen musste.

"Die Türken sind da noch nicht ganz so weit wie in Deutschland. Es ist alles noch ein bisschen gediegener, alles wird mit der Zeit entschieden, Termine werden schnell geändert", sagte Kruse vor dem Saisonstart und setzte sich zum Ziel: "Grundsätzlich versuche ich, meine Leistung zu bringen und mich von den äußeren Einflüssen nicht beeindrucken zu lassen."

Fenerbahce aus dem Tabellenkeller zurück nach oben

Nach der chaotischen Vorsaison, in der Fenerbahce lange Zeit sogar in Abstiegsgefahr schwebte, ist der starke Saisonstart mit zehn Punkten und Tabellenplatz zwei auch Kruses Fähigkeiten als Vorlagengeber zu verdanken. Auf Twitter kursierte zuletzt eine Fotomontage mit Kruse als Zauberer.

Kruse ist nur eines der neuen, aber doch altbekannten Gesichter, die Fenerbahce mit ihrer Erfahrung zurück zu alter Stärke führen sollen. Im defensiven Mittelfeld sorgt etwa Ex-Bayern-Star Luiz Gustavo für Ordnung und in der Abwehr steht mit Adil Rami sogar ein 2018er-Weltmeister.

Am Wochenende steht für Fenerbahce mit dem Derby gegen den durchwachsen gestarteten Meister Galatasaray die erste echte Bewährungsprobe auf dem Programm.

Feners Hoffnungen ruhen dabei auch wieder auf Kruse. Sollte er ausgerechnet im Stadtderby sein Tordebüt feiern, wäre er wohl endgültig in Istanbul angekommen.