Amin Younes spricht über Wechsel-Wirbel, DFB-Team und Nouri
Amin Younes wechselte im Sommer von Ajax Amsterdam zum SSC Neapel © Getty Images

Amin Younes bricht nach seinem Wechsel zum SSC Neapel sein Schweigen und erklärt, wie es zum Wechsel-Wirbel gekommen ist, Zudem verrät er, warum er nun die 34 trägt.

von SPORT1

Nationalspieler Amin Younes hat sich nach dem Wechsel-Wirbel um seine Person erstmals ausführlich geäußert.

"Ich übernehme dafür die Verantwortung", sagte der Mittelfeldspieler, der im Sommer nach zahlreichen Irrungen und Wirrungen zum SSC Neapel  wechselte, der Nachrichtenagentur dpa. "Ich habe Fehler gemacht", erklärte er weiter: "Ich habe den falschen Menschen vertraut, war naiv. Das kreide ich mir an. Manche Leute wollten mir Flöhe ins Ohr setzen. Und ich habe sie mir leider reinsetzen lassen."

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Younes dementierte aber Vorwürfe er sei gegenüber dem SSC Neapel im Januar und dem VfL Wolfsburg vertragsbrüchig geworden. "Das stimmt nicht." Ebenso sei es "völliger Quatsch", dass er im Winter nicht nach Neapel gewechselt sei, weil ihm die Stadt nicht gefallen habe oder er von einem Mafioso angegangen worden sei, wie internationale Medien berichteten. "Der Medizincheck war in Rom, die anderen drei Tage habe ich im Trainingszentrum verbracht, das 40 Minuten vom Zentrum entfernt ist", schilderte Younes seinen Aufenthalt in Italien.

Einwechsel-Eklat: "So etwas macht man nicht"

Im März sorgte er beim 4:1 seines damaligen Teams Ajax Amsterdam gegen Heerenveen für einen weiteren Eklat, als er sich weigerte in der Nachspielzeit, eingewechselt zu werden.

"Das war falsch, den Teamkollegen und dem Verein gegenüber. So etwas macht man nicht. Ich bin ein junger Mensch und mache Fehler. Aber als Profi hat man eine Vorbild-Funktion", so der 25-Jährige über seine Aktion damals.

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Im Anschluss wurde er für zwei Wochen suspendiert, kehrte aber danach nicht mehr in den Profi-Kader von Ajax zurück. "Die Verantwortlichen meinten, es sei besser so. Sie wollten mich schützen und dass der Verein zur Ruhe kommt."

Younes hat DFB-Team noch nicht abgehakt

Younes, der 2017 mit dem DFB-Team den Confed Cup gewann, verpasste damit auch die WM-Teilnahme. Seine Karriere im Nationalteam hat er dennoch längst nicht abgehakt. "Es war ein Traum und ein Privileg, dabei sein zu dürfen. Und ich gebe alles dafür, irgendwann wieder dabei zu sein. Aber erst einmal muss ich fit werden."

Younes laboriert aktuell an einem Achillessehnen-Riss und ist daher für Neapel noch ohne Einsatz. Beim Team von Trainer Carlo Ancelotti hat er sich die Nummer 34 ausgesucht, in Erinnerung an seinen Ex-Teamkollegen Abdelhak Nouri, der bei einem Testspiel gegen Werder Bremen ins Koma fiel.

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Amin Younes (l.) und Abdelhak Nouri (r.) hatten ein enges Verhältnis © Getty Images

"Ich hatte ein sehr, sehr enges Verhältnis zu ihm und seiner Familie. Er saß in der Kabine neben mir. Wir haben dieselbe Religion, dieselbe Kultur. Er ist ein ganz feiner Junge, wie es sie in diesem Geschäft nur noch selten gibt. Deshalb hat das alles sehr weh getan", schilderte Younes sein besonderes Verhältnis: " Aber ich denke immer an ihn. Deshalb habe ich mir in Neapel auch ganz bewusst die 34 ausgesucht. Seine Rückennummer."