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Tottenham droht eine Horror-Saison unter Trainer José Mourinho. Muss der Portugiese die Engländer nach der Saison verlassen?

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José Mourinho gerät bei Tottenham Hotspur immer mehr unter Druck.

Ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Manchester United musste der Portugiese eine schwerwiegende Niederlage hinnehmen. Nach dem schwachen 1:3 rückt die anvisierte Qualifikation zur Champions League mit den Spurs in weite Ferne. (Service: Tabelle der Premier League)

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Zum ersten Mal in seiner Trainerkarriere muss Mourinho zehn Ligapleiten in einer Saison hinnehmen. Nach dem vorzeitigen Aus in der Europa League ein neuer Tiefpunkt für den 58-Jährigen. "Ich kann nicht sagen, was ich denke", erklärte der erfahrene Coach nach dem verlorenen Spiel gegen Man United. 

Mourinho und das Ende von "The Special One"?

Es scheint, als habe der einstige Titelsammler endgültig seinen Glanz verloren. Englische Medien titeln bereits: "The Special One is DONE". Es wird erwartet, dass sich Mourinho spätestens im Sommer von Tottenham verabschieden muss, sollte die Teilnahme zur Königsklasse verfehlt werden.

Im schlimmsten Fall droht Tottenham sogar eine Spielzeit komplett ohne Europacup-Auftritt. Dabei sind die Engländer seit über zehn Jahren ein Stammgast in der Champions oder Europa League, gekrönt mit der CL-Finalteilnahme 2019.

Ex-Stürmer Chris Sutton sieht die Entwicklung von Mourinho eindeutig negativ. "Der Mourinho, der mit bemerkenswertem Charisma drei Titel gewann, wurde durch einen Mourinho ersetzt, der der Welt drei Finger entgegenstreckt und finster dreinblickt. Er ist eine frustrierte, konfrontative, reizbare Figur und lebt von vergangenem Ruhm", kommentierte der Brite in der Daily Mail.

Parallelen zu ManU-Aus von Mourinho

Die aktuelle Situation von Mourinho erinnert ein wenig an die Zeit kurz vor seinem Ende bei Manchester United. England-Legende Gary Neville hatte schon damals erklärt, dass man Mourinho nicht zutrauen könne, ein Team langfristig zu führen. "Man hört den Pressekonferenzen zu und sie sind sich nicht sicher, was er als nächstes sagen wird und sie wissen nicht, was sie mit ihm machen sollen", hatte der Ex-Profi zu jener Zeit über die Verantwortlichen von United gesagt. Diese Unsicherheiten zeigen sich nun auch bei Tottenham.

Stan Collymore sieht das Problem von Mourinho vor allem im Umgang mit den Spurs-Spielern, dass er sein Team zu hart kritisiere. "Mourinho hat es letzte Woche nach Tottenhams Unentschieden gegen Newcastle wieder getan. 'Gleicher Trainer, andere Spieler', hatte der Coach gesagt, als er daran erinnert wurde, dass seine Mannschaften normalerweise wissen, wie man eine Führung verteidigt", erklärte der ehemalige Liverpool-Stürmer im Mirror.

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Schlechteste Bilanz in Mourinhos Trainerkarriere

Auch Mourinhos Punkteschnitt seit seinem Amtsantritt im November 2019 bei den Spurs beweist die aktuell schwache Bilanz. Mit durchschnittlich 1,78 Punkte pro Partie handelt es sich obendrein um den schlechtesten Schnitt von Mourinhos gesamter Trainerlaufbahn. Zum Vergleich: Während seinen erfolgreichsten Tagen (u.a. bei Real Madrid) sammelte der vierfache Welttrainer 2,3 Punkte pro Spiel.

Immerhin: Eine Chance auf einen Titel mit Tottenham bleibt Mourinho noch. Ende April treffen die Nordlondoner auf Manchester City im Carabao-Cup-Finale. Hier könnten sich die Spurs mit einem Sieg gegen den favorisierten Gegner doch noch eine Teilnahme an der Europa League ermöglichen, sollte der Klub in der Premier League die entsprechenden Plätze verpassen. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Auf jeden Fall würde es zu Mourinhos bisheriger Karriere passen, sollte er nach dieser Saison das Traineramt räumen müssen. Denn im Durchschnitt war er fast zwei Jahre lang Trainer bei seinen jeweiligen Vereinen.