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München - Olivier Giroud scheint sich bei Chelsea vom Bankdrücker zum Schlüsselspieler zu entwickeln - und könnte ein wichtiges Puzzleteil im Meisterrennen werden.

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Eigentlich schien er schon längst besiegelt, der Abgang von Olivier Giroud im kommenden Winter. 

Schließlich hatte der Stürmer des FC Chelsea Mitte November als Reaktion auf seine geringe Spielzeit in einem Interview mit dem französischen TV-Programm Telefoot vielsagend verkündet: "Ich werde eine Entscheidung im Januar treffen müssen." (Service: Spielplan Premier League)

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Und schließlich hatte dem WM-Helden von 2018 zuvor sein Nationalcoach Didier Deschamps im Hinblick auf die im Sommer 2021 anstehende Europameisterschaft am RTL-Mikrofon einen Wechsel nahe gelegt: "Vor März muss er eine andere Situation als diese finden."

Doch nun, rund drei Wochen später, scheint ein Verbleib wieder möglich - sogar eher wahrscheinlich.

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Giroud wird plötzlich wichtig

Denn Giroud darf beim FC Chelsea endlich spielen. Und der Franzose liefert - und wie!

In seinem ersten Einsatz von Beginn an in der Champions League schoss der 34-Jährige die Blues gegen den FC Sevilla im Alleingang zum 4:0-Sieg. Durch seinen Viererpack kletterte der Franzose vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Krasnodar (Champions League: FC Chelsea - FK Krasnodar ab 21 Uhr im LIVETICKER) mit insgesamt fünf Treffern zudem auf Platz vier der Torjägerliste und das, obwohl er in der Königsklasse bislang lediglich 132 Minuten auf dem Feld stand.

Angesichts dessen schwärmte auch Girouds Trainer Frank Lampard, der zu Saisonbeginn dem Routinier stets Tammy Abraham vorgezogen hatte: "Es war eine komplette Leistung und ich freue mich für ihn."

Als Belohnung für seine Gala in der Königsklasse berief Lampard den Mittelstürmer am Wochenende in der Premier League wieder in die Startelf. Und Giroud? Der lieferte erneut. (Service: Tabelle Premier League)

Mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 leitete er den 3:1-Erfolg der Blues gegen Leeds United ein. "Ich denke, seine Leistung war großartig", klang Lampard nach der Partie noch ein wenig euphorischer als zuvor. Der Coach wird aber auch im Hinterkopf haben, dass demnächst schwierige Entscheidungen für ihn anstehen. 

Giroud oder Abraham?

Weiter auf den erfahrenen - und jetzt auch wieder zuverlässigen - Giroud setzen? Oder doch wieder den talentierten Abraham von Anfang an stürmen lassen? 

Denn auch der 23-jährige Engländer spielt eine ordentliche Saison, sammelte wettbewerbsübergreifend bislang zehn Scorerpunkte. Allerdings sprangen nur fünf Tore dabei heraus - und das bei deutlich mehr Spielzeit als Giroud sie bekam. 

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Wer einen Blick auf die Zahlen der Mittelstürmer wirft, der sieht, dass Giroud im Schnitt deutlich häufiger netzt. Während Abraham in 784 Pflichtspielminuten fünf Mal traf, war Giroud in nur 352 Minuten sieben Mal erfolgreich.  

Zwar geht die Vorlagenstatistik mit 5:0 klar an Abraham. Dass Giroud jedoch trotz seiner Größe problemlos ins Offensivspiel der Blues eingebunden werden kann, hat der filigrane Riese bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. 

Dass Giroud möglicherweise schlichtweg die Fitness für mehr Einsätze fehlt, verneinte er vehement. "Ich fühle mich körperlich immer noch sehr gut", versicherte der Weltmeister.  

Giroud als Puzzleteil im Meisterschaftsrennen?

An einen Verkauf Girouds dürften die Blues schon jetzt nicht mehr denken - im Gegenteil: Der Franzose könnte sich als ein bislang fehlendes Puzzleteil im Meisterschaftsrennen erweisen. 

Denn Chelsea spielt eine enorm gute Rolle und liegt mit nur zwei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Tottenham Hotspur auf Rang drei der Premier-League-Tabelle. (Service: TABELLE der Premier League)

Girouds Erfahrung, seine Torgefahr und seine Präsenz auf dem Rasen könnten sich als Schlüssel dafür herausstellen, dass Chelsea in dieser Saison tatsächlich ein Wörtchen um die Meisterschaft mitredet. Bei Lampards jungen Wilden rund um die deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz kann der sturmerprobte Angreifer, der 530 Pflichtspiele auf Klubebene auf dem Buckel hat, ein entscheidendes Plus sein.