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Jürgen Klopp und Pep Guardiola kritisieren die Premier League für die Aufhebung einer Regeländerung. Guardiola macht sich Sorgen um das Wohl der Spieler.

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Dicke Luft auf der Insel!

Jürgen Klopp und Pep Guardiola haben mit Kritik auf die Entscheidung der Premier League reagiert, das Wechselkontingent von fünf auf drei Wechsel zurückzuschrauben - nachdem die FIFA die Regeländerung bis Augst 2021 genehmigt hatte.

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Die Aufstockung war erst nach der Coronabedingten Pause erfolgt und sollte international vertretenen Mannschaften im Hinblick auf deren durchgetakteten Terminkalender mehr Spielraum verschaffen. 

Klopp und Guardiola kritisieren Premier League

Klopp warf den Entscheidern der Premier League bei einer Pressekonferenz "Führungsschwäche" vor. Die Frage nach den Auswechslungen hätte gar nicht erst aufgeworfen werden dürfen. Vorwürfe, wonach die personell besser aufgestellten Topteams durch zusätzliche Wechsel einen Vorteil hätten, wischte er beiseite. 

"Keiner der Top-7-Klubs hat nach einem Vorteil gefragt. Wir wussten nur - weil wir unseren Terminkalender kennen - dass es unglaublich schwer werden würde. Um die besten Spiele am Wochenende in der Premier League zu haben, hätte das geholfen. Ich denke, wir sollten nochmal darüber nachdenken."

Guardiola pflichtete dem Deutschen bei: "Es hat nichts damit zu tun, dass bestimmte Teams einen Vorteil haben. Es geht darum, warum wir hier sind - wegen den Spielern. Vergiss den Vorteil. Es (die zusätzlichen Auswechslungen, Anm.) soll alle Spieler schützen."

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Tatsächlich haben viele der international vertretenen Vereine in England, darunter auch der FC Liverpool und Manchester City, in der laufenden Saison einen großen personellen Aderlass zu verzeichnen.  

So fanden sich bei den Reds bereits Thiago, Fabinho, Naby Keita, Joel Matip and Alex Oxlade-Chamberlain auf dem Behandlungstisch wieder, Virgil van Dijk droht mit einer Verletzung im Knie zudem die gesamte Saison auszufallen.

Bei den Citizens fielen in der laufenden Saison bereits Sergio Agüero, Fernandinho, Gabriel Jesus, Benjamin Mendy und Nathan Aké verletzungsbedingt aus. 

Guardiola warnt vor weiteren Muskelverletzungen

Guardiola sprach von "47 Prozent mehr Muskelverletzungen" als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison und fügte an. "Die Statistiken sprechen für sich. Die Spieler erholen sich nicht von ihren vorherigen Spielen, geschweige von der vorherigen Saison. Es macht keinen Sinn." 

Während sich Klopp vor allem über die Kommunikation der Entscheidung echauffierte ("Es hätte uns anders verkauft werden müssen, mit mehr Informationen"), wollte Guardiola wissen, wer die Anhänger des kleineren Wechselkontingents sind. "Wer stimmt für diese Entscheidungen? Wer sind sie?", fragte der Spanier.

Mit ihrer Meinung stehen die Star-Trainer zwar offenbar nicht alleine da, laut der Sportsmail stimmte allerdings die Mehrheit der Vereine in den bisherigen Abstimmungen stets gegen eine dauerhafte Aufstockung des Wechselkontingents. 

Nachdem es bei der letzten Wahl jedoch nur noch elf Teams gegeben haben soll, die dagegen stimmten, sollen die Top6-Teams auf eine weitere Abstimmung drängen. Damit der Antrag durchgeht, müssen vierzehn der insgesamt zwanzig Premier-League-Klubs zustimmen.

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Kleiner Lichtblick für die Trainer: In der Champions League dürfen sie weiter fünf Wechsel pro Spiel vornehmen. Bleibt nur zu hoffen, dass dann auch noch genügend Spieler fit sind, um die Wechselmöglichkeiten auszuschöpfen.