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München - Jack Wilshere, Theo Walcott und Aaron Ramsey und Co. gelten einst bei Arsenal als kommende Superstars. Nun sind sie fast alle abgetaucht oder nur Mitläufer.

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Der 19. Dezember 2012 sollte beim FC Arsenal der Beginn einer großen Ära sein:

Manager Arsene Wenger stand stolz hinter seinen zukünftigen Stars. Carl Jenkinson, Aron Ramsey, Jack Wilshere, Kieran Gibbs und Alex Oxlade-Chamberlain wurden allesamt auf einen Schlag bei den Gunners mit langfristigen Verträgen ausgestattet.

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Sie stammten mit Ausnahme von Jenkinson alle aus der eigenen Jugend und sollten gemeinsam mit dem englischen Jungstar Theo Walcott eine goldene britische Zeit bei Arsenal einläuten.

Doch acht Jahre später lautet die Bilanz zu diesem Sextett nach den riesigen Erwartungen: Es ist die verlorene Generation!

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Um das zu erkennen, reicht ein Blick auf den aktuellen Kader der Londoner. Keiner der sechs Spieler ist dort zu finden.

Stattdessen sind die Überflieger im Mittelmaß und teilweise sogar in der Arbeitslosigkeit versunken. 

Arbeitsloser Wilshere sucht neuen Verein

Die größten Erwartungen hatten die Verantwortlichen und Fans in Wilshere. Der Engländer galt als Jahrhunderttalent, debütierte bereits mit 16 Jahren in der Premier League und stand als 18-Jähriger 35 Mal für die Gunners in der Saison 2010/2011 auf dem Platz. "Ich habe mit der Nummer 10 auf der Zehn gespielt und damit den Traum gelebt", erinnerte sich der Linksfuß bei Arsenals Lockdown Podcast.

Den großen Durchbruch in die Weltklasse schaffte er aber nie. Das lag vor allem an schweren Rückschlägen. Durch Knöchelverletzungen und verschiedene Haarrisse verpasste Wilshere bei Arsenal 154 Pflichtspiele.

2016 wurde er an Bournemouth verliehen und 2018 an West Ham abgegeben. Dort löste der 28-Jährige seinen Vertrag vor einer Woche auf und ist nun als arbeitsloser Profi auf Vereinssuche. “Ich will einfach nur glücklich sein, wieder auf den Rasen gehen, ein Lächeln auf mein Gesicht zaubern, 20 bis 30 Spiele pro Saison spielen, in denen ich ein wichtiger Spieler für eine Mannschaft bin", sagte er bei Talksport kürzlich. 

Ramsey bei Juve nur Mitläufer

Häufiger Partner in Arsenals Mittelfeldzentrum neben Wilshere war damals Ramsey. Auch er konnte sein Potenzial durch Verletzungen nie voll ausschöpfen. Er verpasste insgesamt 112 Pflichtspiele für die Gunners. Im vergangenen Sommer verlängerte er seinen Vertrag nicht mehr und ging zu Juventus Turin. Dort ist der 29-jährige Waliser nur Mitläufer und kommt bisher erst auf vier Treffer in Italien. 

Arsenal-Stars Özil und Sokratis nicht im Euro-League-Kader 

Mit Gibbs und Jenkinson wollte Wenger 2012 die Zukunft seiner defensiven Außenbahnen sichern. Linksverteidiger Gibbs (inzwischen 31) spielte immerhin 229 mal für die Gunners, kam aber am Ende nicht mehr an Nacho Monreal (34) vorbei, verließ den Verein deshalb 2017 und ist seitdem Stammspieler beim Erstligisten West Bromwich Albion. 

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Für Rechtsverteidiger Jenkinson (28) geht es seit 2019 in der zweiten Liga um Punkte. Und auch bei Notingham Forrest ist der Rechtsfuß nur Ersatzspieler. Acht Einsätze in der Championship standen in der vergangenen Saison zu Buche. Bei Arsenal fasste er auf Dauer auch nie richtig Fuß. 2014 gab der Klub den Engländer deshalb für zwei Jahre per Leihe zu West Ham ab, 2017 folgte die nächste Leihe zu Birmingham, bevor 2019 der endgültige London-Abschied für 2,2 Millionen Euro zu Nottingham folgte. 

Henrys Erbe Walcott seit 2018 weg

Lediglich einer der 2012er-Riege hat es zu großem Erfolg geschafft - allerdings im Trikot des FC Liverpool: Alex Oxlade-Chamberlain. Der 27-Jährige ist mittlerweile Champions-League-Sieger und aktueller Meister in England. 2017 folgte er nach 198 Partien für die Gunners dem Ruf von Trainer Jürgen Klopp und verließ Arsenal für 38 Millionen Euro. Seitdem ist er bei Liverpool ein wichtiger Teil im zentralen Mittelfeld - zumindest wenn er fit ist. 

Alex Oxlade-Chamberlaine ist mittlerweile erfolgreich beim FC Liverpool.
Alex Oxlade-Chamberlain ist mittlerweile erfolgreich beim FC Liverpool. © Imago

Und Walcott (31), um den herum das britische Quintett von damals aufgebaut werden sollte? Der vermeintliche Thronfolger Thierry Henrys (43) mit der geerbten Rückennummer 14 lässt seine Karriere langsam ausklingen.

"Ich erinnere mich, dass er im Alter von 16 Jahren zu uns kam und dann sofort mit zur WM fuhr. Wenn man zurückblickt, hat er wichtige Tore in großen Spielen erzielt", so Ex-Coach Arsene Wenger (70). Er selbst war es, der Walcott im Januar 2018 nach zwölf Jahren und 108 Pflichtspieltoren für 22,5 Millionen Euro aber zu Everton schickte. Nun ist Walcott per Leihe zu seinem Jugendklub Southampton zurückgekehrt. 

Machen es Saka, Willock und Co. beser?

Während die Generation von 2012 also ihren Zenit überschritten hat und bei Arsenal längst vergessen ist, setzen sie bei den Gunners auf die nächsten großen Talente. Mit Joe Willock (21), Eddie Nketiah (21), Ainsley Maitand-Niles (23), Reiss Nelson (20) und Bukayo Saka (19) sind erneut fünf Eigengewächse die großen Hoffnungen.

Sie sollen es besser machen als die verlorene Generation.