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Thiago schließt sich nach sieben Jahren beim FC Bayern dem FC Liverpool an. Fünf Monate später darf man die Frage stellen, ob der Spanier seinen Wechsel bereut.

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Es ist nun rund fünf Monate her, als sich rund um Thiago für viele Beobachter vor allem eine Frage stellte: Liverpool oder Manchester - Jürgen Klopp oder Pep Guardiola? 

Der Spanier landete bekanntermaßen beim Meister FC Liverpool, der 22 Millionen Euro nach München überwies. Fünf Monate später ist nun allerdings Manchester City auf Meisterkurs und die Reds stecken in einer tiefen Krise - genau wie Thiago selbst. 

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Wäre er also besser zu den Citizens gewechselt?

"Allen voran ist Thiago ein fantastischer Spieler. Er ist sehr gut am Ball. In mancher Hinsicht und wenn man sieht, wie Manchester City spielt, würde er aufgrund seiner Spielweise vielleicht besser zu Manchester City passen", räumt Liverpool-Legende John Barnes im Gespräch mit SPORT1 ein. "Deswegen liebte ihn Guardiola so bei Bayern München und bei Barcelona."

Thiago wird von Liverpools Kapitän angeschrien

Den Tiefpunkt seiner bisherigen Zeit in Liverpool erlebte Thiago womöglich am Samstag.

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Die 1:3-Pleite gegen Leicester City war die dritte Niederlage der Reds in der Premier League in Folge. Das gab es zum letzten Mal im November 2014 - war allerdings noch längst nicht alles, was Thiago an diesem Samstag erlebte. 

Als es schien, als könnte Liverpool einen Befreiungsschlag bei den Foxes landen, foulte Thiago Leicesters Harvey Barnes recht ungeschickt an der Strafraumkante. Sein Teamkollege Jordan Henderson war mit diesem Zweikampfverhalten überhaupt nicht einverstanden. 

Der Kapitän der Reds lieferte sich ein heftiges Wortgefecht mit Thiago - oder besser: Er schrie ihn förmlich an. Da passte es ins Bild, dass aus dem Freistoß das 1:1 durch James Maddison resultierte, das das Comeback von Leicester auf den Weg brachte. 

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Liverpool-Legende: Spieler müssen sich an Thiago anpassen

Klar, auf dem Rasen herrscht mitunter ein rauer Ton. Doch dass der Mittelfeldregisseur das letzte Mal derart angeblafft wurde, das dürfte eine ganze Weile her sein. Wer weiß, vielleicht hat er es in dieser Form auch noch gar nicht erlebt. 

"Liverpool ist dabei, sich eine andere Spielweise anzueignen im Vergleich zu der der vergangenen drei Jahre, die sehr stark und physisch war. Nun merken sie, dass sie sich an einen Spieler wie Thiago anpassen müssen", erklärt Barnes, der über 300 Mal für die Reds auflief und inzwischen unter anderem als Testimonial für sportwettentest.net tätig ist, bei SPORT1

"Er ist sehr trickreich, sehr gut auf engem Raum. Aber es braucht Zeit für die Spieler und für ihn, sich aneinander zu gewöhnen. Natürlich ist Thiago ein großartiger Spieler, aber bis wir uns an seinen Stil gewöhnt haben und er genau weiß, was wir wollen, gibt es Startschwierigkeiten. Das ist alles."

Bayern-Fans in Sorge um Thiago

Jene Anlaufschwierigkeiten führen dazu, dass Thiago derzeit als Sündenbock einer schwächelnden Meister-Mannschaft herhalten muss. Was einige Anhänger seines Ex-Klubs FC Bayern beinahe verzweifeln lässt.

"Liverpool klebt Blut an den Händen. Sie haben es geschafft, dass Thiago wie ein Anfänger aussieht", war am Samstag in den sozialen Netzwerken zu lesen, oder auch: "Liverpool hat Thiago nicht verdient." 

Es scheint, als verblasst auf der Insel bereits die Erinnerung daran, dass sich Thiago über die Jahre in München einen Namen als einer der besten Mittelfeldspieler der Welt gemacht. Und vor allem auch als einer der kreativsten und spielintelligentesten. 

Hat Klopp noch nicht den Zugang zu seinem Fußball-Feingeist gefunden?

"Wir (der FC Liverpool, Anm. d. Red.) hatten bisher keinen Spieler wie Thiago, der ein Problem lösen kann, wenn wir nicht in der Lage sind, uns durchzusetzen. Klopp wollte alle Eventualitäten abdecken", sagt der ehemalige Mittelfeldspieler Barnes, der mit den Reds zwei Mal englischer Meister wurde.

"Es gibt Zeiten, in denen wir mehr Kreativität benötigen. Und die bringt Thiago mit. Aber man kann nicht sagen: Das machen wir jetzt und wir vergessen, was wir in der Vergangenheit gemacht haben."

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Thiago mit Albtraum-Statistik

Es kommt hinzu, dass die Reds schon seit einigen Wochen enorm verunsichert sind.

Das Spiel ist von vielen Zuspielfehlern und Ungenauigkeiten geprägt, hinzu kommen zahlreiche individuelle Aussetzer - und es ist alles andere als einfach, sich in ein System einer kriselnden Mannschaft einzufinden. 

So kommt es, dass Thiago eine desaströse Statistik mit sich herumschleppt: In den neun Spielen, in denen er 60 Minuten oder länger auf dem Feld stand, weist Liverpool eine Siegquote von nur 22 Prozent auf - ein erschreckender Wert. 

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Bereut Thiago seinen Wechsel?

Vielleicht wünscht sich Thiago derzeit in das verschneite München - oder zumindest rund 50 Kilometer weiter östlich, nach Manchester.

Dort ist Manchester City gerade auf Meisterkurs. Mit Guardiola, dem Trainer, der Thiago sowohl in Barcelona als auch in München trainierte. Guardiola hatte sich am Ende allerdings nicht so sehr um seinen Landsmann bemüht, wie dies bei Klopp der Fall war.

"Er hat 1000 Millionen Leidenschaften", sagte Guardiola einmal über Thiago. Diese wird er nun in Liverpool brauchen.