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München - Ralf Rangnick soll der neue starke Mann beim AC Mailand werden. Schon seit Wochen sorgt der mögliche Deal für Unruhe bei den Rossoneri. Nun wird es konkreter.

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Die Personalie Ralf Rangnick stürzt den AC Mailand immer mehr ins Chaos.

Ein Engagement des 61-Jährigen bei dem italienischen Traditionsklub wird immer wahrscheinlicher, der frühere Coach von RB Leipzig soll nach englischem Vorbild zur neuen Saison sowohl Trainer als auch Sportdirektor und damit der neue starke Mann der Rossoneri werden - das sorgt beim italienischen Traditionsklub allerdings für Ärger. Erwischt hat es nun Manager Zvonimir Boban. 

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Milan feuert Boban - Pioli vor Rücktritt

Am Dienstag erhielt der Kroate ein Entlassungsschreiben von der Vereinsführung, der 51-Jährige hat noch sechs Tage Zeit, um seinen Schreibtisch zu räumen und sich zu verabschieden. 

Der Klub zog damit Konsequenzen aus einem Interview Bobans, in dem er Geschäftsführer Ivan Gazidis wegen dessen Kontaktaufnahme zu Rangnick als Ersatz für Coach Stefano Pioli harsch kritisiert hatte.

Boban hatte bemängelt, dass Gazidis Rangnick zuletzt offenbar in einem Alleingang zum früheren Champions-League-Sieger habe locken wollen. "Uns darüber nicht zu informieren, war respektlos und nicht elegant. Das ist nicht Milan-Stil", hatte Boban in der Gazzetta dello Sport geschimpft.

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Coach Pioli steht wegen der chaotischen Situation offenbar vor einem zügigen Rücktritt beim momentanen Tabellensiebten der Serie A. Das berichtete jedenfalls Tuttosport. Demnach könnte Pioli aus Protest hinwerfen, wenn sein Nachfolger nun schon drei Monate vor Saisonende feststehen sollte.

Was wird aus Maldini?

Zuvor hatte sich auch die Milan-Legende Paolo Maldini, mittlerweile technischer Direktor, kritisch über ein Engagement Rangnicks geäußert: "Bei allem Respekt, ich glaube, dass er nicht das richtige Profil für einen Klub wie uns hat", hatte der 51-Jährige bei Sky Italia gesagt.

Auch seine Zukunft ist nach der Entlassung Bobans offen. Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass Maldini die Saison bei Milan zu Ende bringt, um noch größeres Chaos zu vermeiden. Dann könnten er und sein Herzensklub allerdings getrennte Wege gehen.

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Gleiches gilt wohl für Sportdirektor Frederic Massara, der über die aktuelle Entwicklung ebenfalls nicht begeistert ist. Der Weg für Rangnick wäre dann endgültig frei. 

In den letzten Jahren waren die stolzen Rossoneri nach und nach ins Mittelmaß italienischen Fußballs versunken. 

Gazidis verspricht sich von Rangnick, dass er Milan wieder zu einem Top-Klub formt, so wie er das zuletzt in Leipzig getan hatte. 

Hitzfeld rät Milan zu Rangnick

"Dass der deutsche Fußball heute so weit ist, ist zu großen Teilen Ralf zu verdanken", schwärmte Trainer-Legende Ottmar Hitzfeld bei der Gazetta dello Sport über Rangnicks Fähigkeiten: "Ich sehe ihn als Visionär, der viele interessante und umsetzbare Ideen hat."

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Hitzfeld meint, dass Rangnick bei einem Engagement auf jeden Fall "Vertrauen" und Raum zur Entfaltung bräuchte. "Ich glaube, dass er Trainer und Sportdirektor sein will", sagte der 71-Jährige, der mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund die Champions League gewonnen hat.

Trotz, oder vielleicht gerade wegen des Chaos, dass die Personalie Rangnick in der Modemetropole ausgelöst hat, rät Hitzfeld Milan zu einem Engagement des Deutschen: "Ich glaube, dass es richtig wäre, ihm diese Chance zu geben."