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München - Inter Mailand sichert sich die Vizemeisterschaft. Große Freude? Fehlanzeige. Stattdessen redet Trainer Antonio Conte Klartext und in Mailand bricht das Chaos aus.

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Vizemeister mit nur einem Punkt Rückstand auf Meister Juventus Turin - und trotzdem ist bei Inter Mailand das große Chaos ausgebrochen.

Es begann mit einem Rundumschlag von Trainer Antonio Conte nach dem 2:0-Sieg bei Atalanta Bergamo am Samstag.

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"Es war für mich persönlich ein hartes Jahr, sehr hart", hatte der Italiener bei Sky Italia geschimpft: "Ich glaube nicht, dass die Arbeit der Spieler gewürdigt wurde. Ich glaube nicht, dass meine Arbeit gewürdigt wurde, und wir alle wurden vom Klub sehr wenig geschützt."

Inter-Coach Conte knöpft sich Präsident Zhang vor

Contes Worte richteten sich vor allem an Präsident Steven Zhang: "Wir müssen in allen Bereichen wachsen und uns verbessern, auch abseits des Platzes. Und ein großer Klub sollte seine Spieler besser schützen. Wir werden das alles am Ende der Saison besprechen, ich muss den Präsidenten treffen, der ist gerade in China."

Der 51-Jährige ergänzte: "Ich mag keine Leute, die auf einen Zug aufspringen, davon habe ich in diesem Jahr bei Inter sehr viele gesehen." Vor allem in schwächeren Phasen vermisste Conte die Rückendeckung des Klubs.

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Über ihm und seinen Spielern sei "ein Haufen Scheiße" ausgekippt worden. "Wir mussten monatelang Scheiße fressen und bekamen null Schutz", wetterte Conte. "Ich kann im ersten Jahr ein Blitzableiter sein, aber wenn man nicht lernt und immer wieder die gleichen Fehler macht, ist das einfach verrückt."

Conte habe kürzlich ein Interview mit Luciano Spalletti aus dem Jahr 2017 gelesen, in dem der damalige Inter-Coach die Missstände ansprach. "Wir befinden uns jetzt im Jahr 2020 und nichts hat sich geändert", betonte Conte.

Allegri und Pochettino als Nachfolger gehandelt

Nach dem Ausbruch von Conte sind sich die italienischen Medien einig, dass der Schaden, den das Interview hinterlassen hat, irreparabel sei. 

Demnach zerbrechen sich die Verantwortlichen in Mailand bereits die Köpfe darüber, wer die Nachfolge des 51-Jährigen antreten soll. 

Massimiliano Allegri erscheint dabei als wahrscheinliche Lösung. Der italienische Erfolgscoach trainierte zuletzt Juventus, hat ein Sabbatjahr hinter sich und ist nun wohl wieder bereit, einen Klub zu trainieren.

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Eine weitere Möglichkeit soll Mauricio Pochettino darstellen. Der frühere Trainer von Tottenham Hotspur befindet sich ebenfalls auf Vereinssuche. 

Inter mit bester Punktausbeute seit zehn Jahren

Beide würden es nicht leicht haben, eine sportliche ähnlich erfolgreiche Saison zu spielen - wie es Inter unter Conte tat.

Die Mailänder spielten mit 82 Punkten die beste Saison seit zehn Jahren. Erstmals überhaupt verpasste Inter trotz 79 oder mehr Punkten in einer Spielzeit den Scudetto.

Am Mittwoch steht für Inter das Achtelfinale der Europa League gegen den FC Getafe an. Kaum vorstellbar, dass Conte bei der Partie nicht mehr auf der Trainerbank der Nerazzurri sitzt. Möglich scheint im Mailänder Chaos derzeit aber vieles zu sein.