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München - Der FC Arsenal ist so schlecht wie seit fast 40 Jahren nicht mehr und wird zum Ziel von Gespött. Die derzeit schwierige Situation hat viele Gründe.

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Roy Keane war Zeit seiner Karriere eher für die grobe Interpretation des Fußballs bekannt.

Als Abräumer im Mittelfeld sorgte er auf dem Platz meist für klare Verhältnisse, ob für Manchester United oder die irische Nationalmannschaft.

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Mit seinen Aktionen und Worten drückte er sich meist unmissverständlich aus.

In seiner Eigenschaft als TV-Experte sorgte der ehemalige Bad Boy des britischen Fußballs am Sonntag aber dann doch zumindest kurz für fragende Gesichter bei seinen Kollegen.

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Keane: Arsenal wird in der Liga bleiben

Der Grund: Er hatte die anhaltende Krise des FC Arsenal mit einem kleinen ironischen Seitenhieb auf den früheren Rivalen kommentiert. "Ich glaube, sie sind stark genug, um den Klassenerhalt in der Premier League zu schaffen", sagte er. Kurze Pause. Dann Gelächter im Sky-Sports-Studio. (Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

So weit ist es mit den ruhmreichen Gunners also schon gekommen, dass man sich öffentlich über sie lustig macht. Dabei dürfte den Londonern selbst das Lachen schon längst vergangen sein.

In den vergangenen Partien reihte der FC Arsenal eine Negativ-Statistik an die nächste. Mit 13 Punkten aus den ersten zehn Spielen ist das Team von Trainer Mikel Arteta so schlecht in eine Liga-Saison gestartet wie seit der Spielzeit 1981/82 nicht mehr. (Die Tabelle der Premier League)

Damals wurde Großbritannien noch von der "Eisernen Lady" Margaret Thatcher regiert, der Brasilianer Nelson Piquet wurde erstmals Formel-1-Weltmeister und bei den Boca Juniors in Buenos Aires empfahl sich ein Talent namens Diego Maradona für eine glanzvolle Karriere in Europa.

Arsenal nach Pleite gegen Wolverhampton 14.

Dass der FC Arsenal nach der 1:2-Heimpleite gegen die Wolverhampton Wanderers im November des Jahres 2020 nur auf Platz 14 der Premier League rangiert, ist auf den ersten Blick auf die magere Punktausbeute zurückzuführen.

Doch hinter diesen Zahlen steckt eine Geschichte. Im Fall der Gunners hat diese viel mit Einstellung und Motivation zu tun. Was damit gemeint ist? Auch dafür lieferte die Partie gegen die Wolves ein anschauliches Beispiel.

Nach einer guten halben Stunde startete Gäste-Stürmer Adama Traoré ungefähr so entschlossen zu einem Solo-Lauf durch die gegnerische Hälfte wie 1986 Maradona gegen England. Der Unterschied war nur: In Mexiko stellten sich dem Argentinier wenigstens ein paar wackere Briten in den Weg, Traoré konnte hingegen ungehindert bis zur Strafraumgrenze laufen.

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Die Videosequenz, die Arsenals Granit Xhaka beim Versuch einer Verteidigung gegen den Spanier zeigt, ist im Netz schon tausendfach angeklickt worden.

Zur Ehrenrettung seiner Mitspieler sei gesagt, dass nicht alle dem gegnerischen Angreifer mit einem so großen Mindestabstand im Zweikampf begegneten. Rob Holding etwa gewann kurz vor Schluss ein Duell mit Traoré, allerdings nur mit Hilfe eines Foulspiels. So sah es zumindest der Schiedsrichter.

Arsenals erschreckende Zahlen 

Holdings Reaktion auf das Fallen des Spaniers zeigte, wie angespannt die Nerven mittlerweile bei den Kanonieren sind. "He's bulit like a brick sh***house! How's he going down like that?!", brüllte der Verteidiger gut vernehmbar durchs leere Emirates Stadium, was auf Deutsch so viel heißt wie: "Warum geht dieser so stabil gebaute Sch***kerl einfach so zu Boden?"

Dass es um die Moral der Spieler nicht so gut bestellt ist, zeigt auch ein Blick auf die Statistik: Arsenal konnte nur eins der letzten 13 Partien noch drehen, in denen es zur Pause zurückgelegen hatte.

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Und weiter mit den erschreckenden Zahlen: Seit sieben Heimspielen sind die Londoner nicht mehr ohne Gegentor geblieben. Das gab es zuletzt vor mehr als 13 Jahren, als sie noch von Arsène Wenger trainiert wurden.

Der Elsässer hatte in seiner langen Ägide im Norden Londons aber auch den einen oder anderen Erfolg vorzuweisen. Arteta hat zwar in der vergangenen Saison mit dem Team den FA-Cup gewonnen, in der Liga aber sucht er nach knapp einem Jahr auf diesem Posten immer noch nach der Erfolgsformel.

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Arteta lässt Özil außen vor

Der Trainer hatte sich im Herbst früh darauf festgelegt, ohne Mesut Özil in die neue Saison zu gehen, weil dem seiner Meinung nach die nötige Motivation fehle. Nun aber wird die Kreativität des deutschen Weltmeisters von 2014 im Team vermisst. Es fehlt einer, der das Spiel nach vorn beleben und die Stürmer mit Pässen füttern kann.

Denn die hängen derzeit meistens in der Luft. Mit mageren drei Treffern ist Alexandre Lacazette Arsenals Top-Torjäger. Pierre-Emerick Aubameyang kommt bislang nur auf zwei Tore in der Liga und Neuzugang Willian vom FC Chelsea hat bislang in der Premier League noch überhaupt nicht getroffen. (Die Torjäger der Premier League)

Der Brasilianer hatte jüngst in der Sun von einem Gespräch mit Arteta berichtet, indem der Trainer ihm erklärt habe, warum er für drei Jahre bei den Gunners unterschreiben sollte: "Erst möchte er Arsenal wieder in die Champions League führen und bis zum Ende meiner Vertragslaufzeit möchte er sie auch gewonnen haben. Das wollte ich hören."

Roy Keane und seine Kollegen vom Fernsehen dürften bei der Lektüre dieser Aussage einmal mehr herzlich gelacht haben.