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München - Nach einem vielversprechenden Start in Italien herrscht bei Franck Ribéry nun Ernüchterung. Sein Image als "Phänomen" bröckelt, eine Verletzung legt ihn auf Eis.

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Was wurde er gefeiert bei seiner Ankunft! Doch ein paar Monate später herrscht Ernüchterung bei Franck Ribéry und dem AC Florenz.

Nachdem er nach einer Rotsperre endlich wieder für den AC Florenz auflaufen konnte, folgte für Ribéry der nächste Rückschlag. Bei der enttäuschenden 0:1-Pleite gegen Abstiegskandidat US Lecce musste der frühere Bayern-Star verletzt ausgewechselt werden.

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Wenig später folgte die Diagnose: Knöchelverletzung. Wie lange Ribéry ausfällt ist nicht sicher. Eines ist allerdings klar: Der Hype um den Superstar ist - wohlwollend ausgedrückt - abgeebbt.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen.

Ribéry erobert Florenz  

Im August hatte Ribéry seinen ablösefreien Wechsel vom FC Bayern zum AC Florenz publik gemacht. Was folgte waren Begeisterungsstürme in Italien und blanke Euphorie in Florenz.

Die Fans empfingen den Franzosen begeistert und nannten ihn "Il Fenomeno" (das Phänomen) und "Franck il Magnifico" (Franck den Prächtigen). Der Prächtige, so wurde in der schönen und geschichtsträchtigen Hauptstadt der Toskana vor Ribérys Ankunft nur der legendäre Florentiner Lorenzo de’ Medici genannt.

Auch Ribéry war sofort begeistert und sprach von "Liebe auf den ersten Blick".

Auf dem Platz zeigte der Offensiv-Star dann, wie wohl er sich fühlte. Er bewies den Kritikern auf Anhieb, dass er mit seinen 36 Jahren nicht zu alt ist und er außerdem nicht nur zur Fiorentina ging, um seine Karriere ausklingen zu lassen.

Ribéry präsentierte sich in bestechender Form und steuerte in seinen ersten sechs Ligaspielen auch zwei Tore und einen Assist bei. Zur Belohnung wurde er zum Spieler des Monats September in der Serie A gewählt.

Eklat beim Spiel gegen Lazio Rom

Einen Monat später folgte auf den Höhepunkt aber Ernüchterung. Ribéry zeigte sich im Heimspiel gegen Lazio Rom von seiner anderen Seite. Von seiner hässlichen Seite, die er in seiner langen Karriere immer wieder offenbarte.

Ribéry hatte nach dem späten Siegtreffer von Lazios Ciro Immobile komplett die Beherrschung verloren und Linienrichter Matteo Passeri körperlich und verbal angegangen.

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In seiner Wut über ein vermeintliches Foulspiel vor dem Gegentor schubste er den Offiziellen und bedachte ihn mit respektlosen Aussagen. Er sah daraufhin die Rote Karte.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der Offensivspieler schon gar nicht mehr auf dem Platz gestanden. Er war eine viertel Stunde vor Spielende ausgewechselt worden.

Ribérys Image bröckelt

"Ich war sehr aufgebracht und traurig", erklärte sich Ribéry nach dem Eklat in den sozialen Netzwerken. Er ließ eine Entschuldigung folgen, trotzdem flaute der Hype erstmals ab. Das Image des Prächtigen begann zu bröckeln.

Drei Spiele musste der Franzose zusehen, dann, als er endlich wieder auf dem Rasen stand, folgte die erwähnte Knöchelverletzung.

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Die Zweifel, die Ribéry durch seine Entgleisung hervorrief, kann er momentan sportlich nicht ausräumen. Er ist zum Zusehen verdammt und verliert - derzeit unverschuldet - in jeder Woche einen Teil des Glanzes, den er als "Il Fenomeno" nach Florenz brachte.

Es kommt hinzu, dass der AC Florenz im Niemandsland der Serie A feststeckt. Nach 14 Spielen stehen die Violetten nur auf Rang 13. Zuletzt setzte es drei Pleiten in Folge.

Florenz und Ribery - sie durchleben im Moment eine schwere Zeit.