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München - Sergio Agüero kam als Maradonas Schwiegersohn und geht als Legende von Manchester City. Der Argentinier hinterlässt nicht nur wegen seiner vielen Tore Spuren.

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Bobby Moore hat eine, Sir Matt Busby auch, Bill Shankly ebenfalls, und Sir Alex Ferguson sowieso.

Wen die Briten verehren, verewigen sie in den allermeisten Fällen mit einer Statue. Das ist auch im Fußball so.

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Allein deshalb schon kann sich Sergio Agüero darauf etwas einbilden, wenn demnächst auch ein Denkmal von ihm angefertigt wird – natürlich vor dem Etihad Stadion von Manchester City. Dem Klub, für den der Stürmer in den vergangenen zehn Jahren Tore am Fließband geschossen hat.

Bei dem 32-Jährigen kommen aber noch zwei kleine, aber nicht unwichtige Detail dazu. Er ist Argentinier und war zum Zeitpunkt seines Wechsels nach Manchester der Schwiegersohn von Diego Maradona.

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Erinnerungen an Maradona und Mexiko

Das sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um auf der Insel Fuß zu fassen. Schließlich waren die politischen Beziehungen beider Länder vor allem wegen der Falkland-Krise lange Zeit angespannt. Und der Name Maradona sorgt auch 35 Jahre nach der "Hand Gottes" und des Jahrhundert-Tores im WM-Viertelfinale von Mexiko bei vielen Engländern für ungute Erinnerungen.

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Dass Agüero nach seinem nun bekannt gewordenen Abschied zum Sommer dennoch diese große Ehre zuteil wird, sagt viel über seine Popularität in England als Spieler und Mensch aus. (Die Tabelle der Premier League)

Dabei ist die Ankündigung von ManCity, ihn mit einer Statue zu würdigen, bei weitem nicht die einzige Ehrerbietung, die der Stürmer in seiner zweiten Heimat erfahren hat.

Richards: "Agüero ist eine unglaubliche Person"

"Ich fühle mich geehrt, zusammen mit Sergio Agüero in einem Team gespielt zu haben. Wenn ich jemanden auswählen müsste, der mit einem Tor mein Leben retten könnte, würde ich ihn wählen", schreibt sein langjähriger City-Teamkollege Micah Richards in der Daily Mail. "Er ist nicht nur ein unglaublicher Spieler, sondern auch eine unglaubliche Person."

Agüero sei einer der bescheidensten Spieler gewesen, die man sich vorstellen könne, so Richards weiter. "Ich habe ihm persönlich viel zu verdanken. Ohne ihn hätte ich nie einen Premier-League-Titel gewonnen." (Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

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Agüero sichert ManCity den Last-Minute-Titel

Am Ende wurden es sogar zwei, die der Engländer zusammen mit dem Argentinier gewinnen konnte. Wobei vor allem der erste nicht nur bei Spielern, sondern auch bei vielen Fans der Citizens bis heute zu den emotionalsten Momenten in ihrem Leben gehören dürfte.

44 Jahre lag damals der letzte Meistertitel für City zurück, als die Skyblues 2012 – zu dieser Zeit schon kräftig alimentiert von einer Investorengruppe aus Abu Dhabi – wieder einmal Meister wurden.

Und wie! Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit gelang der entscheidende Treffer zum 3:2-Sieg über die Queens Park Rangers. Es war Sergio Agüero, der dem Stadtrivalen Manchester United mit diesem Tor in der letzten Sekunde den schon sicher geglaubten Titel entriss. Wer sonst?!

"In diesem Moment habe ich geweint wie ein Baby. Ich habe so etwas zuvor noch nie erlebt", erinnerte sich Noel Gallagher, Sänger der legendären Rock-Band Oasis und großer City-Fan, in einem BBC-Interview. Zum Abschied von Agüero postete er ein Foto von sich mit dem Torjäger auf Twitter.

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Nur ein Jahr nach seiner Ankunft hatte sich Agüero, der sich 2012 auch von Maradonas Tochter scheiden ließ, bei den Citizens also schon unsterblich gemacht. "Er hat viel geleistet und viel dazu beigetragen, dass wir da stehen wo wir jetzt stehen", sagte sein Teamkollege Ilkay Gündogan am Dienstagmittag. "Ich bin ihm sehr dankbar und bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich sein legendäres Tor mit Original-Kommentar sehe."

Doch dieses Tor sollte erst der Anfang gewesen sein von einer Beziehung, die Agüero in seinem Abschiedspost auf Instagram als "unzerstörbares Band" bezeichnete.

Agüero bedankt sich für die Zeit in Manchester

"Dass ich zehn ganze Spielzeiten für Manchester City gespielt habe, erfüllt mich mit großer Genugtuung und Stolz", schrieb er weiter. Die Menschen, die den Klub liebten, würden auch immer in seinem Herzen sein.

Ob Pep Guardiola auch dazu gehört, war aus dem Post nicht herauszulesen. Der Trainer hatte ihn in dieser Saison nur noch selten von Beginn an eingesetzt und wissen lassen, dass er in Zukunft nicht mehr mit ihm plane.

Müsse man den Katalanen dafür kritisieren, dass er einen so verdienten Spieler so mir nichts, dir nichts vor die Tür setzt? Das fragt sich nicht nur der ehemalige Profi und heutige Mail-Kolumnist Chris Sutton.

Schließlich hat Agüero bislang 257 Tore für den Verein erzielt, steht in der ewigen Premier-League-Torjägerliste auf Platz vier und wird am Ende dieser Saison mit dem derzeit ungefährdeten Spitzenreiter City aller Voraussicht nach den fünften Meistertitel feiern. Sutton meint, dass Guardiola noch nie vor unpopulären Entscheidungen zurückgeschreckt habe. Der Erfolg habe ihm aber immer Recht gegeben.

Und so muss nun eben auch Agüero akzeptieren, dass er bei City nicht mehr gebraucht wird. Das heißt aber nicht, dass er nicht noch woanders ein paar sehr erfolgreiche Jahre verbringen könnte.

Er selbst hat noch nicht entschieden, wie genau es weiter geht. Sein ehemaliger Mitspieler Richards ist sich jedoch sicher: "Wenn er fit bleibt, kann er auch in diesem Alter noch 15 bis 20 Tore schießen."