Antonio Conte spricht nach seiner Rückkehr zu Inter Mailand über das Rassismus-Problem in Italien
Antonio Conte spricht nach seiner Rückkehr zu Inter Mailand über das Rassismus-Problem in Italien © Getty Images
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Antonio Conte schlägt Alarm. Der Trainer von Inter Mailand sieht eine dramatische Entwicklung in der Serie A und richtet einen eindeutigen Appell an die Medien.

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Antonio Conte hat sich mit eindringlichen Worten zum schleichenden Fortschritt des Rassismus in der Serie A geäußert.

Der Trainer des italienischen Topklubs Inter Mailand sprach auf einer Pressekonferenz am Freitag mit großer Sorge über die aktuelle Entwicklung.

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"Ich bin nach drei Jahren zurückgekommen und alles ist schlimmer geworden", sagte der Coach. Conte hatte den Job in Mailand im Mai übernommen, nachdem er zuvor zwei Jahre lang den FC Chelsea in England trainiert hatte. 

Vorbild England? Conte will Fortschritt

Mit Romelu Lukaku war einer seiner Inter-Profis zuletzt gleich zweimal rassistischen Anfeindungen zum Opfer gefallen. Erst hatten Fans von Cagliari Calcio den Stürmer während eines Spiels mit Affenlauten bedacht, dann hatte sich ein TV-Kommentatro bei TopCalcio24 rassistisch geäußert (woraufhin er entlassen wurde).

"Sehr viel Hass, Ablehnung", sieht Conte im italienischen Fußball:" Das ist sehr schlecht. Diese Dinge existieren in Italien und es wird nur schlimmer und schlimmer."

Mit Blick auf seine Zeit in England erklärte der ehemalige italienische Nationaltrainer: "Dort schmeißen sie die Fans ins Gefängnis und werfen die Schüssel weg. Sie kommen nicht mehr zurück ins Stadion. Deshalb sieht man in englischen Stadien Familien."

Inter-Trainer nimmt auch Presse in die Pflicht

Conte forderte auch in dieser Hinsicht Fortschritte in seinem Heimatland: "Ich wiederhole: Wir müssen uns verbessern."

An der Entwicklung seien "alle schuld". Auch die Medien bezog Conte in seine Kritik mit ein. "Es gibt Artikel, die einen Mangel an Respekt fördern. Wir werden unser Gewissen alle einer Prüfung unterziehen müssen." Er mache sich Sorgen um kommende Generationen, die "vor einer Tastatur aufwachsen und von Hass und Gewalt lesen."

Er wünsche sich mehr positive Signale durch der Presse. "Stachelt die Gewalt nicht an und hebt die Rivalitäten hervor."