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Nach Liverpools Remis redet Jürgen Klopp in einem Interview Klartext. Der Reds-Coach prangert Ansetzung sowie den Boykott von fünf Wechseln an - und wird persönlich.

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Jürgen Klopp war spürbar bedient. Zwei Elfmeter hatte der FC Liverpool gegen sich bekommen, zwei eigene Tore waren aberkannt worden, in der Nachspielzeit hatten die Reds das 1:1 bei bei Brighton and Hove Albion kassiert – und zu allem Überfluss hatte sich auch noch James Milner verletzt und die ohnehin schon lange Liste an angeschlagenen Spielern vergrößert.

Also ging Klopp steil und verschaffte sich Luft. In einem acht Minuten langen Interview mit dem Journalisten Des Kelly von BT Sport prangerte Klopp die Anstoßzeit am Samstag um 12.30 Uhr an und die damit kurze Erholung nach dem Champions-League-Spiel am Mittwoch, gab den TV-Sendern eine Mitschuld an der Ansetzung.

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Dass sich die Premier League noch immer nicht auf fünf Auswechslungen hat einigen können, war ihm ebenso weiterhin ein Dorn im Auge. Klopp giftete, wurde persönlich. Das Interview ist in England schon jetzt auf dem Weg zum Kult-Status.

Klopp wird persönlich: "Du hast es getan"

Auf die Frage nach Milners Verletzung entgegnete Klopp: "Oh ja. Herzlichen Glückwunsch. (...) Ihr habt den Anstoß um 12.30 Uhr gewählt, ihr! Nicht Sie persönlich, aber ihr habt es getan, nicht wahr? (...) Dieser Rhythmus ist ein kompletter Killer. Wenn wir weiter in diesem Slot spielen, bin ich mir nicht sicher, ob wir die Saison mit elf Spielern beenden."

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Zudem warf Klopp Sheffield Uniteds Boss Chris Wilder vor, die Änderung auf fünf Auswechslungen zu boykottieren: "Fragen Sie Chris Wilder, wie wir das vermeiden können. (...) Er ist derjenige, der egoistisch ist. (...) Es geht darum, die Spieler zu schützen. Es geht nicht nur um meine Spieler. Und es wird noch schlimmer werden bis zum Ende des Jahres."

Einen anderen Aufreger spielte Klopp herunter. Klopp hatte Mohamed Salah in der 64. Minute gegen Sadio Mané ausgewechselt. Mit der Entscheidung seines Trainers war der Ägypter gar nicht einverstanden. Der Star-Stürmer schüttelte den Kopf, verzog die Miene und war sichtlich sauer. Beim Verlassen des Feldes würdigte er Klopp keines Blickes, ging ohne Abklatschen am Deutschen vorbei und zog sich schließlich meckernd die Jacke auf der Bank über.

Verständnis für Salahs Ärger

Für Klopp ist Salahs Verhalten aber kein Problem: "An dem Tag, an dem Mo lächelt, wenn er das Spielfeld verlässt, stimmt etwas nicht. Das Problem ist, dass er COVID hatte, zehn bis zwölf Tage ausgefallen ist. Ich weiß, er mag es nicht, aber wir müssen vorsichtig sein."

Diogo Jota hatte Liverpool nach exakt einer Stunde in Führung gebracht. Der frühere Ingolstädter Pascal Groß glich in der Nachspielzeit per Elfmeter aus.

Zwar eroberte Liverpool durch das Remis zwischenzeitlich die Tabellenspitze zurück, konnte aber mit dem Ergebnis letztlich nicht zufrieden sein. (Die Tabelle der Premier League

Klopps Reaktion im Anschluss sprach Bände.