München - Nicht Cristiano Ronaldo, sondern Krzysztof Piatek führt die Torschützenliste der Serie A an. Als "nächster Lewandowski" sieht sich der Pole deswegen aber nicht.

von Maximilian Lotz

Es sind die ganz großen Namen, die momentan in einem Atemzug mit dem Toptorjäger Italiens genannt werden.

Was Krzysztof Piatek an den ersten Spieltagen geschafft hat, gelang zuletzt Andriy Shevchenko 1999 bei seinem Debüt für den AC Mailand: Fünf Tore in den ersten vier Einsätzen in der Serie A. Mit dieser Ausbeute stiehlt Piatek aktuell Topstars wie Cristiano Ronaldo, Ciro Immobile oder Gonzalo Higuain die Show.

Der Mittelstürmer führt in der Liga nur das fort, was mit seinem sensationellen Viererpack beim Debüt für den FC Genua in der Coppa Italia im August begann, als er US Lecce beim 4:0-Sieg im Alleingang abschoss.

Ein Traumeinstand für den 23-jährigen Polen, dessen noch kurzer Karriereweg gewisse Ähnlichkeiten zu einem berühmten Landsmann aufweist. Schließlich war Robert Lewandowski auch erst 22, als er den Schritt aus der polnischen Ekstraklasa in eine europäische Topliga wagte. Während Lewandowski bei seinem Erstligadebüt in Polen 19 Jahre alt war, feierte Piatek seinen Einstand sogar als 18-Jähriger.

Piatek scheut Vergleich mit Lewandowski

Borussia Dortmund überwies vor acht Jahren 4,75 Millionen Euro an Lech Posen. Genua zahlte in diesem Sommer 4,5 Millionen Euro an Cracovia Krakau.

Und es dauerte nicht lange, bis die Presse ihm den Titel "der nächste Lewandowski" verpasste. "Ich kann nicht mit Lewandowski verglichen werden, er spielt für Bayern München und ich bei Genua", wiegelte Piatek bei Sky Italia ab.

Was ihn aber nicht davon abhält, regelmäßig seine Stärke unter Beweis zu stellen. Die liegt vor allem in seinem wuchtigen Abschluss mit dem rechten Fuß. Aber auch mit seinem schwächeren linken hat der Shootingstar schon getroffen.

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"Ich hatte einen starken Start, das liegt auch daran, dass der Ball nach mir sucht", versuchte sich Piatek an einer Erklärung.

Enttäuschung bei der Nationalmannschaft

Die Gründe für seine Leistungsexplosion lassen sich in der Tat nicht wirklich klar definieren.

Noch im Frühjahr musste er eine große Enttäuschung verkraften. Nach einer starken Saison mit 21 Toren für Cracovia stand Piatek im vorläufigen Kader der polnischen Nationalmannschaft für die WM in Russland. Coach Adam Nawalka strich ihn aber noch aus seinem endgültigen Aufgebot.

Schon bei der U21-EM 2017 im eigenen Land lief es für Piatek nicht zufriedenstellend, in der Vorrunde wurde er nur zweimal kurz vor Schluss eingewechselt, ehe er im letzten - aber bedeutungslosen - Gruppenspiel von Beginn an ran durfte.

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Seine starken Leistungen wurden aber mittlerweile auch in seiner Heimat registriert. Unter Polens neuem Nationaltrainer Jerzy Brzeczek feierte er im September beim 1:1 im Test gegen Irland sein Länderspieldebüt - untypisch für ihn allerdings ohne eigenen Treffer.

Genua-Trainer: "Piatek bringt Komplettpaket mit"

Die erzielt er momentan lieber im Trikot Genuas.

"Ich habe fast Angst, über Piatek zu reden, weil es den Druck auf ihn nur erhöht. Aber es sieht wirklich so aus, als bringe er das Komplettpacket mit", sagt Genuas Trainer Davide Ballardini über seinen Schützling.

"Ich habe das Gefühl, dass er wirklich ein wichtiger Spieler werden kann. Aber das flüstere ich lieber, als dass ich es von den Dächern rufe."

In aller Munde ist Piatek aber auch so schon.